Hamburgs Geschichte nachgehen

Die Wiege Hamburgs liegt mitten in der heutigen Altstadt, direkt auf dem Gebiet des heutigen Domplatzes am Speersort. Bereits im 8. Jahrhundert wurde an dieser Stelle die Hammaburg gebaut. Archäologen fanden heraus, dass dieser Ort vor allem als Handelsplatz diente – was Hamburg offenbar bis heute geprägt hat.

© iStock.com/RossHelen
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In einer virtuellen Ausstellung können sich Interessierte Fundstücke anschauen. Viel spannender finden wir es jedoch, direkt vor Ort die Geschichte der Stadt hautnah zu erleben. 

Im Untergeschoss des St.-Petri-Hofes am Speersort 10 befindet sich der Bischofsturm, ein ringförmiges Turmfundament aus dem 12. Jahrhundert. Es gilt als ältestes Steingebäude der Hamburger Altstadt – oder zumindest die Reste davon. 

Eindruck hinterlässt auch das 400 Meter entfernte Hamburger Rathaus. Der Weg dorthin führt über die Rathausstraße bis zur Großen Johannisstraße – dann erblickt man auch schon das imposante Gebäude und den Rathausmarkt. Das Rathaus sieht älter aus, als es wirklich ist: Es wurde zwischen 1886 und 1897 im historischen Stil der Neorenaissance errichtet. Der Bau war notwendig, weil das alte Rathaus an der Trostbrücke beim Hamburger Brand zerstört wurde. Im Museum für Hamburgische Geschichte lässt sich noch das alte Portal der kleinen Rathaustür besichtigen. Das "neue" Rathaus an der kleinen Alster ist noch heute der Sitz der Hamburger Bürgerschaft und des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg. 

Vom Rathausmarkt sind es nur ein paar Schritte über den Großen Burstah zur Kirche St. Nikolai an der Willy-Brand-Straße. Die Kirche existiert seit 1195. Wie auch das alte Rathaus wurde das Gotteshaus beim Großen Brand von 1842 zerstört. Doch die Hamburger bauten die Kirche wieder auf – bis 1877 war der 147,3 Meter hohe Turm sogar das höchste Bauwerk der Welt. Im Zweiten Weltkrieg wurde St. Nikolai 1943 bei Luftangriffen erneut zerstört. Seitdem gilt die Ruine als Mahnmal für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. 

Der Große Brand begann in der Deichstraße, nur ein paar Meter von St. Nikolai entfernt und zu Fuß leicht zu erreichen. In der kleinen Gasse am Nikolaifleet befinden sich noch immer einige der ältesten Gebäude der Stadt. Geht man die Deichstraße weiter in Richtung Elbe, landet man in der historischen Speicherstadt, die gemeinsam mit dem benachbarten Kontorhausviertel seit 2015 zum UNESCO-Welterbe zählt. 

Die ältesten Wohnhäuser liegen nicht weit davon entfernt am Krayenkamp 10/11, gleich beim Michel. Die Fachwerkhäuser entstanden im frühen 17. Jahrhundert. Heute befinden sich in den Krameramtsstuben kleine Läden, Galerien, Restaurants und eine als Museum erhaltene Wohnung. 

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