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Deutsch-Französisches Kulturfestival arabesques

Bei dem Kulturfestival arabesques in Norddeutschland begegnen sich deutsche und französische Künstler in über 30 Veranstaltungen – von Musik, Film, Debatten über Ausstellungen, Theater und Literatur.

Ensemble arabesques, © Sonja Werner
Ensemble arabesques, © Sonja Werner
Wann? 22. Januar bis 18. Mai 2024
Wo? verschiedene Spielstätten in und um Hamburg
Karten: Direkt hier Tickets für arabesques bestellen.
Programm: Das vollständige Programm ist unter arabesques-hamburg.de zu finden.

Zum Jahresanfang zeigt sich wieder Frankreich im Norden im Rahmen des Festivals arabesques 2024. Deutsche und französische Künstler:innen begegnen sich in über 30 Veranstaltungen – von Musik, Film, Debatten über Ausstellungen, Theater, Literatur.

Mit dem Jahresthema "Cœur.Rage.Courage" gehen sie der Frage nach, was sich hinter dem Begriff der Solidarität verbirgt, entlocken der Realität Poesie und suchen Wege, gesellschaftliche Umbrüche mit dem Schutz von Natur, Menschenrechten und Friedensprozessen zu verbinden.

Cœur. Rage. Courage

Am Tag der Deutsch-Französischen Freundschaft der Unterzeichnung der Elysée-Verträge stellen zur Festivaleröffnung Künstler:innen ihr Programm vor und die Band um Sängerin Caroline Lacaze Rendez-Vous bringt mit Chanson-Swing zum Tanzen (Levantehaus, 22. Januar 2024).

Beim Poetry-Slam zum Thema "Courage – cœur et rage" präsentieren, inspiriert von den Hamburger Slammern und Autoren Luke Monis und Tristan Qi, Hamburger Schüler:innen der 10. Klassen des Deutsch-Französischen Gymnasiums Hamburg eigens komponierte Texte aus ihren Workshops. (Theaterhalle des Deutsch-Französischen Gymnasiums, 29. Januar 2024)

Frankreich, Deutschland, Polen: das Weimarer Dreieck

Von kulturellem Reichtum geprägt sind die engen kulturellen Verbindungen zwischen Polen, Frankreich und Deutschland, ihre Zusammenarbeit wurde in Verträgen des "Weimarer Dreiecks" festgehalten. Diese Freundschaft feiert arabesques mit dem Bariton Marcin Hutek und die Pianistin Zuzanna Hutek, die bezaubernde Arien und Lieder von französischen, deutschen und polnischen Komponisten wie Szymanowski, Debussy, Moniuszko und Schubert spielen (Augustinum Hamburg, 7. Februar 2024 / Lichtwarksaal 9. April 2024).

Das Filmdebüt "The Last to Leave are the Cranes" der schweizerisch-polnischen Hamburger Regisseurin Emilie Girardin thematisiert mit dem Roadtrip zweier junger Chileninnen durch Europa die Suche nach Wurzeln und Zugehörigkeit in einer Verbindung aus Fiktion und Dokumentation. Daran anschließend wird der Film "The Pawnshop" des polnischen Regisseurs Łukasz Kowalski gezeigt, in dem ein Pfandhaus in der schlesischen Großstadt Bytom den Niedergang der für ihre Steinkohlereviere bekannten Region bezeugt – fein und mit rabenschwarzem Humor (Metropolis Kino 5. April 2024).

Freiheit – Gleichheit – Schwesterlichkeit

Ihre Flucht führte die armenische Familie Aznavourian nach Paris, von wo aus der Sohn seine Weltkarriere startete. Der im Libanon aufgewachsene Chansonnier Jean-Claude Séférian ist weit davon entfernt, sein Kindheitsidol zu imitieren, aber er profitiert von seinen eigenen musikalischen Wurzeln des Orient und Okzident, wenn er sein dem 100. Geburtstag von Charles Aznavour gewidmetes Programm präsentiert, zu dem die Jazz-Pianistin Christiane Séférian den Klangteppich ausbreitet (Augustinum Aumühle, 13. Februar 2024).

Bei Demonstrationen anlässlich des Internationalen Tags zur Beseitigung von Gewalt an Frauen waren in mehreren französischen Städten Plakate mit der Aufschrift Liberté, Égalité, Sororité – Freiheit, Gleichheit, Schwesterlichkeit geschwenkt worden, eine der Aktionen, die die Autorin, Journalistin, Bloggerin Julia Korbik zu ihrem Buch "Schwestern" inspirierte, in dem sie sich mit dem Feminismus der letzten Jahre auseinandersetzt mit Anekdoten, Beispielen aus Literatur, Popkultur, Geschichte und Gesellschaft – nuanciert und neugierig (P’Ti Breizh, 20. Februar 2024)

Die Übersetzerin Juliette Aubert, ausgezeichnet mit dem Nerval-Goethe-Preis, regt in ihrem Schreibworkshop "Écrire la vie!" angelehnt an das Werk der Nobelpreisträgerin Annie Ernaux dazu an, über das eigene Leben zu schreiben (P’Ti Breizh, 12. März 2024).

Liebe – Hoffnung – Utopie

"Oh pardon, Cupidon!" heißt die neue Show der für ihr Improvisationstheater geliebten französisch-sprachigen Theatergruppe Les France-Brötchen. Wie ein Entschuldigungsbrief an die Liebe oder auch eine Mann-Frau-Gebrauchsanweisung beschwören die Schauspieler mit Humor die verschiedenen Facetten des Lebens zu zweit – unter der Regie von Caroline Lacaze (MUT! Theater, 22. bis 24. Februar 2024).

Die DFG Cluny lädt ein zu einem Chansonabend mit Louis Ballarin, dem ehemaligen Gitarristen der französischen Band Maltosh (Warburg Haus, 28. Februar 2024).

Um Liebe in der Pariser Künstlerszene geht es in dem Stummfilm "Adieu Mascotte": Um ihrer kranken Freundin zu helfen, versteigert das Modell Mascotte (Lilian Harvey) bei einem rauschenden Fest in der Kunstakademie alles, was nicht niet- und nagelfest ist ... auch sich selbst. Marie-Luise Bolte begleitet das Geschehen am Klavier mit ihren berauschenden Kompositionen (Metropolis Kino, 8. März 2024).

Ist die Freiheit nur ein Traum? Der Frieden eine Utopie? "L’espérance – Courage & Utopie" heißt das neue Chanson-Programm der Sängerin Véronique Elling, in dem sie und ihre Band unvergesslichen Meisterwerken von Aznavour, Barbara, Brel, Piaf, Trenet sowie neu entdeckte Schätzen und eigenen Kompositionen präsentieren (Tonali Saal 15. März 2024).

Das "Vampire Songbook" des renommierten Theaterkomponisten Jan Dvořák mit Sascha Bunz ist ein Song-Zyklus nach der Gothic Novel Carmilla, ein musikalisches Hörspiel zwischen Barock und Pop – dunkel, atmosphärisch, unerwartet (Christianskirche Ottensen, 19. April 2024 / St. Gertrud-Kirche, 21. April 2024).

Nachsaison ist das neue Album der deutsch-französischen Band Les Maries, die sich zwischen Desert Pop Noir und Kammer Pop verorten und mal nach Ry Cooder, Serge Gainsbourg oder Hildegard Knef klingen – meistens jedoch nach sich selbst (Lichtwarksaal, 2. Mai 2024).

Bewegen – Gestalten

Bei einer Blindverkostung bringt Julia Nigen-Gaede französisch-deutsche Weinpaare zusammen (Café Paulette, 9. Februar 2024).

In die Poetik des Comics führt der Autor Bastien Bertine ein und stellt sein Projekt Metacomix vor (Institut français, 14. Februar 2024).

Mit dem Stück woher | wohin begibt sich die Choreographin Charlotte Lefebvre auf die Suche nach Lebenswegen – ein Tanzprojekt der Chavirer Dance Company in Kooperation mit dem Tanzhaus, einer Gruppe von Frauen mit Behinderung (Hamburger Sprechwerk, 18. Februar 2024).

Das Forum für Kulturwelten StadtLandKunst in der Hafencity widmet sich mit einer Ausstellung dem Werk des 2016 verstorbenen französischen Künstlers Jean Miotte, eines der ersten Vertreter des "Art Informel", in dessen Werk und Leben ständige Bewegung ihre Bedeutung und Wirkung entfaltet (Galerie StadtLandKunst, ab 15. März 2024).

Liebe, Rebellion und Leidenschaftlichkeit – damit spielte sich Mozart in die Herzen seiner Zuschauer, dabei gingen in seinen Kompositionen Leichtigkeit und Komplexität eine herausfordernde Verbindung ein. Mit "Mozart, oder die ewige Jugend" wird das im Rahmen des Festivals gegründete Ensemble arabesques zu den Europatagen das erste Festivalquartal mit Werken von Mozart, Beethoven und Holst beenden (Elbphilharmonie, 18. Mai 2024).

Über das Kulturfestival arabesques

Das Deutsch-Französische Kulturfestival arabesques wurde 2012 zum ersten Mal von Barbara Barberon-Zimmermann und Nicolas Thiébaud ins Leben gerufen und findet seitdem jedes Jahr statt.

Der Name des Festivals stammt aus der arabischen Ornamentkunst, in der kalligrafische und natürliche Formen ein facettenreiches Gesamtbild ergeben. Der Begriff hat Eingang in den europäischen Kulturraum gefunden und bezeichnet diverse Kunstformen.

Die Festivalorganisatoren möchten mit arabesques Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen ermöglichen, bei Konzerten, Lesungen, Ausstellungen, Theater- und Filmvorführungen, Debatten und Tanzdarbietungen zu entdecken, wie sich verschiedene Kulturen begegnen, Trennendes überwinden und zu einem neuen gemeinsamen Ausdruck finden.

Ziel ist außerdem, das Interesse an der französischen und deutschen Sprache und die Zusammenarbeit von Frankreich und Deutschland als Motor für den Friedensprozess in Europa zu fördern. Von der deutsch-französischen Freundschaft aus blickt arabesques über die Grenzen hinweg auf internationale Fragestellungen.

Eine inhaltliche Klammer bildet das jedes Jahr wechselnde Thema, das der Frage nachgeht, wie die Grundwerte eines demokratischen Europas, der verantwortungsvolle Umgang miteinander gelebt und geschützt werden können.

Weitere Infos unter www.arabesques-hamburg.de

Quelle: Kulturfestival arabesques / Regine Eickhoff-Jung

Ortsinformationen

Elbphilharmonie Hamburg
Platz der Deutschen Einheit 1
20457 Hamburg - HafenCity
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