Homöopathie: Gesundheitsgruß aus der Romantik

In der Literatur begann 1795 die Epoche der Romantik, bei der es sich um das Individuum und die Seele des Menschen dreht. Besonders die verletzte oder gequälte Seele beschäftigt viele große Werke. 

Homöopathie, © iStock/juefraphoto
Homöopathie, © iStock/juefraphoto

Es war die Zeit der großen Gefühle und Empfindungen. Der Mensch entdeckte sich selbst – und litt. Kein Wunder, dass dies auch in allen anderen Lebensbereichen großes Echo fand, zum Beispiel in der Medizin.

Der Arzt Samuel Hahnemann entwickelte passend zur Zeit eine homöopathische Behandlungsmethode, bei der "Ähnliches durch Ähnliches geheilt werden möge". Nach Hahnemann ist Krankheit "eine besondere Stimmung" des Organismus.

Sein Heilungsprinzip ist so simpel wie einleuchtend: Ein homöopathisches Arzneimittel wird so ausgewählt, dass die Inhaltsstoffe der Grundsubstanz an Gesunden ähnliche Krankheitserscheinungen hervorrufen können wie die, an denen der Kranke leidet. Das klingt erst einmal rabiat, doch die Dosierung der Wirkstoffe macht angeblich den Unterschied.

Bei den Arzneimitteln werden die Grundsubstanzen einer Potenzierung unterzogen. Anders ausgedrückt: Die Wirkstoffe werden in einem Verhältnis von 1:10 oder 1:100 mit Wasser oder Ethanol verdünnt. Damit sich die Wirkung entfalten kann, muss die Flüssigkeit geschüttelt werden.

Hahnemann nahm an, dass sich nur durch das Potenzieren und Schütteln der Wirkstoffe das Potenzial voll entfalten könne. Heute mag das seltsam klingen, damals glich die Methode einer willkommenen Abkehr von einer rabiaten medizinischen Praxis, die noch aus dem Mittelalter stammte. Offenbar trifft Homöopathie noch immer einen Nerv: Mit homöopathischen Mitteln werden in Deutschland jedes Jahr Hunderte Millionen Euro umgesetzt.

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