Tom of Finland

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Filmplakat:Tom of Finland

"Tom of Finland" wurde als Label für homoerotische Zeichnungen seit den 1950er-Jahren weltbekannt. Der Mann dahinter, Touko Laaksonen, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von der finnischen Mehrheitsgesellschaft angefeindet. Schwuler Sex stand unter Strafe, Homosexuelle wurden nicht selten in Ehen mit Frauen gezwungen. Doch Laaksonen kämpfte für seine Liebe, seine Leidenschaft, seine Kunst - und wurde zur Ikone der Schwulenbewegung.

Regie
Dome Karukoski
Land
Finnland
Jahr
2017
Genre
Drama
FSK
12
Originaltitel
Tom of Finland
Länge
115 Minuten
Filmbewertung

Siegel der Deutschen Film- und Medienbewertung Er war eine Ikone der Schwulenbewegung: Der finnische Künstler Touko Laaksonen, der unter dem Pseudonym "Tom of Finland" seine pornografischen und homoerotischen Zeichnungen in die Welt brachte, sorgte für Furore. In TOM OF FINLAND erzählt der Regisseur Dome Karukoski auf sensibel berührende Weise die Geschichte des Mannes hinter der Kunst. Als Touko als Soldat aus dem Zweiten Weltkrieg heimkehrt, ist er nicht mehr derselbe wie vorher. Seine Schwester, die sich Sorgen um ihn macht, beschwört ihn, das Leben wieder zu genießen. Doch Touko darf nicht leben wie er möchte. Er ist homosexuell und kann im Finland der 1950er Jahre seine Leidenschaften nur im Verborgenen ausleben. So beginnt er seine sexuellen Fantasien zu zeichnen. Schnell finden seine Kunstwerke reißenden Absatz, nicht nur in Europa, sondern auch in den USA. Doch während "Tom of Finland" gefeiert wird, muss er im Privaten immer noch kämpfen, um zu seiner großen Liebe stehen zu können. Karukoski erzählt auf einfühlsame und still zurückhaltende Weise. Immer wieder streift der Film wichtige Stationen der Zeitgeschichte, die man auch durch das authentische Setting nachspüren kann. So ist TOM OF FINLAND nicht nur ein spannendes Biopic, sondern auch eine lebendige Milieustudie über eine ganze Bewegung. Die Beklemmung der Figuren, die immer Angst vor Verfolgung, Ausgrenzung und Bestrafung haben müssen, wird durch ein exzellentes Drehbuch und eine klug komponierte Farb- und Lichtdramaturgie deutlich spürbar. Verschiedene Zeitebenen werden von Karukoski geschickt miteinander verwoben, sodass man als Zuschauer immer wieder und ganz natürlich mit Touko hin- und herwandert in der Erinnerung. Die vielen inszenatorischen Wendungen des Films fügen sich problemlos zu einem harmonischen Ganzen, auch weil die großartigen Darsteller ihre Rollen differenziert spielen, allen voran der zwischen Fragilität und innerer Entschlossenheit brillant changierende Pekka Strang in der Titelrolle. Und neben der beeindruckenden und dicht erzählten Geschichte eines Mannes, der sein ganzes Leben lang zu kämpfen hatte, ist TOM OF FINLAND doch immer wieder auch ein romantisches und lebensbejahendes Plädoyer für die Freiheit, das sein zu dürfen, was man möchte. In jedweder Hinsicht. Ein spannendes und berührendes Biopic und eine filmische Verbeugung vor einem großartigen Künstler.

Kategorien: Kinofilme FSK 12 Drama

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