Wintereinbruch in Hamburg: Schnee, Eis und extremes Winterwetter

Schnee auf den Straßen, Eis auf den Gehwegen und frostige Temperaturen an Alster und Elbe: Ein Wintereinbruch stellt Hamburg jedes Jahr vor neue Herausforderungen – und eröffnet zugleich besondere Wintermomente.

Blick auf den schneebedeckten Hamburger Hafen
Wintereinbruch an den Hamburger Landungsbrücken, © hamburg-magazin.de

Schnee und extremes Winterwetter in Hamburg

Gerade bei starkem Schneefall und kurzen Tauphasen mit anschließendem Überfrieren entsteht eine besondere Glättegefahr. Das extreme Winterwetter sorgt dann nicht nur für Verkehrsbehinderungen, sondern auch für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Winterdienst, Stadtreinigung und Behörden arbeiten auf Hochtouren, um Hamburg möglichst sicher und beweglich zu halten.

Wintereinbruch: Wer ist für das Schneeräumen zuständig?

schwarzer Schneeschieber mit Holzgriff im Schnee
Schneeschieben auf einem Gehweg, © hamburg-magazin.de

Bei Schnee und Eis gilt in Hamburg eine klare Regelung: Die Anlieger sind für die Räumung der Gehwege vor ihren Grundstücken verantwortlich – auch dann, wenn Grünstreifen, Gräben oder Stützmauern dazwischenliegen. Die Gehwege müssen werktags bis 8.30 Uhr, an Sonn- und Feiertagen bis 9.30 Uhr von Schnee und Eis befreit sein.

Die Stadtreinigung Hamburg übernimmt dagegen die Räumung großer Verkehrsstraßen und ausgewählter Radwege.

Besonders wichtig beim Wintereinbruch

Beim Schneeräumen sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:

  • Gehwege müssen mindestens einen Meter breit geräumt und gestreut werden.
  • Eckgrundstücke erfordern das Räumen bis zur Bordsteinkante der einmündenden Straße.
  • Zugänge zu Ampeln und Fußgängerüberwegen sind freizuhalten.
  • Treppen müssen vollständig geräumt werden.
  • In verkehrsberuhigten Bereichen ist auf beiden Seiten ein sicherer Fußweg zu schaffen.
  • Gullys und Straßenrinnen müssen frei bleiben, damit Schmelzwasser abfließen kann.

Tausalz bei Schnee erlaubt – aber nur vorübergehend

Aufgrund der aktuellen Wetterlage mit starkem Schneefall und extremer Glätte wurde das Verbot von klassischem Tausalz* auf Gehwegen vorübergehend aufgehoben. Bis zum 21. Januar 2026 darf Tausalz eingesetzt werden, um die Sicherheit bei extremem Winterwetter zu erhöhen. Die Stadt appelliert dennoch an alle Hamburger, Tausalz nur maßvoll zu verwenden und Rücksicht auf die Umwelt zu nehmen.

Lebensgefahr auf vereisten Gewässern

So reizvoll zugefrorene Seen und Kanäle wirken mögen: Das Betreten der Gewässer ist lebensgefährlich. Die Eisflächen sind oft nur wenige Zentimeter dick und können jederzeit brechen. Besonders Eltern sollten Kinder auf die Gefahr eines Einbruchs hinweisen – auch Hunde sind gefährdet. Ob es in diesem Jahr zu einem offiziellen Alstereisvegnügen kommen wird, ist noch ungewiss.

Vorsicht in Parks und Wäldern bei Schneebruch

unter der Schneelast zusammengebrochener Baum
Unter der Schneelast zusammengebrochener Baum, © hamburg-magazin.de

Extremes Winterwetter bringt nicht nur Schnee, sondern auch Risiken durch Schneebruch. In Wäldern und Parks besteht die Gefahr herabfallender Äste oder umstürzender Bäume. Spaziergänge unter schneebeladenen Baumkronen sollten aktuell vermieden werden, da das Betreten dieser Bereiche auf eigene Gefahr erfolgt.

Einschränkungen im Stadtleben

Die Auswirkungen des Wintereinbruchs zeigen sich auch an anderen Stellen: Aufgrund der Wetterlage bleiben die Hamburger Friedhöfe von Donnerstag, 8. Januar 2026, 18.00 Uhr, bis Montag, 12. Januar 2026, 9.00 Uhr, aus Sicherheitsgründen geschlossen. Diese Maßnahme dient dem Schutz der Besuchenden.

Schulausfall aufgrund der Wetterlage

Aufgrund der Wetterlage fällt am Freitag, 9. Januar 2026, in großen Teilen Norddeutschlands die Schule aus.

An allen Hamburger Schulen gibt es keinen Präsenzunterricht. Für Schüler von allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen in Schleswig-Holstein findet in folgenden Kreisen kein Unterricht statt: Dithmarschen, Herzogtum Lauenburg, Nordfriesland, Pinneberg, Rendsburg-Eckernförde, Schleswig-Flensburg, Stormarn, Steinburg und Segeberg. In Niedersachsen haben alle Landkreise und Städte den Unterricht abgesagt. Einige Schulen, vor allem die berufsbildenden Schulen, bieten Distanzunterricht an.

Die Schulen sind verpflichtet, eine Notbetreuung für Kinder bis Klasse 6 sicherzustellen.

Alle Schulsporthallen in Hamburg bleiben zunächst bis einschließlich Montag, 12. Januar 2026, gesperrt.

Arbeiten bei Schnee und Glätte: Homeoffice nur nach Absprache

Ein Wintereinbruch mit Schnee und extremem Winterwetter wirft für viele Berufstätige auch arbeitsrechtliche Fragen auf. Grundsätzlich gilt in Hamburg wie bundesweit das sogenannte Wegerisiko: Beschäftigte sind selbst dafür verantwortlich, pünktlich zur Arbeit zu erscheinen – auch bei Glätte, Schneefall oder Ausfällen im Nahverkehr.

Wer verspätet kommt oder gar nicht erscheint, hat für diese Zeit in der Regel keinen Anspruch auf Lohn. Ein automatisches Recht auf Homeoffice besteht ebenfalls nicht. Mobiles Arbeiten ist nur möglich, wenn es arbeitsvertraglich geregelt ist oder der Arbeitgeber ausdrücklich zustimmt. Bei extremen Wetterlagen empfehlen Gewerkschaften und Kammern jedoch pragmatische Lösungen und frühzeitige Absprachen. Muss ein Betrieb witterungsbedingt schließen, trägt der Arbeitgeber das Risiko, und der Lohn wird weitergezahlt.

Hamburg im Winter bewusst erleben

Spaziergänger im Schnee vor der untergehenden Sonne
Spaziergang im Schnee, © hamburg-magazin.de

Auch wenn ein Wintereinbruch mit Schnee und extremem Winterwetter zunächst Einschränkungen mit sich bringt, bietet Hamburg in der kalten Jahreszeit viele besondere Erlebnisse.

Rodelhänge in Hamburg

Sobald ausreichend Schnee gefallen ist, werden einige der wenigen Erhebungen der Stadt zu beliebten Rodelhängen. Vor allem im Altonaer Volkspark oder an kleineren Hügeln in den Quartieren trifft man dann Familien und Kinder mit Schlitten* – ein seltener, aber umso intensiverer Wintermoment in der ansonsten flachen Hansestadt.

Eisbahnen zum Schlittschuhlaufen

Wer lieber übers Eis gleitet, findet in Hamburg mehrere Eisbahnen zum Schlittschuhlaufen. Ob unter freiem Himmel oder in überdachten Hallen: Schlittschuhlaufen gehört für viele Hamburger fest zum Winter dazu, besonders wenn Schnee und Frost der Stadt ein fast nordisches Flair verleihen. Bei starkem Andrang und extremem Winterwetter lohnt es sich, Stoßzeiten zu meiden und auf aktuelle Hinweise der Betreiber zu achten. Hier findet ihr schöne Schlittschuhe.*

Spaziergänge im Schnee

Winterspaziergänge sind eine weitere Möglichkeit, Hamburg bewusst zu erleben. Verschneite Wege rund um die Alster, an der Elbe oder durch ruhige Wohnviertel zeigen die Stadt von einer entschleunigten Seite. Wichtig ist dabei festes Schuhwerk und besondere Vorsicht auf glatten Wegen. Parks und baumreiche Gebiete sollten bei starkem Schneefall oder Schneebruchgefahr allerdings gemieden werden.

Winterliche Indoor-Aktivitäten

Nicht jeder Tag mit extremem Winterwetter lädt nach draußen ein. Dann boomen Indoor-Angebote: Kino, Ausstellungen, Wellness oder gemütliche Cafés bieten Schutz vor Kälte und Sturm. Wie wäre es zum Beispiel mit einem gemütlichen Käsefondue? Oder knusprigen Waffeln?

So wird der Winter in Hamburg trotz Schnee, Eis und Kälte zu einer besonderen Jahreszeit: mit Bewegung an der frischen Luft, kleinen Abenteuern im Schnee und dem Gefühl, eine Stadt zu erleben, die auch bei extremem Winterwetter ihren eigenen Rhythmus behält.

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Schneefrau auf einer Bank in einem Hamburger Park
Schneefrau in einem Hamburger Park, © hamburg-magazin.de