Interview mit Miniatur Wunderland-Gründer Gerrit Braun
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Für das Miniatur Wunderland ist die Taufe des ICE "Knuffingen" ein besonderer Meilenstein. Im Interview erzählt der Gründer Gerrit Braun, wie der Name entstand, warum es in Knuffingen keine Zugverspätungen gibt und welche Vision er für die Mobilität der Zukunft hat.
Hamburg-magazin.de: Was ist das für ein Gefühl, einen "eigenen" ICE zu haben?
Gerrit Braun: Das Gefühl, einen eigenen ICE zu haben, ist für mich ein echter „Kneif-mich-mal“-Moment. Als wir vor 25 Jahren die Idee hatten, das Miniatur Wunderland zu bauen und unsere erste Stadt „Knuffingen“ zu nennen, hätte ich nie gedacht, wohin uns das einmal führen würde.
Der Name "Knuffingen" entstand, weil meine Frau den Spitznamen "Knuff" hat. Während der Bauphase musste sie rund acht Monate auf mich verzichten, weil ich mich komplett auf die Technik und den Aufbau konzentriert habe. Als damals niemand einen Namensvorschlag für die Stadt hatte, habe ich "Knuffingen" vorgeschlagen – und der Name wurde angenommen.
Hätte mir damals jemand erzählt, dass "Knuffingen" eines Tages als getaufter ICE durch Deutschland und die angrenzenden Länder fahren würde, ich hätte es nicht geglaubt.
Hamburg-magazin.de: Gibt es in Knuffingen weniger Verspätungen als im echten Bahnverkehr?
Gerrit Braun: Im Miniatur Wunderland gibt es keine Zugverspätungen. Der Grund ist ganz einfach – und vielleicht sogar ein Vorschlag an die echte Bahn: Wir fahren nach dem Prinzip des geregelten Zufalls. Wenn man den Menschen sagt: „Stell dich an den Bahnsteig, irgendwann kommt ein Zug“, dann freut man sich, wenn tatsächlich einer kommt. Man steigt ein und fährt in die gewünschte Richtung. Im Miniatur Wunderland sorgt dieser geregelte Zufall dafür, dass es keine Verspätungen geben kann.
Hamburg-magazin.de: Wenn Sie heute eine neue Fantasiestadt erfinden würden – wie würde Mobilität dort aussehen?
Gerrit Braun: Wenn ich eine Traumstadt für die reale Welt entwerfen könnte, würde Mobilität dort vollständig elektrisch funktionieren – oder noch besser: mit Muskelkraft. Nachhaltige und effiziente Fortbewegung wäre ein zentrales Element.
Hamburg-magazin.de: Das Miniatur Wunderland hat eine eigene S-Bahn und seit heute einen ICE. Was kommt als nächstes?
Gerrit Braun: Mit der heutigen ICE-Taufe haben wir außerdem eine kleine Sammlung eröffnet. Vor Kurzem haben wir bereits eine S-Bahn im Miniatur-Wunderland-Design als Jubiläumsgeschenk erhalten. Nun ist ein ICE hinzugekommen. Jetzt fehlen eigentlich nur noch Bus, Flugzeug und Fahrrad. Von mir aus kann es gerne so weitergehen.
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