Sommerurlaub in der eigenen Stadt

Endlich Sommer. Doch wo soll man nun seinen Urlaub verbringen? Wir haben da einen Tipp: Warum nicht einfach in der eigenen Stadt? Schließlich leben Hamburger dort, wo Zugereiste gerne Urlaub machen. Wir hätten da ein paar Tipps für kurze und auch längere Ferien in der Elbmetropole.

© iStock.com/RossHelen
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Hamburg zieht Besucher an, allein im Jahr 2019 kamen rund 7,6 Millionen Touristen in die Hansestadt, der Großteil davon aus Deutschland. Die Hotels und Herbergen verzeichneten 15,4 Millionen Übernachtungen. Die gesamte Stadt profitiert von den Gästen, schließlich kaufen sie ein, gehen essen und besuchen Veranstaltungen. Den Grund für den Tourismusboom kennen alle Hamburger, denn wir leben in der schönsten Stadt der Welt – und das ist vielleicht nur ein bisschen übertrieben.

Sehenswürdigkeiten kommen so zahlreich vor wie Container im Hafen, womit wir auch schon bei einer der Hauptattraktionen sind: Natürlich führt der Weg vieler Touristen an die Elbe. Hier stehen gegenüber von den Landungsbrücken die großen Musical-Theater, die Elphi thront über dem Fluss und die Hafencity selbst lockt nicht mehr nur Architekturfans an. Zwischen Baumwall und Fischmarkt findet zudem jedes Jahr im Mai der Hafengeburtstag mit Hunderttausenden Gratulanten und vielen Schiffen statt. 

Einkaufen und Nachtleben

Auch ein paar Schritte weiter tobt auf der Reeperbahn und in den vielen Seitenstraßen das touristische Leben. Doch während Besucher ins vermeintlich sündige St. Pauli eintauchen wollen, ist der Kiez für Einheimische vor allem ein Ort mit vielen Clubs, Bars und Kneipen, in denen die Nacht zum Tag gemacht wird. Und da der Urlaub auch gern fürs ausgiebige Shopping genutzt wird, trifft man in den großen Einkaufsstraßen und Passagen der Stadt auch immer wieder Gäste aus aller Welt. Vor allem in der City zwischen Hauptbahnhof und Alster, an der Mönckebergstraße und am Jungfernstieg, wo sich große Ketten und exklusive Boutiquen niedergelassen haben, sind vor allem im Sommer häufig mehr Quittjes als Einwohner unterwegs. Zwischen Frühstück und Theaterbesuch erkunden sie die Stadt, klettern auf Kirchtürme oder schauen sich die Stadt bei einer Hafenrundfahrt an

Wilde Tiere und Spaß im Park

Wenn es um Urlaub geht, können Hamburger also tatsächlich eine Menge von Touristen lernen. Was sie häufig als selbstverständlich sehen, ist für Gäste ein perfekter Zeitvertreib. Dabei hat Hamburg definitiv viel mehr zu bieten, als lediglich an einigen ausgewählten Orten Besucher zu bespaßen. Aber jetzt mal Hand aufs Herz: Wer kennt wirklich jeden Teil der eigenen Stadt? Die meisten Hamburger verbringen ihre Freizeit vor allem in ihrem Viertel. Natürlich fahren sie gern mal in den Tierpark Hagenbeck oder zum Wildpark Schwarze Berge. Oder sie besuchen den Elbstrand, grillen im Stadtpark oder spielen mit Freunden Fußball im Jenischpark. Aber sonst? Ganz klar: Von Touristen lernen kann in diesem Fall auch heißen, die Heimatstadt noch besser kennenzulernen und den Urlaub einfach mal zu Hause zu verbringen.  

Roadtrip und Picknick

Am besten lässt sich Hamburg per Fahrrad erkunden – es muss noch nicht einmal das eigene sein. Im ganzen Stadtgebiet gibt es Leihstationen von StadtRad Hamburg mit insgesamt mehr als 2.500 Bikes. Wenn man zum Beispiel am Bahnhof Altona ein Fahrrad leiht, ist man damit in etwa 20 Minuten an der Binnenalster. Der Clou: Die ersten 30 Minuten gehen aufs Haus, erst jede weitere Minute wird mit jeweils rund acht Cent berechnet. Oder wie wäre es mit einem Elektroroller von Emmy? Die meisten Führerscheinbesitzer dürfen so einen Flitzer für 23 Cent pro Minute leihen – und nach der Nutzung einfach im Geschäftsgebiet an geeigneten Plätzen abstellen. Helme sind natürlich vorhanden, sie werden regelmäßig gereinigt. Auch Autos kann man minuten- oder tageweise leihen. Und weil der Sommer in Hamburg manchmal sogar sonnenreich sein kann, führt ShareNow sogar Cabrios im Programm. 

Ob nun mit eigenem oder geliehenem Fahrzeug, ob mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder zu Fuß: Eine gute Anlaufstelle für sommerliche Urlaubstage sind die Parks der Stadt. Diese laden förmlich zu einem Picknick ein, es fehlt nur noch die Ausrüstung. Ein Grill erweist sich als praktisch – und das geht auch ohne Schlepperei und vor allem ohne Müll, der zurückbleibt. Der kleine und leichte Gasgrill von Skotti lässt sich zum Beispiel flach zusammenklappen und in einer Tasche transportieren. Wer gerne edel picknickt, sollte sich mal die exklusiven Sets der Manufaktur Suba Picnic Makers aus Rahlstedt anschauen. 

Kinderglück und kleine Abenteuer

Eltern und Kids freuen sich seit 1969 über den Ferienpass für Kinder, auch in diesem Jahr gibt es wieder tolle Aktionen für die jüngsten Hamburger. Die Bandbreite reicht von einer Rallye auf der Cap San Diego über Graffitiworkshops bis hin zu Trainingscamps für angehende TV-Stars. Bei manchen Angeboten dürfen jüngere Geschwister unter fünf Jahren mitkommen, bei anderen können auch Eltern, Großeltern oder andere Verwandte mitmachen. Doch auch ohne Pass lässt sich auf eigene Faust viel erleben. "Mikroabenteuer" nennt das der Hamburger Autor Christo Förster. Das kann mal eine Übernachtung auf einer Hängematte im Sachsenwald sein oder ein Wanderung um Hamburg herum. In seinem Podcast "Frei raus" verrät er tolle Ideen für weitere Mikroabenteuer in der City. 

Camping und Genuss

Wer es nicht ganz wild mag, aber dennoch das Zelten liebt, findet dafür im Elbecamp in Rissen den perfekten Ort. Wie es der Name schon verrät, liegt dieser idyllische Campingplatz direkt an der Elbe. Im Sommer geht es hier voll ab. Wer reserviert und einen der raren Plätze ergattert, wird mit einem Hausstrand und einem fantastischen Blick auf die vorbeifahrenden Schiffe belohnt. Und gutes Essen gibt es obendrein. Aber auch das ist (noch) Hamburg: Gleich am Naturschutzgebiet Heucklock befindet sich der kleine Campingplatz Elbepark-Bunthaus für Wohnmobile. Nebenan steht ein noch kleinerer Leuchtturm, der einst Binnenschiffern bei schlechtem Wetter die Elbeteilung signalisierte. Heute gibt er ein beliebtes Fotomotiv für Ausflügler ab. 

Urlaub hat auch immer etwas mit Genuss zu tun, sowohl für den Gaumen als auch für den Körper. Und wie es sich für eine Stadt gehört, die sich selbst als "Tor zur Welt" bezeichnet, kann man auch bei kulinarischen Köstlichkeiten sowie Wellness-Anwendungen eine Weltreise antreten, ohne die Stadt verlassen zu müssen. So doof das auch für andere Urlaubsregionen sein mag: Eigentlich gibt es keinen Grund, für einen abwechslungsreichen Sommerurlaub die Stadt zu verlassen.

Vom Strandtrip über Urlaub mit Kindern bis zum kulturellen Kurztrip: Damit nun wirklich keine Langeweile aufkommt, haben wir noch weitere Tipps zusammengestellt.

Die besten Tipps für einen Sommerurlaub in Hamburg

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