Hamburg im Herbst: Spaß bei Schietwetter!

Der Herbst ist da – und das in voller Pracht. Die Natur sieht nicht nur wunderschön aus, es kommt auch die beste Zeit für Spaziergänge mit der Chance, auf praktische und leckere Fundstücke. 

Herbst, © iStock.com/Massonstock
Herbst, © iStock.com/Massonstock

Manche Menschen mögen es nicht, wenn Ende des Jahres die Tage kürzer werden und das Wetter Kapriolen schlägt. Doch es gibt keinen Grund für den Herbstblues, schließlich handelt es sich um eine wunderbare Jahreszeit. In Hamburg existieren unzählige Möglichkeiten, drinnen wie draußen eine gute Zeit zu verbringen. Und damit meinen wir nicht nur, aus Kastanien kleine Figuren zu basteln. Nein, der Herbst bietet die Zeit, endlich mal die Dinge in Angriff zu nehmen, die im Sommer gerne mal aufgeschoben werden.

Wenn die Blätter von den Bäumen fallen und einen farbenprächtigen Straßenbelag bilden. Wenn sich Hamburg direkt vor den Augen in eine fast märchenhafte Kulisse für neue Abenteuer verändert. Wenn Menschen bei Spaziergängen an Elbe und Alster mit einem heißen Getränk in der Hand die Landschaft genießen und die Uhr langsamer tickt.  

Eines muss klar sein: Der Herbst ist nicht automatisch die Jahreszeit für Mistwetter. Und falls doch, wurde jedem Hamburger für diesem Fall ein passender Spruch quasi in die Wiege gelegt: "Es gibt in Hamburg kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung." In Hamburg regnet es von der Menge her nicht mehr als anderswo, sondern eben nur häufiger. Wir kennen wahrscheinlich mehr Begriffe für Regen als die Eskimos für Schnee.

Wenn es für Quittjes in Strömen gießt, heißt es zwischen Rissen und Jenfeld, dass es ein bisschen pieschert. Nieseln ist für uns wiederum nur feuchte Luft, wofür wir keinen Schirm benötigen, sondern höchstens mit einer lässigen Handbewegung die Haare richten. Es mag stimmen, dass bei uns der Herbst fast nahtlos in den Frühling übergeht, während sich der Winter zwischendurch höchstens ein paar Tage zeigt – wenn überhaupt. Die Hamburger können mit dieser Situation umgehen. 

Wasser marsch und Kastanienmännchen

Natürlich ist es angenehmer, wenn draußen Trockenheit herrscht. Aber Schietwetter gehört nun mal von Oktober bis Mai immer wieder zur Stadt. Aus diesem Grund rennen die Hamburger schon in die Straßencafés oder Parks, sobald nur ein paar Sekunden die Sonne erscheint. Und falls es dann plötzlich doch ein bisschen nass wird – warum sollte man das Wasser nicht nutzen? Das gelingt hervorragend im Wilhelmsburger Inselpark. Dort befindet sich der Wasserpark "Windlichter", auf dem die Parole "Wasser marsch" lautet.

An verschiedenen Stationen lassen sich mit Pumpen Becken füllen, aus denen das Wasser über verzweigte Kanäle zu Stauanlagen gelenkt wird. So bekommen Besucher nicht nur ein Verständnis für die Macht der Natur, sondern haben auch viel Spaß beim Ausprobieren. Regen hilft dabei, die Wasserstraßen noch einen Tick schneller zu füllen. 

Oder wie wäre es mit einer kleinen Wanderung durch die vielen Parks, Gärten und Gehölze der Stadt? Auch das kann Spaß bereiten. Zwischen September und November freuen sich besonders die Kastaniensammler. Die lassen sich übrigens nicht nur in Verbindung mit Zahnstochern in bauchige Figuren verwandeln. Auch Waschmittel lässt sich aus den Rosskastanien hervorragend selbst herstellen.

Auch wenn in Hamburg noch mehr als 6.000 Kastanienbäume entlang vieler Straßen stehen, werden es von Jahr zu Jahr weniger. Schuld daran sind mehrere Gründe: Die Trockenheit, Motten und eine durch Bakterien verursachte Krankheit macht den Bäumen zu schaffen, in den vergangenen Jahren mussten Hunderte Bäume gefällt werden. Aber zum Glück existieren noch gute Plätze zum Sammeln, zum Beispiel im Hirschpark an der Elbe. Mit der "Kastanien-App" für Android-Smartphones oder iPhones finden Sammler gute Jagdgründe im gesamten Stadtgebiet.

Leckeres aus dem Wald

Über den Herbstbeginn freuen sich auch Pilzsammler. In Hamburgs Wäldern sprießen Pfifferlinge, Steinpilze oder Champignons aus dem Boden – sie warten nur darauf, zu köstlichen Speisen verarbeitet zu werden. Natürlich verrät niemand seine besten Fundstellen, aber einen kleinen Tipp haben wir dennoch: Gute Chancen auf fette Beute gibt es im Niendorfer Gehege, im Sachsenwald und auch in den Harburger Bergen. Damit Anfänger nicht versehentlich einen giftigen Pilz mitnehmen, hilft ein Pilzseminar. Die Pilzschule bietet entsprechende Kurse und Exkursionen in Harburg an.

Apropos Gaumenfreuden: Vom Kürbisgericht über Rindsrouladen bis hin zum warmen Apfelstrudel – im Herbst darf es endlich mal wieder deftig auf dem Teller zugehen. Schließlich muss man sich ein bisschen Kraft für die kalten Tage auf die Rippen futtern, da darf die Bikinifigur ruhig mal eine Pause einlegen. Falls man nicht selber kochen will, kann man sich die gutbürgerliche Hausmannskost im Restaurant einverleiben. Unser Tipp: die vielen Hofläden mit angeschlossenen Restaurants in und um Hamburg.

Wer eh schon unterwegs ist, kann das auch gleich mit einem Ausflug außerhalb der Stadt verbinden. Gerade im Herbst bieten sich Spaziergänge in der Lüneburger Heide, im Wildpark Schwarze Berge, in Klövensteen oder auf der südlichen Elbseite im Alten Land an. Falls es doch nur ein Nachmittag in der Nähe sein soll, bereitet ein Rundgang durch den Schulungsgarten der Gärtnereien im Volkspark Altona Freude.

Wir haben noch weitere Tipps zusammengestellt: Es geht nach draußen in Parks, Rätsel müssen gelöst werden – und es steht Tee mit passendem Gebäck parat. Dann gibt es noch ein paar Kurse und ganz viel Unterhaltung. So avanciert der Herbst schnell zur neuen Lieblingsjahreszeit.

Die besten Hamburg-Tipps für schlechtes Wetter

Weitere Empfehlungen