Schneeschaufeln im Winter – Das Herzinfarktrisiko minimieren

Wenn Schnee fällt, wird das Schaufeln zur Pflicht – doch für euer Herz kann diese Winterarbeit zur echten Belastungsprobe werden. Erfahrt, wie ihr euer Risiko senkt und worauf besonders gefährdete Personen achten sollten.

Ein Besen fegt Schnee von einem gepflasterten Gehweg, auf dem noch Fußspuren im Schnee zu sehen sind.
Schnee schieben, @ pixabay.com / Stadtbetrieb

Was macht Schneeschaufeln so belastend?

Schneeschaufeln bedeutet für viele ungewohnte, schwere körperliche Arbeit. Besonders kritisch: Ihr bewegt oft große Mengen Schnee, macht ruckartige Bewegungen und arbeitet bei Minusgraden. Die Kälte sorgt dafür, dass sich eure Blutgefäße verengen, der Blutdruck steigt und das Herz muss stärker arbeiten. Wer ohne Pause schaufelt oder sich zu wenig aufwärmt, setzt sein Herz zusätzlich unter Druck.

Wie steigt das Herzinfarktrisiko beim Schneeräumen?

Die Kombination aus Kälte und hoher körperlicher Belastung kann das Risiko für einen Herzinfarkt deutlich erhöhen – vor allem bei vorgeschädigten Herzkranzgefäßen. Minderdurchblutung des Herzmuskels ist die Folge, wenn das Herz unter der Mehrbelastung nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Im schlimmsten Fall droht ein Infarkt, insbesondere bei Menschen mit Vorerkrankungen.

Wer ist besonders gefährdet beim Schneeschippen?

Gefährdet sind vor allem Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzschwäche, koronarer Herzkrankheit oder Vorhofflimmern. Auch Personen, die sich im Alltag wenig bewegen oder schon einen Infarkt hatten, sollten besonders vorsichtig sein. Ihr solltet bei Kälte Belastungen meiden und im Zweifel lieber Hilfe holen.

Was sind typische Warnzeichen einer Überlastung?

Achtet auf Brustschmerzen, Atemnot, kalten Schweiß, Angstgefühle oder Übelkeit. Diese Warnsignale solltet ihr niemals ignorieren. Wenn Beschwerden auftreten, brecht die Arbeit sofort ab! Verschwinden die Symptome nicht rasch, wählt unbedingt die Notrufnummer 112.

Wie schont ihr euer Herz beim Schneeräumen?

Mit ein paar Vorsichtsmaßnahmen könnt ihr das Risiko senken: Zieht euch warm an, wärmt euch kurz auf, startet langsam und macht regelmäßige Pausen. Bewegt den Schnee in kleinen Portionen, vermeidet schwere Lasten und ruckartige Bewegungen. Menschen mit Herzerkrankungen sollten das Schneeschaufeln möglichst vermeiden oder Hilfe in Anspruch nehmen.

Welche Tipps helfen euch im Notfall?

  • Bei Beschwerden sofort die Arbeit beenden.

  • Warnzeichen ernst nehmen und nicht ignorieren.

  • Bei anhaltenden Schmerzen oder Atemnot sofort 112 wählen.

Worauf sollten Menschen mit Herzerkrankungen im Winter generell achten?

Regelmäßige, moderate Bewegung an der frischen Luft ist auch im Winter sinnvoll – etwa beim Spazierengehen. Starke Belastungen sollten dagegen vermieden werden. Achtet auf eine gute Einstellung von Blutdruck und Blutzucker und nehmt eure Medikamente wie verordnet ein. Blutdrucksenkende Mittel idealerweise morgens vor dem Gang in die Kälte einnehmen, da der Blutdruck nach dem Aufstehen besonders ansteigt.

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Quelle:  Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)