So werden Garten und Balkon zum Vogelparadies

Vögel haben es zunehmend schwer ungestörte Brutplätze und genügend Nahrung zu finden, da ihr Lebensraum schwindet. Umso wichtiger ist es, Garten oder auf dem Balkon in ein Zuhause für Vögel zu verwandeln. Wie das funktioniert, zeigt der NABU Hamburg. 

Balkonvielfalt, © NABU /Melanie Konrad
Balkonvielfalt, © NABU /Melanie Konrad

Jeder kann seinen Garten oder Balkon in ein grünes Paradies für Vögel verwandeln und ihnen damit helfen. "Die intensive Landwirtschaft versetzt unsere heimischen Vögel in eine zunehmende Notlage. Sie finden immer weniger Nahrung und kaum Platz für ihre Brut. Daher weichen sie immer mehr auf den Siedlungsraum aus und kommen zu uns in die Gärten. Wer sie dort mit einem Nistkasten oder passenden Pflanzen empfängt, wird zum Vogelschützer", sagt Marco Sommerfeld, Referent für Vogelschutz beim NABU Hamburg.

Wer Vögeln zum Beispiel eine natürliche Snackbar bieten will, der sollte einheimische Gehölze pflanzen, wie Weißdorn, Vogelbeere, Wilder Wein, Birnbaum, Kornelkirsche, Schwarzer Holunder, Schlehe oder heimische Rosen. Ihre Samen und Früchte dienen Vögeln als Futterquelle. Auch samentragende Stauden, wie Karden und Mädesüß sind wichtige Nahrungsspender. Sie gedeihen auch gut in Pflanzgefäßen auf dem Balkon

"Da auch Insekten auf dem Speiseplan stehen, sollten Hobbygärtner sie ebenfalls fördern und keinesfalls mit Pestiziden bekämpfen", so Sommerfeld. "Die Vögel übernehmen diesen Job gern."

Ein Tipp für den Herbst: Lassen Sie heruntergefallenen Blätter ruhig liegen. Im Laubstreu befinden sich viele Insekten, die gern von Amseln oder Rotkehlchen aufgelesen werden. Bei fruchtragenden Bäumen können Sie das Obst auch liegen und nicht gefallene Früchte am Baum hängen lassen. Sie sind wichtige Nahrung für Vögel im Winter und die ersten fliegenden Insekten im Frühjahr.

Wer gern dauerhafter Gastgeber für Vögel sein möchte, der kann Vögeln im Garten einen Brutplatz schaffen. Der Optimalfall sind natürliche Nistgelegenheiten wie eine Fassadenbegrünung, immergrüne Gehölze und hohle Bäume. Besonders wertvoll sind Hecken: Sie bieten nicht nur Brutmöglichkeiten, sondern mit ihren Früchten auch Nahrung. Außerdem sind ihre Dornen und Stacheln ein natürlicher Schutz vor Fressfeinden. Am besten eignen sich dabei heimische Arten wie Weißdorn.

In Zeiten fehlender natürlicher Brutmöglichkeiten sind viele Tiere aber auf künstliche Nisthilfen angewiesen. Auch hier gibt es einiges zu beachten: Welcher Vogel benötigt welchen Nistkasten, welcher Vogel brütet lieber allein und welcher braucht Gesellschaft? Hier sollte man sich vorher schlau machen – im Internet unter www.NABU-Hamburg.de/gartentipps .

Im Sommer hilft man seinen gefiederten Gästen, indem man eine Vogeltränke aufstellt, denn wo viel gesungen wird, muss auch die Kehle befeuchtet werden. Nebenbei dient das Wasser auch der Körperhygiene und als erfrischendes Nass bei heißen Temperaturen. Wer den Vögeln dieses Wellnesspaket bieten möchte, füllt einfach eine flache Schüssel mit Wasser und bringt sie gut ansteuerbar im Garten oder auf dem Balkon unter. Wichtig: Das Gefäß sollte etwas erhöht stehen, damit Katzen hier nicht leichte Beute haben, und es sollte regelmäßig gereinigt werden, um zu vermeiden, dass sich Infektionen ausbreiten können.

Quelle: Nabu Hamburg

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