Gärten in Hamburg: Die blühende Hafenstadt

Rund um die Stadt

Hamburg blüht, © iStock.com/AnnaNahabed

Hamburg blüht, © iStock.com/AnnaNahabed

Hamburg gilt als eine der grünsten Großstädte der Welt. Damit ist nicht die Politik der Hansestadt gemeint – auch wenn die Grünen bereits seit 1982 ununterbrochen im Hamburger Parlament sitzen. Nein, es liegt an den vielen großen und kleinen Parks, an Stadtwäldern – aber auch an den unzähligen privaten Gärten, die von ihren Besitzern gehegt und gepflegt werden.

Parks, Gärten und Guerilla

Hamburger schätzen ihr urbanes Leben, gerade weil es so grün ist – wie ein Blick von oben beweist. Und das zeigt man dann auch gerne der Welt: Bereits viermal fand die Internationale Gartenschau in Hamburg statt, zuletzt 2013 in Wilhelmsburg – wovon der Stadtteil mit seinem herrlichen Inselpark noch immer profitiert. Doch nicht jeder Park ist so jung wie der auf der südlichen Elbseite. Der Stadtpark in Winterhude eröffnete 1914, etwa zur selben Zeit begannen die Arbeiten am Volkspark in Altona. Die Ursprünge des Jenischparks in Othmarschen über der Elbe liegen sogar noch deutlich weiter zurück.

Parks laden zum Flanieren ein, zu einem Picknick oder zum Barbecue, zu einem Fußballspiel oder Frisbee-Match. Oder einfach nur zum Staunen. Die Parks in Hamburg sind für Bürger und Gäste gleichzeitig Treffpunkt und Oase.

Doch es darf auch gerne etwas privater sein: Natürlich kann sich nicht jeder parkähnliche Gärten leisten, wie man sie um die prachtvollen Villen an der Elbchaussee findet – und die von ganzen Heerscharen von Gärtnern bewirtschaftet werden müssen. Nein, der normale Hamburger denkt bescheidener. Ein kleines Blumenbeet, ein paar Gemüsesorten oder einfach ein Plätzchen zum Entspannen – der Wunsch, einen eigenen Garten zu besitzen, ist bei vielen Hamburgern größer als der Traum vom eigenen Stadthaus. Entsprechend lang sind die Wartelisten für einen der Schrebergärten. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Kleingartenkolonien großen Bauvorhaben weichen müssen: In Eimsbüttel erweitert zum Beispiel Beiersdorf sein Gelände, in Altona braucht das Krankenhaus mehr Platz. Andererseits entstehen auch neue Plätze, zum Beispiel auf dem neugebauten Deckel der Autobahn. Eine erste gute Anlaufstelle für Interessenten ist hier der Landesbund der Gartenfreunde in Hamburg; auf der LGH-Website stehen immer wieder freie Plätze.

Gärtnern liegt wieder voll im Trend

Wer keinen Kleingarten findet, nutzt andere Flächen für seine floralen Träume. Guerilla Gardening hat in den letzten Jahren einen wahren Hype erlebt – auch in Hamburg: Da erblüht am Straßenrand plötzlich ein kleines Blumenbeet, Verkehrsinseln erscheinen überraschend bunt und gepflegt. Beim Guerilla Gardening werden auf Brachflächen, am Straßenrand, auf Grünstreifen, auf Verkehrsinseln und so ziemlich an jedem Ort, an dem es sich anbietet, Blumen, Kräuter, Gemüse und Pflanzen aller Art angepflanzt. Dafür werden häufig "Saatbomben", aus Erde, Lehm und Samen hergestellte Kugeln, auf den ausgewählten Flächen fallen gelassen. Auch beliebt: Ein aus Buttermilch und Moos gemischtes Wundermittel, das an Betonpfeilern und Wänden verteilt wird und einen vertikalen Moosgarten wachsen lässt. Nicht alle Aktionen liegen im Rahmen des Gesetzes, allerdings drücken die Bezirke oft ein Auge zu. Denn die Stadtgärtner sorgen nicht nur für mehr Grün in der Stadt – sie befreien die Plätze auch von Müll.

Urban Gardening, ein weiterer weltweiter Gartentrend, ist dagegen total legal. Dabei handelt es sich laut Wikipedia um "die meist kleinräumige, gärtnerische Nutzung städtischer Flächen innerhalb von Siedlungsgebieten oder in deren direktem Umfeld". Freie Flächen werden also gemeinschaftlich genutzt. In Barmbek entstand so zum Beispiel der FuhlsGarden, auf St. Pauli das Gartendeck, im Hamburger Karoviertel ist die Keimzelle zu Hause und in Altona zum Beispiel der KEBAPgarten an einem Hochbunker.

Pflanzentipps und Balkon-Know-how

Es ist also gar nicht so schwer, selbst ein paar Pflanzen zu setzen oder auszusäen. Doch wer seinem grünen Daumen nicht traut, kann sich das nötige Fachwissen in Kursen aneignen. An der Volkshochschule gibt es zum Beispiel ganz neu den Kurs "Wunschgarten entwerfen". Auch zur Bepflanzung selbst kleinster Balkone gibt es immer wieder Workshops. Ein Thema, dessen sich auch der NABU Hamburg angenommen hat. Und wer sich einfach nur inspirieren lassen will, findet bei Gartenfreunde-Club Laurustico übers ganze Jahr hinweg Termine für Führungen und Schulungen.

Dennoch gibt es auch in Gartendingen feste Regeln. Laut Baumschutzverordnung darf man nicht ohne Weiteres einen Baum im eigenen Garten fällen, nur weil er die Sicht stört. Hierfür sind ab einer bestimmten Größe des Baumes Genehmigungen erforderlich. Auch erlaubt nicht jeder Vermieter, dass ein Balkon zur grünen Oase wird oder dass alles gepflanzt wird, was gefällt.

Am Ende ist es ganz egal, wo die Pflanzen genossen und begossen werden, ob im eigenen Garten oder im städtischen Park. Wichtig ist nur eines: Hamburg hat ein großes Herz – und das ist grün.

Links für Gartenliebhaber und Stadtgärtner

Anzeige