Wir sind Juden aus Breslau

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Filmplakat:Wir sind Juden aus Breslau

Nachdem Hitler an die Macht kam, mussten die Juden aus Breslau, der damals drittgrößten jüdischen Gemeinde, fliehen. Der Dokumentarfilm von Karin Kaper und Dirk Szuszies rekonstruiert, anhand von vierzehn Zeitzeugenberichten, den Alltag der Juden in Breslau. Darüber hinaus zeigt er, wie einige von ihnen ins heutige Wroclaw reisen, um sich hier für den Neuaufbau einer jüdische Gemeinde zu engagieren.

Regie
Karin Kaper, Dirk Szuszies
Land
Deutschland
Jahr
2016
Genre
Dokumentarfilm
FSK
12
Originaltitel
Wir sind Juden aus Breslau
Länge
113 Minuten
Filmbewertung

Siegel der Deutschen Film- und Medienbewertung Sie waren jung, blickten erwartungsfroh in die Zukunft, fühlten sich in Breslau, der Stadt mit der damals in Deutschland drittgrößten jüdischen Gemeinde, beheimatet. Dann kam Hitler an die Macht. Ab diesem Zeitpunkt verbindet diese Heranwachsenden das gemeinsame Schicksal der Verfolgung durch Nazi-Deutschland als Juden: Manche mussten fliehen oder ins Exil gehen, einige überlebten das Konzentrationslager Auschwitz. Der Heimat endgültig beraubt, entkamen sie in alle rettenden Himmelsrichtungen und bauten sich in den USA, England, Frankreich, und auch in Deutschland ein neues Leben auf. Nicht wenige haben bei der Gründung und dem Aufbau Isreals wesentlich mitgewirkt. 14 Zeitzeugen stehen im Mittelpunkt des Films. Sie erinnern nicht nur an vergangene jüdische Lebenswelten in Breslau. Ihre späteren Erfahrungen veranschaulichen eindrücklich ein facettenreiches Generationenporträt. Einge von ihnen nehmen sogar den Weg in die frühere Heimat auf sich, reisen ins heutige Wroclaw, wo sie einer deutsch-polnischen Jugendgruppe begegnen. Gerade in Zeiten des zunehmenden Antisemitismus schlägt der Film eine emotionale Brücke von der Vergangenheit in eine von uns allen verantwortlich zu gestaltende Zukunft. Eine Rolle im Film spielt auch der Wiederaufbau einer jüdischen Gemeinde in Wroc?aw. Diese Einbindung macht die Fallhöhe deutlich, der Kontrast zum Vergangenen, zum unwiderruflich Verlorenen, wird schmerzhaft größer und deutet doch die Möglichkeit eines zarten Neubeginns an.

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