Nasses Vergnügen: Badeseen in Hamburg

Ein Dutzend Badeseen gibt es in Hamburg, in denen ganz offiziell gebadet werden darf. Das wird im Sommer natürlich sehr gern genutzt. So sehr, dass man darüber fast einen Song schreiben müsste.

Zum See, © iStock.com/Christopher Tamcke
Zum See, © iStock.com/Christopher Tamcke

Berlin mag zwar die Hauptstadt sein und mehr Einwohner zählen, aber Hamburger wissen, dass sie in der schöneren Stadt leben. Es gibt also keinen Grund zum Neid. Nur eines stört den städtischen Frieden ein wenig: die Sache mit der Badehose und dem Badesee. Seit 70 Jahren denkt man an den Berliner Wannsee, wenn es um städtisches Badevergnügen geht, weil Conny Froboess damals die Verbindung in dem Song "Pack die Badehose ein" herstellte. Warum existiert kein Song über den Eichbaumsee? Oder wie wäre es mit dem Öjendorfer See? Hamburger Musiker sollten sich langsam mal der hanseatischen Badekultur zuwenden. Das Buch "Take Me To The Lakes" demonstriert, wie das geht, denn hier werden viele Seen in und um Hamburg vorgestellt. 

Rund ein Dutzend Seen existieren in der Stadt, in denen das Baden offiziell erlaubt ist. Die meisten Stadtseen entstanden künstlich in Gegenden, wo ursprünglich Kies und Sand abgebaut wurden. Heute erinnert kaum etwas daran, im Gegenteil: Viele Seen beheimaten Pflanzen und Tiere und gehören zu wichtigen Naturschutzgebieten der Stadt. Menschliche Besucher freut, dass die Wasserqualität in den meisten Jahren gut ist. In jedem Jahr werden in den Sommermonaten regelmäßig Proben entnommen, um das Wasser auf Blaualgen und Würmer zu untersuchen. 

Der Weg zum Seepferdchen

Noch gefährlicher als Algen und Parasiten sind Badeunfälle von Nichtschwimmern und Unvorsichtigen. Allein im Jahr 2019 ertranken in Hamburg 14 Personen. Es gibt zwar keine Strömung wie in der Elbe und keinen Bootsverkehr wie auf der Alster. Aber viele Seen sind tiefer, als die Menschen denken. Bei Naturseen können sie das oft nicht erkennen. Zusätzlich erschrickt man schnell, wenn ein Fisch oder eine Pflanze die Haut berührt – man gerät in Panik. Aus diesem Grund existieren an vielen Seen Nichtschwimmerbereiche, manche werden sogar durch die DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e. V.) beaufsichtigt.

Viel wichtiger ist es allerdings, schwimmen zu lernen. Eine wichtige Rolle übernimmt dabei der Schwimmunterricht in den Schulen. Allerdings konnte dieser im Corona-Jahr 2020 sehr häufig nicht stattfinden. Kurse bietet die DLRG an, in den Bäderland-Schwimmbädern können sowohl Erwachsene als auch Kinder das Schwimmen lernen. Auch beim Hamburger Schwimmverband oder bei der Schwimmschule Undine kann man sich über Kurse informieren. Am Ende trägt man dann stolz das Seepferdchen-Abzeichen an der Badekleidung.

Ein paar Grundregeln sollte jeder unbedingt an Seen oder in Schwimmbädern beachten: Nur dann ins Wasser gehen, wenn man sich gesund fühlt. Man sollte zudem nicht mit ganz leerem oder vollem Magen schwimmen. Die DLRG hat noch weitere einfache Regeln und Empfehlungen aufgestellt – und das in mehreren Sprachen, damit sich diese jeder Hamburger einprägen kann. Dennoch kann es immer mal zu einem kleinen oder größeren Unfall kommen. Hier kann jeder helfen, auch wenn er oder sie noch keinen Erste-Hilfe-Schein in der Tasche hat – oder sich nicht mehr an jede Maßnahme erinnert. Auffrischung lautet das Zauberwort. Das Deutsche Rote Kreuz hat hierfür ein paar nützliche Tipps für den Ernstfall zusammengestellt. 

Pack (nicht nur) die Badehose ein

Doch was brauchen wir eigentlich am Badesee? Eine Luftmatratze? Check! Sonnencreme? Check! Handtuch? Immer dabei! Wichtig ist, dass wir unsere Sachen auch wieder mitnehmen und See und Ufer wieder sauber hinterlassen. Also Grill einpacken, Papier und Plastik in den Mülleimer schmeißen. Eigentlich ist das selbstverständlich. Wenn man sich ein paar Strände und Seen anschaut, wissen das aber offenbar nicht alle Besucher. Das nervt nicht nur beim Baden, es ist auch gefährlich für Mensch und Tier. 

So, dann kann ja nun nichts mehr schiefgehen. Also rein ins Vergnügen! Wir haben fünf tolle Badeseen in Hamburg besucht und verraten, was sie so besonders macht. Vielleicht haben die Besucher dort ja so viel Spaß, dass dadurch demnächst ein neuer Kultsong entsteht. Aber was reimt sich denn bloß auf Öjendorfer See? Juchhe!

Die schönsten Badeseen in und um Hamburg

Allermöher See: Badeparadies in Bergedorf
See Hinterm Horn: Geheimtipp für Wasserratten
Hohendeicher See: Aufbauhilfe im Süden
Öjendorfer See: Hochbetrieb in Hamburgs Osten
Boberger See: Schwimmen im Naturschutzgebiet

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