Hamburg zeigt Flagge zur Pride Week

Im Rahmen der Hamburger Pride Week haben die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank, Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit und Sozialsenatorin Melanie Leonhard heute die Regenbogenfahne am Hamburger Rathaus gehisst. Mit der Beflaggung des Rathauses wie auch zahlreicher weiterer öffentlicher Einrichtungen setzt die Stadt ein klares Zeichen für die Rechte und Sichtbarkeit von Lesben*, Schwulen*, Bisexuellen*, Trans* und Inter* (LSBTI*). In diesem Jahr feiert zudem der Hamburger Christopher Street Day (CSD) sein 40. Jubiläum unter dem Motto "Keep on fighting. Together." 

Hissen der Regenbogenflagge am Hamburger Rathaus, © Freie und Hansestadt Hamburg
Hissen der Regenbogenflagge am Hamburger Rathaus, © Freie und Hansestadt Hamburg

Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin der Freien und Hansestadt Hamburg: "Hamburg ist bunt und vielfältig – das zeigen die Regenbogenflaggen in der ganzen Stadt eindrucksvoll. Für die Rechte von LSBTI* müssen wir alle gemeinsam einstehen, gerade da durch die Corona-Pandemie die Möglichkeiten der Vernetzung und Beratung momentan eingeschränkt sind. Gleichzeitig erleben wir derzeit in einigen Ländern einen gleichstellungspolitischen Rollback, dem wir entgegenwirken müssen. Mehr denn je gilt es, laut zu sein und Flagge zu zeigen: für eine tolerante und offene Gesellschaft, in der alle unabhängig von ihrer geschlechtlichen Identität und sexuellen Orientierung selbstbestimmt leben. Hamburg wird unter anderem mit Fortschreibung des Aktionsplans für die Akzeptanz von geschlechtlicher und sexueller Vielfalt weiter entschieden für die Stärkung der Rechte von LSBTI* eintreten. Für die Änderung des Abstammungsrechts setzen wir uns ebenso ein wie für die Ergänzung der sexuellen Identität in Artikel 3 des Grundgesetzes. Das 40. Jubiläum des Hamburger CSD ist eine Aufforderung an uns alle, macht aber auch Mut: Wir kämpfen weiter – zusammen!"

Carola Veit, Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft: "Unsere Heimatstadt Hamburg steht für Weltoffenheit. Wir sind sehr stolz, unser Zusammenleben unabhängig von Geschlecht und sexueller Identität, von Alter oder Herkunft oder Hautfarbe zu gestalten. Umso wichtiger ist es, jedem Anzeichen von Intoleranz und Vorurteilen entschieden entgegenzutreten und Flagge zu zeigen. Dafür setzt sich die Hamburgische Bürgerschaft auch zukünftig entschieden ein."

Sozialsenatorin Melanie Leonhard: "2020 ist vieles anders. Auch die Parade zum Christopher-Street-Day, alljährlich die größte Demonstration in Hamburg, kann dieses Jahr nur in verkleinerter Form stattfinden. Umso schöner ist es, einige Traditionen ganz wie gewohnt pflegen zu können. Das Hissen der Regenbogenflagge am Rathaus unserer Stadt gehört fest zur Pride Week. Es ist das Symbol dafür, dass Hamburg die Welt sieht, wie sie ist: facettenreich, divers und vielseitig. Es bleibt noch viel zu tun, die Situation von LSBTI* muss bis zur absoluten Gleichstellung weiterhin verbessert werden."

40 Jahre Hamburger CSD: "Keep on fighting. Together."

Das Motto des Hamburger Christopher-Street-Days für 2020 lautet "Keep on fighting. Together". Hintergrund ist das 40-jährige Jubiläum des CSD in Hamburg: Die erste "Homosexuellen Aktionswoche" einschließlich einer "Stonewall-Demonstration" fand 1980 mit 1.500 Teilnehmenden statt. Anfang der 1990er-Jahre wurde die Parade als Christopher Street Day im Rahmen der Hamburger Pride Week neu aufgelegt. Die Organisation liegt bei dem gemeinnützigen Verein Hamburg Pride.

Seinen Ursprung nahm der Christopher Street Day in den so genannten Stonewall-Unruhen vom 27. auf den 28. Juni 1969 – als Antwort auf eine der zahlreichen Polizeirazzien im "Stonewall Inn", einer New Yorker Bar für Homosexuelle und Trans* in der Christopher Street. Seit 1970 wird in New York an die Unruhen mit dem Christopher Street Liberation Day erinnert, der sich in den folgenden Jahrzehnten zu einer internationalen Demonstration der Sichtbarkeit und gleichen Rechte von LSBTI* mit zahlreichen Ablegern weltweit entwickeln sollte.

Hamburgs Einsatz für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt

Mit dem 2017 beschlossenen Aktionsplan für Akzeptanz geschlechtlicher und sexueller Vielfalt setzt sich Hamburg dafür ein, die Anerkennung von LSBTI* zu fördern und gegen Diskriminierungen vorzugehen. Hierdurch soll die Offenheit und Anerkennung für vielfältige Lebensformen gestärkt werden. Der Aktionsplan wird u. a. unter Beteiligung der Fachbehörden, Senatsämter und Interessensvertretungen fortgeschrieben.

Weiterhin ist vorgesehen, sich für eine Reform des Abstammungsrechts einzusetzen, um dort die Ungleichbehandlung von LSBTI* aufzuheben.

Der Hamburger Senat hat sich zudem dazu verpflichtet, Initiativen im Bundesrat zur Ergänzung von Artikel 3 des Grundgesetzes um das Merkmal der sexuellen Identität zu unterstützen. Damit würde verfassungsrechtlich festgeschrieben werden, dass die Ungleichbehandlung von Menschen aufgrund der sexuellen Identität nicht mit dem Grundgesetz vereinbar ist.

Mit dem Urteil des Bundesverfassungsgericht 2017 und der anschließenden Änderung des Personenstandsgesetzes wurde Inter* ferner eine positive Geschlechtsbezeichnung zugestanden. Zu dieser 3. Option werden die Hamburger Verfassung sowie das Hamburgische Landesrecht auf entsprechende weitere Änderungsbedarfe geprüft. Hierzu sollen auch Empfehlungen für einen zeitgemäßen Umgang mit daraus resultierenden sprachlichen Erweiterungen erarbeitet werden. 

Quelle: Pressestelle des Senats

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