Food-Start-ups in Hamburg: Ernährung neu gedacht

Köstlichkeiten kredenzen nicht nur die unzähligen Restaurants Hamburgs – manchmal verwandeln sich die Leckereien aus der heimischen Küche sogar in ein Geschäftsmodell. Hamburg gilt als gutes Pflaster für frische kulinarische Ideen. 

Gemeinsam Kochen, © iStock.com/bernardbodo
Gemeinsam Kochen, © iStock.com/bernardbodo

Das zeigt sich zum Beispiel bei einigen Restaurants, die vom Guide Michelin einen oder mehrere Sterne bekamen. Darunter befinden sich so illustre Namen wie The Table von Kevin Fehling, das Haerlin im Hotel Vier Jahreszeiten mit Küchenchef Christoph Rüffer oder das Bianc von Matteo Ferrantino. Doch in Hamburg braucht man keine Sterne, um sich beim Essen wie im siebten Himmel zu fühlen. Manchmal genügen auch die einfachen Genüsse, beispielsweise ein gutes Fischbrötchen oder ein leckeres Franzbrötchen.

Gutes Essen ist also in jeder Preisklasse möglich – manchmal sogar mit Auszeichnung. Eigentlich spielen solche Ehrungen für Hamburger keine Rolle, aber beim Essen machen wir gerne mal eine Ausnahme. Räumen wir mit dem Klischee auf, dass hier nur Labskaus und Rollmops auf den Tisch kommen. In der gesamten Stadt arbeiten kreative Köchinnen und Köche, die in kleinen Küchen köstliche Gerichte auf den Teller zaubern.

Vorzügliche vegane und vegetarische Speisen gibt es zum Beispiel in dem kleinen Lily of the Valley in Ottensen. Die Speisekarte fällt klein aus, dafür wechselt sie täglich. Zur Mittagszeit bildet sich eine lange Schlange, denn es hat sich im Viertel längst herumgesprochen, dass hier außergewöhnliche Geschmackskompositionen auf den Gaumen warten. Ein paar Ecken weiter befindet sich Klappe, ein Minirestaurant ohne eigenen Gastraum. Das köstliche Essen wird aus dem Fenster gereicht und dann vor allem von Stammkunden am Stehtisch, im Büro oder Zuhause gegessen. Im Lehmweg liegt wiederum das Ændrè (Aendre). Das kleine Lokal nennt sich "Conscious Café" ­– aus gutem Grund: Die Betreiberin geht bewusst mit Nahrungsmitteln und Ressourcen um und kreiert Gerichte und Desserts zum Niederknien.

Ach ja, man könnte sich den ganzen Tag durch die Restaurants der Stadt schlemmen. Doch wer nur dort auf kulinarische Entdeckungsreise geht, verpasst etwas. Denn in vielen Hamburgern schlummert ein Kochtalent, ohne dass sie über eine entsprechende Ausbildung verfügen. In ihren Privatküchen kochen sie Suppen oder Soßen, kreieren Säfte und Süßspeisen oder brauen eigene Biere. Manchmal wird sogar mehr daraus als nur ein Hobby, mit dem man lediglich Freunde und Verwandte beglückt. Wenn es so lecker schmeckt, dass man immer wieder nach dem Geheimrezept gefragt wird, ist es vielleicht an der Zeit, sich mit dem Produkt selbstständig zu machen.

Start-ups nennt man die Unternehmen, die aus einer innovativen Idee ein Geschäftsmodell mit Wachstumspotenzial entwickeln – und das funktioniert natürlich auch im Food-Bereich. Mit viel Liebe und Herzblut versuchen die Macher dann, die Eigenentwicklung in den Einzelhandel zu bringen. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg. Sie müssen erst mal eine Produktionsstätte finden, da die eigene Küche normalerweise nicht für die kommerzielle Produktion von Nahrungsmitteln taugt. Außerdem müssen rechtliche und steuerliche Dinge erledigt werden, damit die Kreationen überhaupt in den Verkauf dürfen. Die Anmeldung eines Gewerbes bildet da nur den Anfang. Wer Lebensmittel verkaufen möchte, ist von einer Vielzahl von Regulierungen und Prüfungen betroffen, zum Beispiel in puncto Hygiene, Qualitätsanforderung, Konservierung oder Verpackung. Eine wichtige Anlaufstelle bildet hier das Gesundheitsamt.  

Eines ist schnell klar: Nur weil man leckere Speisen und Getränke erfindet, weiß man nicht automatisch, welche Schritte man für die kulinarische Existenzgründung gehen muss. Aber Christin Siegemund weiß, wie es geht – und hat für kreative Gründer in der Hafencity das foodlab eröffnet. Im Prinzip handelt es sich um einen Coworking-Space, also einen Gemeinschaftsarbeitsplatz – mit dem Unterschied, dass dieser optimal auf die Bedürfnisse von Food-Entwicklern zugeschnitten ist. In dem großzügigen Objekt können sie in einer Testküche kochen, an Rezeptideen tüfteln und sich bei der Organisation des neuen Betriebs helfen lassen. Auch Gäste sind willkommen, die sich im Restaurant von der Qualität einiger Ergebnisse überzeugen können.

Natürlich können sich Hobbyköche die ganze Mühe auch sparen und weiterhin nur für die Lieben daheim kochen – und sich dafür feiern lassen. Oder sie freuen sich einfach darüber, dass in der Stadt so viele kreative Köpfe köcheln, die – zumindest kulinarisch – das Leben verschönern. Um ein wenig den Appetit anzuregen, haben wir eine Auswahl an spannenden und vor allem leckeren Produkten zusammengestellt.

Die besten Links zu neuen kulinarischen Ideen

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