Vegetarische Restaurants in Hamburg: Unsere Top 5

Wer beim Essen auf Fleisch verzichtet (aus welchem Grund auch immer), fühlt sich in Hamburg gut aufgehoben. Während man früher häufig einen Salat ohne alles bekam, wenn nach fleischloser Kost gefragt wurde, stehen auf den Speisekarten der meisten Restaurants zwischen Alster und Elbe viele vegetarische oder sogar vegane Speisen. Mehr noch: Die Gerichte schmecken oft derart gut, dass selbst Fleischliebhaber vom Glauben abfallen!

© iStock.com/RossHelen
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Die Zeiten ändern sich – auch kulinarisch. "Fleisch ist mein Gemüse" heißt der Bestseller von Heinz Strunk aus dem Jahr 2004. Darin beschreibt der Autor höchst unterhaltsam seine Jugend in Harburg (nicht Hamburg, darauf legen die Harburger wert) und wie wichtig es damals war, dass ein Stück Tier auf dem Teller lag. Doch so normal ist das eigentlich gar nicht. Noch in den späten 1960ern gab es nicht überall und in jedem Haushalt täglich Wurstwaren und Fleisch. Begriffe wie Sonntagsbraten und Festbraten zeigen, dass Fleisch für besondere Anlässe zubereitet wurde. Es galt als üblich, Gerichte aus Gemüse und Getreide zu kochen – auch wenn damals noch niemand von vegetarisch sprach. Heutzutage dagegen bekommt jeder Trend ein Etikett – bei Ernährungsfragen kann das manchmal sogar ganz hilfreich sein. Vegetarische oder vegane Ernährung grenzt schon ein, wie das so mit der Ernährung gehandhabt wird. Während Veganer generell auf tierische Produkte verzichten, gönnen sich Vegetarier auch mal ein Ei oder ein Stück Käse.

Doch trotz aller Offenheit in einer Großstadt wie Hamburg: Wenn es ums Essen geht, wird häufig darüber diskutiert, was auf dem Teller landet – und was nicht. Dann kann das Label doch mal Probleme machen, wenn Vegetarier oder Veganer zum Beispiel mal wieder stigmatisiert werden. Ein alter Witz unter Fleischessern lautet: „Woran erkennt man einen Vegetarier? Er erzählt es Dir!“ Der wahre Kern daran: Wer auf Fleischkonsum verzichtet, muss dies zum Beispiel bei einer Essenseinladung erwähnen, damit der Gastgeber nicht erst am Tisch davon erfährt. Obwohl es dann nicht darum geht, andere zu missionieren, wird diese Ansage auch schon mal persönlich genommen, so ganz nach dem Motto: "Oh, da will mir jemand mein Steak verbieten!" Oder es kommt ungefragt die Antwort: "Ich esse doch nur Biofleisch." Gerne folgt dann auch die Aussage: "Wir essen immer weniger Fleisch" – ein Satz, den Vegetarier und Veganer irgendwann nicht mehr hören können.

Doch das wird immer mehr zur Ausnahme. In Hamburg, so scheint es, haben immer mehr Menschen das Fleisch satt. Die Hauptgründe dafür sind bei den meisten Vegetariern und Veganern Lebensmittelskandale, Überproduktion, Massentierhaltung, Tierquälerei, Energieverschwendung und Klimawandel. Manchmal ist der Grund auch ganz banal: Einige verzichten auf Fleisch, weil es ihnen nicht schmeckt. Aber auch die gesunde Ernährung spielt eine immer größere Rolle. Ernährungsberater raten zu weniger oder gar keinem Fleisch, auch Ärzte empfehlen, zumindest komplett auf rotes Fleisch zu verzichten. An dieser Stelle kommen dann die Flexitarier ins Spiel. Die ernähren sich vorwiegend vegetarisch, gönnen sich aber auch gelegentlich hochwertiges Biofleisch. Und mit diesem Verhalten liegen sie nicht nur im Trend, sondern ernähren sich auch nach einer Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Diese empfiehlt, Fleisch in Maßen zu essen, also insgesamt nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche für einen Erwachsenen.

Aber man sollte nun bitte nicht glauben, dass Vegetarier oder Veganer per se besser und gesünder leben. Auch ohne Fleisch ist eine falsche oder einseitige Ernährung möglich. Es gibt vegetarisches Fast Food oder pflanzliche Nahrungsmittel, die günstig und unter schlechten Bedingungen angebaut werden. Wer meint, dass Veggie automatisch Bioqualität entspricht, braucht nur auf die Liste der enthaltenen Zusatzstoffe von industriell hergestellten Veggie-Produkten schauen: Die ist manchmal länger als der Stau vorm Elbtunnel. Wer sich möglichst gesund ohne Fleisch ernähren will, findet dafür Tipps bei der Verbraucherzentrale. Aber man kann sich auch in Kochkursen zeigen lassen, wie aus vermeintlich langweiligen Gemüsesorten ein exquisites Festmahl entsteht.

Ganz egal, ob es sich um vegane oder vegetarische Ernährung handelt: Es geht in erster Linie nicht um Verzicht, vielmehr handelt es sich um ein Umdenken. Eine Ernährung ohne Fleisch und andere tierische Produkte kann auch einfach eine Erweiterung des eigenen Geschmackshorizonts sein, bei der man durch das Weglassen möglicherweise mehr Lebensqualität gewinnt. Und auch das stimmt: Man muss nicht Vegetarier werden, um etwas für sich und die Umwelt zu tun und ein wenig nachhaltiger zu leben.

Na, Lust bekommen, es auch mal auszuprobieren? Kein Problem: Hamburg ist der perfekte Ort für frisches Obst und Gemüse. Aus aller Welt kommen köstliche Sorten im Hafen an – eine kurze Fahrt über die Elbe führt direkt ins Alte Land, eines der größten zusammenhängenden Obstanbaugebiete Europas. Kein Wunder also, dass man in Hamburg seine Gelüste befriedigen oder überhaupt erst einmal auf den Geschmack kommen kann. In den Supermärkten landen zudem immer mehr Veggie-Produkte, einige Einzelhändler setzen sogar inzwischen komplett auf fleischlose Waren. Auf Märkten in der Innenstadt wird niemand mehr komisch angeguckt, wenn er am Grillstand nach einer vegetarischen Bratwurst fragt.

Und am Ende zählt vor allem eines: Es muss schmecken – guten Appetit!

Die besten Restaurant-Tipps für Vegetarier und Veganer in Hamburg

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