10 berühmte Hamburger Originale und Persönlichkeiten

Die Stadt Hamburg hat eine Reihe berühmter Persönlichkeiten hervorgebracht. Nicht alle davon haben eine bedeutende Karriere hingelegt, dafür haben die "Hamburger Originale" eins gemeinsam: Sie gehören zur Hansestadt wie der Hafen, der Michel und die Alster.

Störtebeker-Denkmal, © Peter Kraayvanger / pixabay.com
Störtebeker-Denkmal, © Peter Kraayvanger / pixabay.com

Egal, ob sie in Hamburg geboren, aufgewachsen oder gestorben sind, die Hamburger Originale und Persönlichkeiten haben eine besondere Beziehung zur Hansestadt – und die Stadt zu ihnen. Manche lebten in längst vergangenen Zeiten, manche sind erst vor kurzem verstorben.

An vielen Orten in Hamburg findet man ihre Spuren: Hier ein Straßenname, dort eine Statue und nach einem wurde sogar der Hamburger Flughafen benannt. Eine abschließende Aufzählung der Personen, die eng mit der Geschichte und Entwicklung der Stadt Hamburg verbunden sind, ist kaum möglich. Deshalb hier eine kleine Auswahl der wohl bekanntesten Hamburger Originale!

1. Helmut Schmidt

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Der SPD-Politiker, mit vollständigem Namen Helmut Heinrich Waldemar Schmidt, wurde am 23. Dezember 1918 in Hamburg geboren und verstarb am 10. November 2015 in der Hansestadt.

Deutschlandweite Berühmtheit erlangte der Senator der Polizeibehörde durch seinen Einsatz als Krisenmanager während der Hamburger Sturmflut im Jahr 1962. Von 1974 bis 1982 war Helmut Schmidt der fünfte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, nachdem er in den Vorjahren schon verschiedene Ministerämter bekleidet hatte.

Auch nach Ende seiner politischen Karriere genoß Helmut Schmidt großes Ansehen und war als Buchautor und Mitherausgeber der Wochenzeitung "Die Zeit" tätig. Die Universität der Bundeswehr in Hamburg ist ebenso wie der Hamburg Airport nach ihm benannt.

Seine Ehefrau Hannelore "Loki" Schmidt gehört ebenfalls zu den Hamburger Persönlichkeiten – neben ihrer Tätigkeit als Lehrerin hat sie sich als Botanikerin sowie Natur- und Pflanzenschützerin betätigt und in diesem Bereich Bücher veröffentlicht sowie Einrichtungen initiiert. Der botanische Garten in Klein Flottbek wurde ihr zu Ehren in Loki-Schmidt-Garten umbenannt.

2. Uwe Seeler

Uwe Seeler, © HSV
Uwe Seeler, © HSV

Der am 5. November 1936 in Hamburg geborene Fußballspieler galt in seiner aktiven Zeit als einer der besten Mittelstürmer der Welt und wurde zu einer Legende des deutschen Fußballs. Seine gesamte sportliche Laufbahn verbrachte er beim Hamburger SV und gilt für viele als der größter HSVer aller Zeiten.

Auch in der deutschen Nationalmannschaft zeichnete sich Seeler durch überragende Leistungen aus und wurde zum Ehrenspielführer der Nationalelf ernannt. Die Stadt Hamburg machte "Uns Uwe" 2003 zum Ehrenbürger der Hansestadt und vor dem Volksparkstadion erinnert der Uwe-Seeler-Fuß, die größte Fuß-Skulptur der Welt, an den beliebten Fußballer.

Nach seinem Tod am 21. Juli 2022 fand im Hamburger Volksparkstadion eine öffentliche Trauerfeier für ihn statt. Es ist angedacht, das Fußballstadion in Uwe-Seeler-Stadion umzubenennen.

3. Jan Fedder

Jan Fedder in "Großstadtrevier" 2019, © Thorsten Jander
Jan Fedder in "Großstadtrevier" 2019, © Thorsten Jander

Den berühmten Volksschauspieler kennen bestimmt viele aus "Großstadtrevier" oder als Kurt Brakelmann aus "Neues aus Büttenwarder". Seit Ende der 70er Jahre war er als Synchronsprecher, Schauspieler und Sänger tätig und sehr erfolgreich!

Er wuchs als waschechter Hamburger auf St. Pauli auf und verbrachte sein ganzes Leben in Hamburg. Als er 2019 verstarb, fand seine Trauerfeier im bekannten Michel statt und im Anschluss an die Feier gab es einen Trauerkonvoi über St. Pauli.

Ihm zu Ehren wurde die Promenade am Hafen "Jan-Fedder-Promenade" benannt und an der Hamburger Kultkneipe "Zur Ritze" befindet sich eine Gedenktafel.

4. Hans Albers

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Hans Philipp August Albers wurde 1891 in Hamburg St. Georg geboren. Der Schauspieler und Sänger wurde als "blonder Hans" zum Volksidol. Obwohl er 1960 in Bayern verstarb, wurde er auf dem Ohlsdorfer Friedhof beigesetzt.

Nach dem schwierigen Start ins Schauspielerleben, mehreren Stationen an unterschiedlichen Orten in Deutschland und einer schweren Kriegsverletzung konnte er nach dem Ende des zweiten Weltkriegs seine Karriere fortsetzen. Zusammen mit Heinz Rühmann glänzte er in dem erfolgreichen Streifen "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins".

Auf dem nach ihm benannten Hans-Albers-Platz auf der Reeperbahn befindet sich eine Statue des "blonden Hans" und auf dem Ohlsdorfer Friedhof kann man seine Grabstätte besuchen.

5. Zitronenjette

Statue der Zitronenjette in Hamburg, © Lisa Schwarz / pixelio.de
Statue der Zitronenjette in Hamburg, © Lisa Schwarz / pixelio.de

Henriette Johanne Marie Müller, in der Hansestadt besser bekannt als Zitronenjette, ist ein Hamburger Original – auch wenn sie 1841 in Dessau geboren wurde. Durch Unehelichkeit, Armut und Behinderung stand die Zitronenjette am Rande der Gesellschaft und gelangte nicht durch Erfolg, sondern durch ihr tristes Außenseiterdasein zu trauriger Berühmtheit.

Täglich bot Henriette in der ganzen Stadt ihre Zitronen zum Verkauf an. Abends klapperte sie mit ihrem Korb die Kneipen auf St. Pauli ab. Die jungen Männer machten sich einen Spaß daraus, sie betrunken zu machen. Jette wurde alkoholabhängig und dadurch zum Gespött der Leute.

Zum Gedenken an die Zitronenjette erinnert unweit des Hamburger Michels eine unauffällige Statue an sie. Auf dem Ohlsdorfer Friedhof im Garten der Frauen liegt zu ihrer Erinnerung ein Gedenkstein, den sie sich mit der Vogeljette (einer Witwe, die mit Spatzen sprach) teilt.

6. Klaus Störtebeker

Störtebeker-Denkmal in der HafenCity, © Bernd Sterzl / pixelio.de
Störtebeker-Denkmal in der HafenCity, © Bernd Sterzl / pixelio.de

Um Klaus Störtebeker, auch Klaas Störtebecker, Claas Störtebeker oder Nikolaus Storzenbecher, ranken sich viele Mythen, die bis heute nicht historisch belegt werden konnten. Dennoch ist der meistgefürchtete Seeräuber in der Nordsee und Ostsee eng mit der Stadt Hamburg verbunden.

Das hängt mit folgender Legende zusammen: Nachdem sein Piratenschiff im April 1401 bei Helgoland aufgespürt worden war, wurde er zusammen mit seinen Genossen zum Tode durch Enthauptung verurteilt. Die Legende: Er soll nach der Enthauptung ohne Kopf an elf seiner Männer vorbeigelaufen sein, denen dadurch das gleiche Schicksal erspart werden sollte (sie wurden dennoch hingerichtet).

In der HafenCity, in Nähe seines Sterbeortes, auf dem ehemaligen Hinrichtungsplatz auf dem Grasbrook, befindet sich heute das Störtebeker-Denkmal. Es ist übrigens das einzige Denkmal in Hamburg, das einem Verbrecher gewidmet ist.

7. Wasserträger Hans Hummel

Bunt gestaltete Figur des Wasserträgers Hummel, © Bernd Sterzl / pixelio.de
Bunt gestaltete Figur des Wasserträgers Hummel, © Bernd Sterzl / pixelio.de

Hans Hummel, der mit bürgerlichem Namen Johann Wilhelm Bentz hieß, lebte von 1787 bis zu seinem Tod 1854 in Hamburg und war als Wasserträger in der Hamburger Neustadt tätig. Er gilt als eines der bekanntesten Hamburger Originale.

Auf ihn geht das Hamburger Sprichwort "Hummel, Hummel – Mors, Mors" zurück. Der übellaunige Bentz wurde laut Überlieferungen von Kindern geärgert, die ihn mit seinem Spottnamen "Hummel, Hummel" riefen. Seine Antwort darauf "Mors, Mors" bedeutet soviel wie "Ihr könnt mich mal“.

Den Hummel, üblicherweise mit dunklen Tracht und Zylinderhut sowie Tragejoch mit zwei Wassereimern auf der Schulter, kann man an mehreren Stellen in Hamburg entdecken: Auf einem Platz am Rademachergang steht ein Brunnendenkmal des Wasserträgers – gegenüber befindet eine Kinderskulptur, die dem Brunnen das Hinterteil zustreckt. Ein weiterer Gedenk-Brunnen ist auf dem Gelände des Krankenhauses in Barmbek zu entdecken.

Im Rahmen einer befristeten Aktion wurden 2003 in der Hamburger Innenstadt über einhundert bunt gestaltete Figuren des Wasserträgers aufgestellt, die anschließend versteigert wurden. Einige sind noch im öffentlichen Raum in Hamburg zu entdecken!

8. Heidi Kabel

Heidi Kabel 1979, © Karl Staedele
Heidi Kabel 1979, © Karl Staedele

Die deutsche Volksschauspielerin und Sängerin ist in Hamburg geboren und gestorben. Sie hat in unzähligen Theaterinszenierungen, vor allem des Ohnsorg-Theaters, mitgespielt und ebenso in vielen Kino- und Fernsehproduktionen.

Neben der beeindruckenden Liste an Rollen, die sie spielte, hat sie sich auch sozial engagiert und so beispielsweise Obdachlosenprojekte in Hamburg und ein Kinderheim auf St. Pauli unterstützt.

Als sie im Alter von 95 Jahren verstarb, wurde ihre Trauerfeier sogar im NDR übertragen. 2011, ein Jahr nach ihrem Tod, erfolgte die Aufstellung einer lebensgroßen Bronzefigur auf dem Hachmannplatz in der Nähe des Hauptbahnhofes. Gleichzeitig wurde ein Teil des Platzes – vor der neuen Spielstätte des Ohnsorg-Theaters – in Heidi-Kabel-Platz umbenannt.

9. Udo Lindenberg

Udo Lindenberg vor der Panik City, © Tine Acke
Udo Lindenberg vor der Panik City, © Tine Acke

Auch wenn der Rockmusiker, Schriftsteller und Maler kein gebürtiger Hamburger ist, hat er mit seiner besonderen Persönlichkeit Kultstatus in der Hansestadt erreicht. Geboren und aufgewachsen in Gronau (Westfalen) begann er zunächst eine Karriere als Schlagzeuger, konzentrierte sich dann aber schnell auf Gesang und das Schreiben eigener Musiktitel.

Uda Lindenberg hat wesentlich dazu beigetragen, dass die deutschsprachige Rockmusik populär wurde. Neben seiner musikalischen Karriere widmete sich Lindenberg in den 1980er Jahren dem Thema innerdeutsche Beziehungen.

Seit 1968 lebt der Musiker und Maler hauptsächlich in Hamburg – seit knapp 30 Jahren als Dauergast im Hotel Atlantic an der Alster. Die Dauerausstellung "Panik City" am Spielbudenplatz nahe der Reeperbahn präsentiert eine interaktive Ausstellung über Lindenbergs Leben.

Seit Juli 2016 ist Udo Lindenberg Ehrenbürger seiner Geburtsstadt in Westfalen und seit September 2022 ist ihm die Ehrenbürgerwürde auch in Hamburg zuteil.

10. Harry Rowohlt

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Der deutsche Schriftsteller, Hörbuchsprecher, Kolumnist, Übersetzer, Rezitator und Schauspieler Harry Rowohlt wurde 1945 in Hamburg geboren. Seine letzten Lebensjahre lebte er mit seiner Ehefrau in Eppendorf, wo er im Alter von 70 Jahren verstarb.

Rowohlts Vater war der bekannte Verleger Ernst Rowohlt, von dem Harry 49 % des Verlags erbte – aber nicht in das Verlagsgeschäft einstieg. Er machte sich stattdessen einen Namen als freiberuflicher Übersetzer von Kinderbüchern, als Autor der Kolumne Pooh's Corner in der Wochenzeitung Die Zeit sowie als Darsteller des Obdachlosen Harry in der Fernsehserie Lindenstraße.

Bei seinen Lesungen, die er selber als "Schausaufen mit Betonung" titulierte, standen weniger die gelesenen Texte, sondern eher seine Kommentare und abschweifenden Bemerkungen im Vordergrund.

Harry Rowohlt wurde auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg beigesetzt. Auf seinem Grabstein – einem Findling – ist sein Autogramm eingemeißelt.

Ihr interessiert euch für Prominente in Hamburg, denen ihr noch lebend auf den Straßen der Hansestadt begegnen könnt? Dann schaut doch mal hier:

Textquelle: wikipedia.de
Bildquelle: pixelio.de

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