Neue Ausstellung: Wegmarken jüdischer Geschichte
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Das Altonaer Museum präsentiert ab dem 4. Februar 2026 einen besonderen Projektraum: 14 Wegmarken erzählen 400 Jahre jüdisches Leben in Hamburg – von den Anfängen bis heute. Entdeckt die vielfältige Geschichte einer Gemeinschaft, die die Stadt nachhaltig prägte.
| Wann? | ab 4. Februar 2026 |
| Wo? | Projektraum im Altonaer Museum |
| Eintritt: | 8,50 Euro, ermäßigt 5,- Euro, freier Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren |
Was erwartet euch im Projektraum?
Der Projektraum zeigt chronologisch 14 bedeutende Daten der Hamburger jüdischen Geschichte. Von der Anlage des Friedhofs an der Königstraße 1611 bis zur Zusage für den Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge 2020 – jede Station beleuchtet wichtige Entwicklungen. Ausgewählte Orte, Personen und Diskurse machen die kulturelle und religiöse Vielfalt sichtbar, die das jüdische Leben in Hamburg seit jeher auszeichnet.
Warum ist diese Ausstellung besonders?
Hamburg blickt auf über 400 Jahre jüdische Geschichte zurück, die von Beginn an durch Pluralität geprägt war. Der sefardisch-aschkenasische Friedhof in Altona und die Ruine des weltweit ersten Reformtempels sind steinerne Zeugen dieser Vielfalt. Die Ausstellung zeigt, wie unterschiedliche Gesetzgebungen in Altona und Hamburg das jüdische Leben bestimmten. Sie erzählt von Selbstbehauptung, dem Kampf um Bürgerrechte und der Bedeutung des Hafens für die jüdischen Gemeinden.
Welche Themen werden behandelt?
In dem Ausstellungsraum findet ihr 14 chronologisch angeordnet Daten, die eine Auswahl wichtiger Wegmarken der vielfältigen und oftmals einzigartigen Geschichte der Hamburger Jüdinnen und Juden darstellen:
Die frühen Wegmarken
Die Ausstellung beginnt mit der Dreigemeinde von 1671 – dem Zusammenschluss der aschkenasischen Gemeinden aus Altona, Hamburg und Wandsbek. Der Amulettenstreit von 1751 zeigt religiöse Konflikte innerhalb der Gemeinschaft. Besonders bedeutsam: 1817 entstand hier das liberale Judentum mit der Gründung des Neuen Israelitischen Tempelvereins – eine weltweite Reform nahm in Hamburg ihren Anfang.
Emanzipation und Moderne
Die Jahre 1842 und 1849 markieren die bürgerliche Gleichstellung in Altona und Hamburg. Das sogenannte Hamburger System von 1867 vereinte drei Kultusverbände unter einem Dach. Der Bau der Auswandererhallen 1901 erzählt von der osteuropäisch-jüdischen Transmigration über den Hamburger Hafen. Der Neubau der Talmud-Tora-Schule 1911 zeigt das prosperierende jüdische Leben am Grindel.
Verfolgung und Neuanfang
Die dunklen Jahre ab 1933 thematisiert die Ausstellung durch jüdische Selbsthilfeaktionen und Reaktionen auf Entrechtung. Die Deportationen ab 1941 und die Wiedergründung der Gemeinde 1945 bilden weitere Schwerpunkte. Hannah Arendts Lessing-Preis-Rede 1959 steht für die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Die postsowjetische Migration ab 1991 brachte neue Vielfalt in die Gemeinde.
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Wie wird die Geschichte vermittelt?
Ein Prolog erzählt von den ersten Bemühungen um ein Jüdisches Museum um 1900 – eine Diskussion, die seit 2024 erneut geführt wird. Die Ausstellung zeigt unterschiedliche Ansätze und Perspektiven von jüdischen und nichtjüdischen Akteurinnen und Akteuren. Ein Überblick über Ausstellungen nach 1945 verdeutlicht die Vorgeschichte dieses Projektraums und macht die lange Tradition der Vermittlung jüdischer Geschichte sichtbar.
Welches Rahmenprogramm wird geboten?
Das Museum bietet Kuratorenführungen mit Austausch für alle Interessierten an. Bei Afterwork-Veranstaltungen könnt ihr in entspannter Atmosphäre spannende Einblicke gewinnen und ins Gespräch kommen. Spezielle Rundgänge behandeln Themen wie die nationalsozialistischen Deportationen Hamburger Jüdinnen und Juden. Die verschiedenen Formate ermöglichen einen vertieften Zugang zu einzelnen Wegmarken der Ausstellung.
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