Begräbniskultur – Hamburgs Ruhestätten

Zahlen, Daten & Fakten

Friedhof mit Grabstein

Die Hansestadt Hamburg verfügt über 53 Friedhöfe: Unterschieden werden 11 bezirkliche Friedhöfe (die zu den staatlichen zählen), 38 kirchliche, die Waldfriedhöfe Volksdorf und Wohldorf sowie die Parkfriedhöfe Öjendorf und Ohlsdorf. Letzterer gilt als sehr imposanter Friedhof – einen Eindruck vermittelt Ihnen der folgende Artikel. Lesen Sie außerdem, welche Bestattungsarten es gibt, und was beim Eintreten eines Todesfalls zu beachten ist.

Gut zu wissen, wenn ein Todesfall eintritt

Wenn ein geliebter Mensch gestorben ist, liegt nichts ferner, als sich mit Formalitäten zu beschäftigen. Für den Ernstfall kann es jedoch sehr sinnvoll sein, einiges zu wissen: Geschieht der Sterbefall zu Hause, sollte zuerst ein Arzt bzw. der Hausarzt informiert werden. Dieser stellt auch die Sterbefallbescheinigung (Totenschein) aus. Darin werden Ort, Zeitpunkt und Art des Todes sowie Reanimationen oder übertragbare Krankheiten festgehalten. Gemäß des Hamburger Bestattungsgesetzes gilt, dass die verstorbene Person binnen 36 Stunden überführt werden muss.

Bei der Suche nach einem Beerdigungsinstitut ist es ratsam, Freunde und Bekannte zu fragen. Auch im Internet sind diverse Institute vertreten. Online, z.B. unter www.trauerfall-lotse.de kann z. B. auch die Haushaltsauflösung geregelt werden. Auf www.bestattungen.de der Hamburger Gesellschaft für Bestattung und Versorgung (GBV) können Sie Bestattungsinstitute vergleichen. Bestattungspflichtig sind immer die nächsten Angehörigen. Die Erben des Verstorbenen müssen hingegen die Kosten tragen.

Kostenfaktor Bestattung

Zwei Kostenpunkte sind zu unterscheiden: 1. Kosten, die für die Eigenleistung des Bestatters entstehen und 2. Fremdkosten wie Gebühren für ein Krematorium oder die Friedhofsgebühren (Fremdkosten werden meist auch über den Bestatter abgerechnet). Insgesamt hängen die Kosten einer Beerdigung natürlich von der Art und Grabstätte ab, kalkuliert werden sollten zwischen 3.000,- und 5.000,- Euro. Ein weiterer Punkt ist die Grabpflege. Wer das Grab nicht pflegen möchte, kann sich für eine anonyme Grabstätte oder die Kolumbarien (oberirdisches Bauwerk für Urnen) entscheiden.

Die Bestattung auf staatlichen Friedhöfen ist für jeden möglich, unabhängig von der Konfession und der Herkunft (der Ohlsdorfer Friedhof inbegriffen). Für die staatlichen Friedhöfe in Hamburg gilt eine einheitliche Gebührenordnung, d. h., die Friedhofssatzung unterscheidet sich in der Anzahl der Grabstellen (Einzel oder Familiengrab), die Art der Bestattung (z. B. Erd- oder Urnengrab) und die Art des Bestattungsziels (d. h. Wahl- oder Reihengrab).

Der Ohlsdorfer Friedhof

Der Ohlsdorfer Friedhof ist mit knapp 400 ha der größte Parkfriedhof der Welt. Die Anlage wurde 1877 als erste kommunale Begräbnisstätte Hamburgs eingeweiht. Hamburger Bürgermeister, Senatoren, Widerstandskämpfer, Dichter, Musiker und Schauspieler – sie alle haben auf dem Ohlsdorfer Friedhof ihre letzte Ruhe gefunden. Die imposanten Großgrabstätten berühmter Hamburger Familien prägen die Anlage, ebenso wie die üppigen Rhododendren, die Anfang Juni blühen. Es gibt insgesamt rund 224.000 Grabstellen und 19 Mausoleen.

1,4 Mio. Beisetzungen hat es seit der Eröffnung des Friedhofes gegeben, etwa 4.700 sind es im Schnitt jedes Jahr. 800 Skulpturen bereichern die Anlage, die somit auch Spiegelbild von Kunsthandwerk und Kulturgeschichte darstellt. Die Gartenarchitektur hat internationalen Rang. Gleichzeitig ist der Ohlsdorfer Friedhof ein idealer Rückzugsraum für Tiere in der Großstadt. Sogar Eulen und Eisvögel leben dort. Die Besucher wissen das alles zu schätzen: mehr als 2 Mio. kommen jedes Jahr. Und da das Gelände so weitläufig ist, gibt es sogar zwei Buslinien (170 u. 270) sowie ein 17 km umfassendes Straßennetz. Öffnungszeiten: Öffnung und Schließung der Friedhofstore April bis Oktober 8.00 bis 21.00 Uhr, November bis März 8.00 bis 18.00 Uhr.

Beratungszentrum Ohlsdorfer Friedhof

(im Verwaltungsgebäude)  22337, Fuhlsbüttler Str. 756
Telefon 0 40/5 93 88-0, Fax 5 93 88-7 77
Öffnungszeiten: Mo–Do 9.00 bis 16.00 Uhr, Fr 9.00 bis 15.00 Uhr
www.friedhof-hamburg.de

Rund um das historische Krematorium von Fritz Schumacher ist auf dem Ohlsdorfer Friedhof das Hamburger Bestattungsforum Ohlsdorf entstanden. Das Bestattungsforum präsentiert sich mit seinem zukunftsweisenden Konzept als "Raum der Ruhe". Es bietet Raum für alle, die sich dem Verstorbenen ein letztes Mal zuwenden, um Abschied zu nehmen. Es ist ein Raum für Menschen, die einen Verstorbenen ehren können, die Rituale suchen und finden wollen, um ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen. Die Fritz-Schumacher-Halle, Cordes-Halle und die Linne- Halle mit separaten Familienzimmern bieten ein würdiges Umfeld für die Trauerfeier.

Die Abschiedsräume bieten Trauernden die Möglichkeit, rund um die Uhr Abschied zu nehmen. Im Bestattungsforum befinden sich auch zwei Grabanlagen für Urnen: das Kolumbarium und die Urnen Krypta. Eine ansprechende Friedhofsgastronomie, das Café Fritz, macht einen Besuch des Bestattungsforums und des Friedhofs für alle Gäste angenehm. Auch ohne Trauerfall oder Grabbesuch.

Infohaus

Das Infohaus ist die erste Anlaufstelle auf dem Ohlsdorfer Friedhof. Es befindet sich direkt gegenüber der U/S Bahnstation Ohlsdorf und ist täglich von 11.00 bis 15.00 Uhr geöffnet.

Museum Ohlsdorfer Friedhof

Das Museum bietet Informationen zur Friedhofsgeschichte und zur kunsthistorischen und ökologischen Bedeutung des Friedhofs. Außerdem erfahren Besucher dort mehr über die Prominenten, die dort bestattet sind. Gezeigt werden historische Pläne und Zeichnungen, Dokumente aus 130 Jahren. Der Verein Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof betreut das Museum ehrenamtlich. Weitere Informationen zum Museum Ohlsdorfer Friedhof.

Alle Friedhöfe in Hamburg finden Sie hier.

Leben & Tod

Sterben gehört zum Leben dazu. Doch viele Menschen verdrängen den Tod. Beerdigungsinstitute machen diese Erfahrung häufig. Die Bestatter stellen andererseits auch fest, dass die meisten Menschen sich für die eigene Beisetzung etwas Unkonventionelles wünschen. Daher raten sie dazu, sich rechtzeitig mit dem Thema zu befassen.

Individuelle Bestattungen

Ein Grab auf dem Friedhof – zu dieser gängigen Form der Bestattung gibt es inzwischen viele Alternativen. Form und Ort können heute so facettenreich sein wie die Persönlichkeiten der Verstorbenen. Die Bestatter organisieren z. B. auch Urnenbeisetzungen, Feuer- oder Seebestattungen sowie Naturbestattungen in idyllischen Gegenden. Auch ein Sarg kann sehr individuell gestaltet oder bemalt sein. 

Einige Möglichkeiten einer würdevollen Beisetzung:

Erdbestattung
Die Erdbestattung ist die traditionelle Art, einen Verstorbenen in seinem Sarg zu beerdigen. Die Beisetzung auf dem ausgewählten Friedhof kann in einem Wahl- oder Reihengrab erfolgen. Ein Wahlgrab sucht sich die Familie/die Einzelperson aus. Grabstätten dieser Art werden meist für Sarg- und Urnenbeisetzungen angeboten. Die Ruhezeit lässt sich nach Ablauf verlängern. Ein Reihengrab kann man sich nicht aussuchen. Es wird von der Friedhofsverwaltung zugewiesen. Nach Ablauf der Ruhezeit fällt diese Grabstätte an den Friedhof zurück.

Feuerbestattung
Feuerbestattungen sind oft gefragt. Der Sarg wird eingeäschert und anschließend in ein Krematorium überführt. Für die Beisetzung der Urne ist folgendes möglich: Das Urnenwahlgrab suchen die Angehörigen aus. Es können bis zu vier Urnen beigesetzt werden. Die Pflege ist Sache der Angehörigen. Ein Rasenurnengrab ist meist für 2 Urnen ausgelegt. Es wird vom Friedhof gepflegt. Anonyme Urnengräber befinden sich meist auf einer Rasenfäche mit einem gemeinsamen Grabstein. Die Urne wird ohne Angehörige beigesetzt. Die Pflege übernimmt der Friedhof.

Seebestattung
Urnen können auch auf der Nordsee oder der Ostsee beigesetzt werden. Hinterbliebene dürfen auf der Fahrt mit dem Schiff dabei sein. Die Urne wird nach seemännischem Brauch vom Kapitän beigesetzt. Regelmäßige Gedenkfahrten zu den Beisetzungsstellen sind üblich.

Naturbestattungen
Bei Naturbestattungen erfolgt die Beisetzung in der freien Natur z. B. in einem "Ruhewald" oder in einem in dieser Form eigens angelegten Bereich eines Friedhofes. Der Ohlsdorfer Friedhof bietet einen solchen "Ruhewald". Außerdem gibt es im Hamburger Umland weitere. Informationen unter

Anonyme Bestattung
Wer sich für eine anonyme Bestattung entscheidet, sollte die Wahl gut überdenken und dies im Vorfeld mit seinen Hinterbliebenen besprechen. Viele entscheiden sich für die anonyme Bestattung, um nach dem Tode niemandem zur Last zu fallen. Wie und vor allem wo die Hinterbliebenen ihre Trauer bewältigen, sollte rechtzeitig gemeinschaftlich besprochen werden. Findet der Verstorbene grundsätzlich keinen Gefallen an Friedhöfen, kann dies natürlich ein überzeigender Grund sein. Ebenso verhält es sich, wenn die Angehörigen gar keinen Kontakt mehr zum Verstorbenen hatten und sich daraufhin für eine anonyme Bestattung entscheiden.

Ein häufiger Grund ist außerdem der Kostenfaktor, denn die anonyme Bestattung ist wesentlich günstiger als eine Herkömmliche. Neben den geringeren Friedhofsgebühren, entfallen darüberhinaus die Kosten für das Grabmal und die Grabpflege. Ebenso wie die zeremonielle Erdbestattung wird die anonyme Bestattung binnen einer Woche nach Eintreten des Todes vollzogen. Sie unterscheidet sich grundlegend darin, dass die Angehörigen während der Beisetzung nicht anwesend sind und auf jegliche Kennzeichnung der Grabstätte verzichtet wird. Der Ort der Bestattung ist somit völlig anonym.

Die Bestattung "auf der Grünen Wiese" erfolgt überwiegend als Feuerbestattung. Entsprechend wird die Asche des Verstorbenen in einer Urne beigesetzt. Manche Friedhöfe ermöglichen zudem eine Erdbestattung. Für die Grabpflege ist die Friedhofsverwaltung verantwortlich. Möglich ist auch eine anonyme Seebestattung – hierbei wird die Beisetzung in der Nord- oder Ostsee vollzogen. Zu einer eher ausgefalleneren Variante zählt die anonyme Luftbestattung: Hierbei wird Asche des Toten aus einem Heißluftballon oder Helikopter in der Luft verstreut. Die Kosten einer anonymen Feuerbestattung betragen in Hamburg beispielsweise 917,93 euro, einer anonymen Seebestattung hingegen 1.068,12 Euro.

Anonyme Bestattungen schließen Trauerfeiern nicht aus! Bei der Feuerbestattung können sich die Angehörigen vom Verstorbenen entweder vor der Kremierung am Sarg oder im Anschluss an der Urne verabschieden. Wer die anonyme Erdbestattung wählt, kann sich am Sarg vom Verstorbenen verabschieden. Mittlerweile ist auch eine halbanonyme Bestattung möglich. In diesem Fall sind die Angehörigen bei der Beisetzung anwesend und kennen die Grabstelle. Name und Ort des Verstorbenen werden meist auf einer Gedenktafel festgehalten.

Checkliste: Was gilt es bei einem Trauerfall zu tun?

Der Tod eines vertrauten Menschen ist für die Hinterbliebenen meist ein schwerer Schlag. Trauer und Schmerz sind enorm, und dennoch gilt es viel zu regeln. Ein Totenschein ist erforderlich, ein Bestattungsinstitut wird benötigt, und auch die Verwandten und Freunde sollten informiert werden. Wie gehen Sie am besten vor. Die Checkliste "Was gilt es bei einem Trauerfall zu tun?" soll Ihnen in schweren Stunden helfen.

Rat und Hilfe erhalten Sie mir unserer Checkliste "Was gilt es bei einem Trauerfall zu tun?".

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