Die Hamburger Kammerspiele – ein Ort bewegter Vergangenheit

Mitten im Grindelviertel erwartet euch ein Theater mit Geschichte und Haltung. Die Hamburger Kammerspiele verbinden packende Inszenierungen mit gesellschaftlich relevanten Themen – von bewegenden Uraufführungen bis zu musikalischen Highlights. Hier trifft große Schauspielkunst auf ein Programm, das berührt und zum Nachdenken anregt.

Außenansicht Eingang zu den Hamburger Kammerspielen
Hamburger Kammerspiele, © Redaktion hamburg-magazin.de

Was erwartet euch auf der Bühne?

Die aktuelle Spielzeit bietet ein vielfältiges Repertoire für jeden Geschmack. Von der wahren Geschichte der Comedian Harmonists über Ferdinand von Schirachs brisantes Gerichtsdrama "Sie sagt. Er sagt." bis zur Uraufführung "Nächstes Jahr Bornplatzsynagoge" – das Programm überrascht mit Tiefgang und Unterhaltung. Hochkarätige Besetzungen wie Dominique Horwitz, Helen Schneider oder Florian Lukas garantieren intensive Theatererlebnisse.

Welche Premieren stehen an?

  • 2026 feiert "Mama Odessa" nach dem Roman von Maxim Biller Premiere. Die Geschichte einer jüdischen Familie spannt einen Bogen vom Zweiten Weltkrieg bis heute – mit direktem Bezug zum Grindelviertel. Optional könnt ihr vor der Vorstellung an einem geführten Spaziergang zu den Schauplätzen teilnehmen.
  • "Last Call" ist ein Stück über die legendäre Begegnung von Karajan und Bernstein in der Wiener Hotel-Bar Sacher.

Warum ist dieses Theater so besonders?

Die Hamburger Kammerspiele verbinden künstlerische Exzellenz mit gesellschaftlicher Verantwortung. Künstlerischer Leiter Sewan Latchinian setzt sich aktiv für den Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge ein. Das Haus versteht sich als Ort des Dialogs und der Erinnerungskultur. Mit der Uraufführung "Nächstes Jahr Bornplatzsynagoge" wird jüdische Geschichte im Viertel lebendig erzählt.

Welche Rolle spielte Ida Ehre in der Geschichte des Theaters?

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs setzte sich die jüdische Schauspielerin Ida Ehre dafür ein, das einzige unzerstörte Theater Hamburgs in der Hartungstraße als Spielstätte zu nutzen. Mit Unterstützung der britischen Militärverwaltung gründete sie 1945 die "Hamburger Kammerspiele", die sie als Ort für ein "Theater der Menschlichkeit" verstand. Geprägt von ihrer eigenen Verfolgungsgeschichte – Haft im KZ, Ermordung ihrer Mutter in Theresienstadt – wollte Ehre dort internationale und zeitgenössische Stücke zeigen, die sich mit menschlichen und gesellschaftlichen Fragen auseinandersetzten.

Die Eröffnung erfolgte im Dezember 1945 und machte das Theater schnell über Hamburg hinaus bekannt. Einen legendären Höhepunkt bildete 1947 die Uraufführung von Wolfgang Borcherts "Draußen vor der Tür". Ab 1948 gerieten die Kammerspiele jedoch in finanzielle Schwierigkeiten, da sie als Privattheater ohne Subventionen kaum konkurrenzfähig waren. Trotz Ensembleauflösung und Sparzwang leitete Ida Ehre das Haus jahrzehntelang weiter. Sie starb 1989, hinterließ jedoch ein Theater, das für Offenheit, Humanität und kulturellen Neubeginn im Nachkriegsdeutschland stand.

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Wie kommt ihr an Karten?

Die Theaterkasse ist montags bis samstags von 14.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Telefonisch erreicht ihr das Kartentelefon montags bis freitags von 10.00 bis 18.00 Uhr sowie samstags von 14.00 bis 18.00 Uhr. Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn. Alternativ könnt ihr Tickets bequem online im Webshop bestellen.

Welche Extras gibt es?

Zu vielen Vorstellungen bieten die Kammerspiele kostenlose Einführungen 30 Minuten vor Beginn an. Bei "Mama Odessa" könnt ihr optional einen geführten Spaziergang durchs Grindelviertel zubuchen. Der digitale Spielplan und ein Newsletter halten euch über aktuelle Veranstaltungen, Verlosungen und Blicke hinter die Kulissen auf dem Laufenden.

Was bietet das Gastspiel-Programm 2026?

Neben dem Repertoire bereichern hochkarätige Gastspiele den Spielplan:

  • "Die Vodkagespräche" mit Karoline Eichhorn und Catrin Striebeck – am 21. März zum 100. Mal

  • "Hitch und Ich" – eine musikalisch-literarische Hommage an Alfred Hitchcock mit Jens Wawrczeck

  • "Herr Teufel Faust" mit Dominique Horwitz nach Goethes Klassiker

  • Lesungen von "Die Vögel" und "Psycho" mit Jens Wawrczeck

Wofür engagiert sich das Theater?

Die Hamburger Kammerspiele unterstützen aktiv die Initiative zum Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge. Sewan Latchinian betont: "Dort wo man Synagogen wieder aufbaut, waltet Humanität." Mit der Uraufführung "Nächstes Jahr Bornplatzsynagoge" setzt das Haus ein künstlerisches Zeichen für jüdisches Leben in Hamburg.

Wie ist das Theater erreichbar?

Das Theater liegt zentral im Grindelviertel im Stadtteil Rotherbaum und ist barrierefrei zugänglich. Für Gruppen und besondere Anlässe bietet das Haus auch Vermietungen an. Partner und Sponsoren sowie der Freundeskreis unterstützen die Arbeit des Theaters.

Noch mehr Kulturerlebnisse gefällig? Wir von hamburg-magazin.de haben viele weitere Tipps für euren nächsten Theaterabend.

Links: Eingang Theaterkasse & Rechts: Eingang zur Buddha Bar
Theaterkasse & Buddha Bar in den Hamburger Kammerspielen, © Redaktion hamburg-magazin.de

Ortsinformationen

Hamburger Kammerspiele
Hartungstraße 9-11
20146 Hamburg - Rotherbaum