Reeperbahn – Die "geile Meile" im Stadtteil St. Pauli

"Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" lautet der Beginn eines Liedes von Hans Albers, das die sündigen Vergnügungen auf der Amüsiermeile beschreibt. Überall auf der Welt ist die "Reeperbahn" im Hamburger Stadtteil St. Pauli bekannt. Doch die "Schmuddelviertel-Zeiten" sind schon lange Geschichte.

Reeperbahn, © iStock.com/Jan-Otto
Reeperbahn, © iStock.com/Jan-Otto

Inzwischen ist die Reeperbahn die bekannteste Ausgehstraße der Stadt: Auf dem Kiez wird so manche Nacht durchtanzt und durchzecht. Hamburger und Partygäste aus aller Welt treffen hier aufeinander um das Nachtleben in vollen Zügen zu genießen. Unterschiedlichste Menschen feiern miteinander auf St. Pauli. Der Stadtteil ist ohne Zweifel Hamburgs wildester Straßenzug.

Die Reeperbahn in Hamburg hat auch einen interessanten geschichtlichen Hintergrund: Zwischen der Stadt Hamburg und Altona gelegen, siedelten sich vor allem Ausgestoßene und Unerwünschte Berufsgruppen wie Prostituierte und Gastwirte auf dem Hamburger Berg an.

Die Gebiete außerhalb der Wallanlagen, die zum Schutz der Innenstadt Hamburgs im Krieg 1618 gebaut wurden, waren ein Sammelbecken für die unterschiedlichsten Menschen. Sogenannte "Reepschläger" stellten dort wo sich heute das Partyvolk tummelt Reepe und Seile, die vor allem auf Schiffen Verwendung fanden, her. Im 17. Jahrhundert begann sich Hamburgs Reeperbahn zum Ausgeh- und Vergnügungsviertel zu wandeln.

Geboten wird heute auf dem Kiez ein buntes Programm. Der Hamburger Hafen ist das "Tor zur Welt", die Reeperbahn das Tor zum Nachtleben: Ob Musical-Highlights, unzählige Bars, Clubs, Kneipen und Restaurants, das Wachsfiguren-Kabinett "Panoptikum", die Davidwache oder der legendäre Boxclub "Zur Ritze" – es gibt viel zu entdecken und zu erleben. Hamburg gilt nicht umsonst als eine der vielfältigsten Städte Deutschlands

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Das Theater ist ein weiterer wichtiger Bestandteil der Reeperbahn: Schmidts Tivoli und das von Corny Littmann gegründete Schmidts Theater auf dem Spielbudenplatz etwa ist ein weiteres Highlight in Hamburg. Im St. Pauli Theater kann man Lesungen und Aufführungen beiwohnen.

Auch legendäre Kneipen wie "Der Goldene Handschuh" auf dem Hamburger Berg oder dem Hans-Albers-Platz sind rund um die Reeperbahn finden. Sankt Pauli ist das Ausgehviertel schlechthin - auch bekannte Größen wie Udo Lindenberg haben sich dort herumgetrieben und unter die Leute gemischt.

Ich war noch niemals in New York – dafür aber auf Pauli

Mittlerweile ist die Straße in St. Pauli auch zur Touristenattraktion geworden: Besonders die Leuchtreklamen der Clubs in der Großen Freiheit sind weltbekannt. Sie zieren zahlreiche Postkarten und laden Hamburger und Touristen zum Feiern ein. Auf der Großen Freiheit lockt vor allem der Kiez-Club "Olivia Jones Bar" Feiernde aus allen Himmelsrichtungen an. Die sündige Meile auf St. Pauli ist bekannt für ihre Exzesse.

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Der Kiez hatte auch für die Beatles eine große Bedeutung: Ein paar Ecken weiter erinnert heute der Beatles-Platz an die Weltkarriere der Band aus Liverpool, die im Hamburger Star-Club 1962 ihren Anfang nahm. John Lennon drückte seine Verbindung zur Reeperbahn und St. Pauli in dem berühmten Zitat aus: "I might have been born in Liverpool – but I grew up in Hamburg". Seitdem waren die zahlreichen Musikclubs in Hamburgs Ausgehviertel der Ausgangspunkt für viele Weltkarrieren.

Seit 2006 findet jeden Herbst das Reeperbahn-Festival in den zahlreichen Konzertclubs rund um die Straße statt und auf dem Spielbudenplatz laden zahlreiche große und kleine Events, Märkte und Straßenfeste zum Verweilen ein. Das Reeperbahn-Festival versteht sich als Bühne einer progressiven Musikszene, die auch in Hamburg eine Heimat hat.

Ein Architektur-Highlight der Straße sind die "Tanzenden Türme" des Architektenbüros BRT – Bothe, Richter, Teherani, gleich am Anfang der Reeperbahn gelegen. Ganz oben, in der 23. und 24. Etage befindet sich das "Clouds", Hamburgs höchstes Restaurant und Bar mit eigener Dachterrasse. Ganz unten im Erdgeschoss wurde der legendäre Mojo Club, in dem regelmäßig Live-Musik gespielt wird, wiedereröffnet.

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Auch bekannt waren die Esso-Häuser, die bis Juli 2014 auf der Reeperbahn 110 Wohnungen beinhalteten. Heute liegt das Gelände brach, gegen den Abriss des Plattenbaus gab es von den Bewohnern Hamburgs zahlreiche Demos.

Ein weitererer Schwerpunkt der Hamburger Reeperbahn ist nach wie vor das Rotlichtviertel. Zahlreiche Sex-Shops, die Bordellstraße Herbertstraße sowie Strip- und Table-Dance-Lokale wie z. B. das berühmte Dollhouse prägen das andere Gesicht des Hamburger Kiez. Früher gab es rund um die Davidstraße zahlreiche "Sex-Theater", die heute alle geschlossen haben.

Die Anfahrt erfolgt am besten per S-Bahn. Die Station "Reeperbahn" befindet sich direkt auf der sündigsten Meile Deutschlands – von dort kann die Party starten. Für alle, die direkt auf der Partymeile nächtigen wollen, gibt es auch zahlreiche Hotels wie das Prizeotel oder das Pyjama Park Hostel. Eine ruhige Nacht kann man dort allerdings nicht erwarten.

Weitere Infos zur Geschichte der Reeperbahn in Hamburg gibt es unter wikipedia.org/wiki/Reeperbahn.

Ortsinformationen

Reeperbahn
Reeperbahn
20359 Hamburg - St. Pauli
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