Stadtteil Ottensen

Stadtteile

Ottensen ist ein Stadtteil im Bezirk Altona, grenzt im Osten am Bahnhof Altona entlang der Max-Brauer-Allee an Altona Altstadt, im Norden an Bahrenfeld und reicht im Westen bis Othmarschen.

Erstmals 1310 als Tottenhusen erwähnt, war Ottensen ein Bauern- und Handwerkerdorf, das ab 1640 unter dänischer Herrschaft stand. 1867 wurde Ottensen Teil der preußischen Provinz Schleswig-Holstein und befand sich, im Gegensatz zu Altona und Hamburg, im Handelsgebiet des Deutschen Zollvereins. So wurde das Gebiet – insbesondere um den Anleger Neumühlen – zu einem wichtigen Standort für Eisen- und Schiffbau, Glashütten, Tabak- und Fischindustrie und folglich eine Hochburg der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung. In den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts verlagerte sich die Ottenser Industrie, Firmen und Fabriken wurden gesperrt. Mit ihnen wanderte auch die Bevölkerung ab und Ottensen wurde zur billigen Wohngegend für Immigranten und Studenten.

Heute ist Ottensen vom rebellischen, multikulturellen Szenestadtteil der 70er-Jahre zu einem lebendigen und gediegenen Viertel geworden, das neben vielen kleinen Läden, Kneipen und Restaurants auch kulturell einiges zu bieten hat und so als Wohnort an Beliebtheit gewinnt.

Trotz der Verwüstungen des Zweiten Weltkrieges hat sich Ottensen seinen dörflichen Charakter bewahren können. Im verwinkelten Verlauf einzelner Straßen zeichnen sich noch heute die früheren Feldwege und Raingrenzen ab. Die so genannten "Ottenser Nasen", Wohnbauten, die in die spitzen Winkel der alten Grundstücke gebaut wurden, um die Fläche bis zum letzten Zentimeter auszunützen, sind typisch für das Viertel. An der Ecke Arnoldstraße/Keplerstraße ist ein schönes Beispiel zu sehen.

Westlich des Altonaer Rathauses zeigt sich auch die Umgebung der barocken Christianskirche unerwartet ländlich. Das Innere der Kirche stellt wertvolle sakrale Gegenstände aus mehreren Jahrhunderten aus, während auf dem ehemaligen Friedhof außerhalb der Kirche die Grabstätte des Dichters Friedrich Gottlieb Klopstock besichtigt werden kann.

Hinter der Christianskirche findet die bis in die noblen Elbvororte reichende Elbchaussee einen adäquaten Anfang mit dem Heine-Haus an der Nr. 31. In dem Gartenhaus des Onkels des berühmten Hamburger Dichters Heinrich Heine, sind – allerdings nicht regelmäßig – eine Galerie und Ausstellungsräume zugänglich.

Den Klopstockplatz über die Holländische Reihe überquerend erreicht man die Straße "Am Felde", in deren alten Arbeiterwohnhäusern Trödelgeschäfte und Antiquariate zum Stöbern einladen. "Am Felde" mündet in die Ottenser Hauptstraße, wo 1995 mit dem Mercado ein viergeschossiges Einkaufszentrum mit 30 fest installierten Ständen eröffnet wurde. Die gesamte Straße ist eine belebte Fußgängerzone, die über den Spritzenplatz und die Bahrenfelder Straße zu den Zeisehallen in der Friedensallee führt. Das eindrucksvolle Restaurant Eisenstein, das Filmhaus, ein Kino und das Medienhaus haben die ehemalige Schiffsschraubenfabrik Zeise zu einem kulturellen Mittelpunkt des Stadtteils erhoben.

Das kulturelle Geschehen in Ottensen belebt auch eine Dependance des Thalia Theaters, die so genannten Studiobühne in der Gaußstraße. Dort werden seit 6 Jahren Stücke von neuen Autoren und jungen Regisseuren aufgeführt. An der Ecke zum Nernstweg befindet sich der Verein der Werkstatt 3, der mit dem Ziel der Völkerverständigung gegründet wurde und sich im Laufe der Jahre als das Dritte Welt Zentrum in Hamburg etabliert hat. "Die Motte" in der Mottenburger Straße ist Ideenagentur und aktiver Kooperationspartner im Stadtteil. Die Veranstaltungs-, Kurs- und Werkstattangebote richten sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Beide Vereine sind Initiativen der 70er-Jahre des letzten Jahrhunderts.

Auch das unübersehbare, rosafarbene Gebäude der Fabrik in der Barnerstraße wurde in den 70er-Jahren von einem Verein zu einem legendären Veranstaltungszentrum mit einem Angebot von erstklassigen Konzerten ausgebaut, das zusätzlich werktags für den Stadtteil wichtige Sozial- und Jugendarbeit leistet.

Für ein aufgeschlossenes Publikum quer durch alle Altersgruppen und Bevölkerungsschichten zeigt das Altonaer Theater in der Museumsstraße einen breit gefächerten Spielplan aus Klassikern, Komödien, Filmadaptionen, modernen Zeitstücken und Musicals.

Das wichtigste kulturelle Ereignis des Jahres ist das Straßenfest der Altonale im Juni. Flohmärkte, Theater, Musik- und Literaturveranstaltungen und verschiedenste Kinderprogramme beleben dann das gesamte Viertel.

Das Angebot an empfehlenswerten Restaurants, Cafés und Bars ist in Ottensen besonders groß: genießen Sie zum Beispiel den freundlichen Service und die bodenständige italienische Küche mit aktuellen Saisonspezialitäten im "Il Vagabondo" in der Bahrenfelder Straße 242. Einfache, typisch norddeutsche Kost in freundlicher Bedienung und eine geeignete Pause beim Museumsbesuch gibt es in der "Vierländer Kate" im Altonaer Museum, das in Diele und Stall einer Kate eingerichtet wurde. Selbst hergestellte Pasta und Flammeküch aus dem Elsass gehören zu den Spezialitäten des "Bistro Glashaus" in der Bahrenfelder Straße.

Mit Caipirinhas um 4,- Euro und gelegentlich Damentoiletten mit Walgesang bleibt die "Aurel Bar" in der Bahrenfelder Straße in Erinnerung. Der gleiche Besitzer betreibt auch die stilvoll-gemütliche "Reh-Bar" in der Ottenser Hauptstraße, wo über der Theke ein künstliches Kaminfeuer flackert und über den hohen Nussbaum-Stehtischen edle Kristallleuchter thronen. Szenetreff, Bistro, Café, Bar und Lounge in einem ist das "Café Knuth" in der Großen Rainstraße, wo man täglich ein Frühstück bis 15.00 Uhr serviert bekommen kann.

Ottensen erreicht man am Besten über den S-Bahnhof Altona, um von da aus das gemütliche Viertel zu Fuß zu entdecken.

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