Schön schräg – die Oberhafen-Kantine im Oberhafen
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Die ehemalige Kaffeeklappe, die Oberhafen-Kantine, ist eine Institution. Es gibt sie schon seit über 100 Jahren! Schön schräg ist sie anzuschauen. Aktuell werden euch im abgesenkten Schankraum (und darüber) und auf der Außenterrasse leckere Köstlichkeiten (Oberhafenfladen & Labskaus zum Beispiel) serviert. Wir waren vor Ort und ihr sollte dort auch mal reinschmecken!
Seit dem Baujahr 1925 ist die Oberhafen-Kantine das Tor zum Oberhafen und wird seitdem gastronomisch genutzt. Bauherr und Betreiber war Hermann Sparr. Typische Gerichte damals: Frikadellen, Labskaus, Rundstück warm, Burger, Kartoffeln & Quark und Grünkohl.
Was ist eine Kaffeeklappe?
Der Begriff leitet sich, wie ihr euch denken könnt, von der typischen Art des Essens- und Getränkeausgabe ab: Speisen und Kaffee wurden durch eine Klappe direkt aus der Küche in den Gastraum gereicht.
Heutzutage sind solche früher typischen Kaffeeklappen in Hamburg nahezu verschwunden. Nur noch die Oberhafen-Kantine und das Fleetschlösschen in der Hamburger Speicherstadt bewahren die Erinnerung daran.
Was sind die wissenswerten Besonderheiten der Oberhafen-Kantine?
- Die Lampen im Schankraum hängen im Lot.
- Die Schieflage beträgt 5,5 bis 6,5 Grad (beim Tisch 6 noch etwas mehr!)
- Die Küche im Keller ist gerade.
- Für die Konzession ab 2026 musste der Schank-Tresen in die Waagerechte gebracht werden.
- Es gibt einen handbetriebenen Speiseaufzug mit Fußbremse.
- Die Ziegel des Gebäudes sind die gleichen wie beim Chilehaus.
- Es gibt eine Holz-Replika der Oberhafen-Kantine auf dem Arena-Gelände in Berlin-Treptow.
Wie schmeckt's heute?
In der Oberhafen-Kantine wird euch immer noch traditionelle Hamburger Küche aufgetischt, einfach und ehrlich, nahrhaft und zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Wobei ein Großteil davon selbstgemacht ist (wie das Brot) und beim Zubereiten auf gute Zutaten gesetzt wird.
Auf der übersichtlichen Speisekarte findet sich Hamburger Pannfisch, Matjes, das Hamburger Rundstück, die Hamburger Weißwurst, gelegentlich Aalsuppe, Sauerfleisch, Grünkohl und natürlich Frikadellen.
Das kulinarische Angebot wurde um den Oberhafen Knusperfladen erweitert. Ähnlich einem Flammkuchen. Ihr könnt unterschiedliche Beläge wählen. Unsere Empfehlung: mit Birne, Ziegenkäse, Walnüssen und Thymianhonig. Lecker! Gibt's in der Vorspeisenversion oder als Hauptgericht.
Das Labskaus ist zwar klassisch, hat jedoch eine eigene Oberhafen-Kantinen-Note. Da möchte man mehr und wenn ihr euch gut mit dem Servicepersonal stellt, gibt's auch einen kleinen Nachschlag.
Dazu wird Bier ausgeschenkt und auch selbstgemachte Limonade angeboten. Die mit Johannisbeeren und Kräutern war sehr aromatisch und erfrischend. Wobei hier darauf verzichtet wird, das Glas möglichst mit Eis vollzustopfen, wie es aktuell bei vielen anderen Lokalitäten in Hamburg üblicherweise der Fall ist.
Es gibt in der Oberhafe-Kantine keinen Cappuccino oder Latte Macchiato, sondern, wie es sich für eine Kaffeeklappe gehört, einfach guten Filterkaffee. Voll die Philosophie des Hauses: Gäste bodenständig und regional-saisonal aufs Beste zu verwöhnen.
Solltet ihr noch Hunger auf etwas Süßes hinterher haben, dann bestellt euch ein "Frühlingshaftes Bauernmädchen" oder greift zum selbstgebackenen Kuchen. Ihr werdet zufrieden sein.
Drinnen oder Draußen?
Bei Hamburger Schietwetter empfielt es sich, drinnen Platz zu nehmen. Die Schräglage ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig. Bei sehr empfindlichen Menschen könnte sich sogar eine Form von Seekrankheit einstellen. Bei uns nicht. Trotz Schieflage bleiben die Getränke und das Geschirr vor einem stehen und rutschen nicht zum Nachbarn.
Im unteren Schankraum finden ca. 20 Personen Platz, im oberen Gastraum nochmal 20. Übrigens: Im oberen Gastraum hängt eine historische Glocke, die geschlagen werden kann, wenn man noch einen Wunsch hat. Doch heute eher unnötig, da das Servicepersonal alles im Griff hat.
Der Außenbereich besteht aus 2 Terrassen. Die erste befindet sich direkt vor dem Gebäude der Oberhafen-Kantine und wird durch große Sonnenschirme zum schattigen Ausruhplätzchen. Allerdings fahren direkt davor auch Autos in den Oberhafen. Die zweite Terrasse ist ruhiger, da neben dem Gebäude rechts. Diese Terrasse zieht sich am Oberhafen entlang und bietet Blick aufs Wasser. Dort steht auch ein großer Grill für den Sommer.
Gut zu wissen: Es wird die Bezahlung in Bar und per EC- bzw. Debitkarte bevorzugt. Kreditkarte nur im Notfall!
Was gibt's noch im Oberhafen-Quartier?
Der Oberhafen wird aktuell umgebaut. Wenn ihr schon einmal dort seid, dann habt ihr trotzdem viele Ziele, die ihr nach dem Essen (oder vor dem Essen) ansteuern könnt.
- Die Hanseatische Materialverwaltung, mit ihrem riesigen Fundus, ist nur wenige Gehminuten entfernt.
- GRAU TRIFFT GRÜN: Die Begrünungsprojekte von GRAU TRIFFT GRÜN leisten einen Beitrag für mehr Ökologie in der Stadt und steigern die Aufenthaltsqualität im sozialen und öffentlichen Raum. Entlang des Oberhafens könnt ihr durch die Hochbeete bummeln.
- DIE HALLE für alle! Seit über 10 Jahren ist die HALLE im Oberhafenquartier ein Community-Hub für Street Culture: mit Parkour & Freerunning, Breakdance, Calisthenics und mehr. Am besten vor dem Essen!
- Die Gleishalle befindet sich im Zentrum des bunten Hamburger Oberhafen Kultur-, und Kreativquartiers. Hier lohnt es sich, vorher zu schauen, ob gerade ein Nachtflohmarkt, oder der Markt der Möglichkeiten stattfindet.
Für weitere wunderbare Orte der kreativen Kulinarik schaut bei uns im hamburg-magazin.de.