Die Cap San Diego nimmt sich 2026 eine Werftzeit!
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Hamburgs maritimes Wahrzeichen steuert zur Klassenerneuerung nach Bremerhaven. Vom 9. bis 30. März 2026 wird die Cap San Diego bei BREDO DRY DOCKS umfassend überholt – damit sie das größte seetüchtige zivile Museumsmotorschiff der Welt bleibt.
Was passiert bei der Klassenerneuerung?
Alle fünf Jahre muss die Cap San Diego zur sicherheitstechnischen Überprüfung in die Werft. Diese Klassenerneuerung ist Voraussetzung für die volle Fahrtüchtigkeit. Rund 200 einzelne Werftpunkte stehen auf der Liste – von der Propellerwelle bis zum Unterwasserschiff. Die ehrenamtliche Besatzung und die Werftmannschaft arbeiten drei Wochen lang Hand in Hand.
Welche Arbeiten stehen im Fokus?
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Ballastwasser- und Vorratstanks. Die Stahlteile werden durch Sandstrahlen entrostet und neu konserviert. Dafür schneidet die Werft mehrere Montageöffnungen in die Außenhaut. Außerdem wird die hintere Dichtung der Propellerwelle erneuert – der Propeller muss dafür komplett demontiert werden.
Was wird noch gemacht?
Die Werftliste umfasst zahlreiche Erhaltungsmaßnahmen:
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Reinigung und Neuanstrich des Unterwasserschiffes und der Außenhaut
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Austausch von Stahlflächen und Dickenmessung des Schiffsstahls
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Reinigung und Konservierung von Tanks, Bilgen und Doppelbodentank 2
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Überarbeitung des Ladegeschirrs, der Anker, Ankerketten und Ankerwinde
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Prüfung der Rettungsboote und Gangways
Diese Arbeiten sichern den technischen Standard und die Seetüchtigkeit des historischen Frachters.
Warum ist die Finanzierung unsicher?
Eigentlich wären nahezu 400 Maßnahmenpunkte notwendig für den langfristigen Erhalt. Doch wegen ausstehender Förderzusagen des Bundes musste die Liste stark gekürzt werden. Viele dringend erforderliche Arbeiten konnten aus Kostengründen nicht eingeplant werden. Die Kosten belaufen sich auf eine siebenstellige Summe – normalerweise hälftig getragen von der Stiftung Hamburger Admiralität und dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes.
Wie hilft Hamburg?
Die Hamburger Bürgerschaft hat schnell reagiert: SPD und Bündnis 90/Die Grünen haben eine Förderung von 250.000 Euro zugesagt. Das ist ein wichtiger Beitrag, doch die Crew hofft weiterhin auf ergänzende Bundesmittel. Ohne diese Unterstützung wird es schwierig, das maritime Denkmal dauerhaft instand zu halten. Die Unsicherheit erschwert die Planung erheblich.
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Wie finanziert sich das Schiff selbst?
Statt nur zu hoffen, handelt die Besatzung: Mit der "Cap San Du"-Kollektion bietet sie personalisierte Kleidung mit maritimem Statement an. Außerdem gibt es die "Cap San Edition" – drei hochwertige Spirituosen, die an Bord reifen. Alle Produkte sind im Online-Shop unter shop.capsandiego.de erhältlich.
Außerdem werden Hotel-Übernachten angeboten, die auch als Gutscheine verschenkt werden können und ebenso Fahrtengutscheine. Für regelmäßig stattfindete Fahrten wie z.B. bei der Einlauf- und Auslaufparade zum Hamburger Hafengeburtstag. Diese kreativen Aktionen, Gutscheine, Spenden und Eigenmittel helfen, die Werftzeit zu finanzieren.
Was macht die Cap San Diego besonders?
Die 1961 gebaute Cap San Diego liegt seit 1988 an der Überseebrücke und ist weit über Hamburg hinaus bekannt. Sie ist das letzte erhaltene Schiff einer Serie von sechs schnellen Stückgutfrachtern für Hamburg Süd. In diesem Jahr jährt sich die Kiellegung zum 65. Mal – nach nur sechs Monaten Bauzeit lief sie bei der Deutschen Werft in Finkenwerder vom Stapel.
Wer betreibt das Museumsschiff?
Eigentümerin ist die Stiftung Hamburger Admiralität, deren Hauptaufgabe der Erhalt des maritimen Denkmals ist. Betrieben wird die Cap San Diego von der gemeinnützigen Cap San Diego Betriebsgesellschaft mbH mit einer festen Crew und rund 45 ehrenamtlichen Seeleuten. Fahrten auf der Elbe, nach Cuxhaven, Kiel und Bremerhaven sowie die Teilnahme am Hafengeburtstag gehören zu den jährlichen Höhepunkten.
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