The Witch

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Filmplakat:The Witch

Im 17. Jahrhundert zieht eine Familie auf ein einsames Stück Land Neuenglands. Farmer William, seine Frau und deren fünf Kinder möchten sich schnell einleben, würden nicht seltsame Vorfälle ihren Alltag bestimmen: Tiere verhalten sich aggressiv, und nachdem ein Kind von einer dunklen Macht besessen erscheint, verschwindet ein anderes spurlos. Ein Opfer ist schnell gefunden: Die älteste Tochter Thomasin wird der Hexerei bezichtigt.

Schauspieler
Anya Taylor-Joy, Ralph Ineson, Kate Dickie
Regie
Robert Eggers
Land
Kanada, USA
Jahr
2015
Genre
Horror
FSK
16
Originaltitel
The Witch
Länge
92 Minuten
Filmbewertung

Siegel der Deutschen Film- und Medienbewertung Neuengland, im Jahre 1630. Weil sie von ihrer puritanischen Gemeinde verstoßen werden, müssen sich William, seine Frau Kate und seine fünf Kinder eine neue Heimat suchen. Ein gesegneter Platz für ein Haus scheint bald gefunden, direkt in der Nähe eines Waldes, auf fruchtbarem Feld. Doch ein Jahr später ist die Ernte verdorben und die Familie muss sehen, wie sie den Winter überlebt. Als dann noch das Baby Samuel unter der Aufsicht der ältesten Tochter Thomasin spurlos verschwindet und rätselhafte Dinge auf dem Hof passieren, nimmt das Unheil seinen Lauf. Es heißt, eine Hexe sei im Wald. Ist sie gekommen, um sich die Familie zu holen? Oder steckt etwas ganz anderes dahinter? Subtil und stellenweise mit hypnotischer Langsamkeit entwickelt der Debütfilm von Regisseur Robert Eggers seinen Horror, seine Angst vor dem unerklärlich Übernatürlichen. Nie kann sich der Zuschauer sicher sein, hinter was oder wem sich die Gefahr verbirgt. Geschickt nutzt Eggers die Kamera, die die Figuren abtastet, verfolgt, aus den verschiedensten Blickwinkeln beobachtet. Auch der Zuschauer wird so zum Voyeur, zum Beobachter. Und erliegt der Versuchung, zu urteilen, Schuld zuzuweisen und Partei zu ergreifen. Um das zu erreichen, stehen auch die komplexen Dialoge der Protagonisten im Dienst des visuellen Vorhabens des Regisseurs. Die Dialoge basieren auf Originaltexten und Zeitdokumenten wie Gerichtsprotokollen und Zeugenaussagen. Nicht nur auf dieser Ebene ist Eggers Film vollkommen authentisch und entwickelt einen Grusel und Schauer, der sich nicht nur aus der bedrückenden Atmosphäre und der Abgeschiedenheit des Handlungsorts vom Rest der zivilisierten Welt ergibt, sondern auch aus den wahrhaftigen historischen Vorgängen, die genauso belegt sind. Die Familienmitglieder sind mit Schauspielern besetzt, die ihre Rollen zu leben scheinen. Ralph Ineson als William ist das Oberhaupt der Familie. Gottesfürchtig, streng zu allen um ihn herum und fast schon dämonisch in seiner religiösen Besessenheit. Ebenso Kate Dickie als Ehefrau, die aufgrund der schrecklichen Ereignisse fast dem Wahnsinn verfällt. Ebenfalls Großes leisten die Jungdarsteller Anya Taylor-Joy als Thomasin und Harvey Scrimshaw als ihr jüngerer Bruder Caleb. Wie sie beide der Heimsuchung durch die dunkle Seite und den eigenen inneren Dämonen, die sie im Erwachsenwerden durchleben, begegnen, wird von Eggers und seinem Kameramann Jarin Blaschke auf einzigartige Weise in stimmungsvollen und doch so kalten blassen Bildern eingefangen, die den Zuschauer sprachlos zurücklassen und fast unwirklich erscheinen. THE WITCH ist historische Lehrstunde und perfekt inszeniertes Schauermärchen in einem. Ein Horrorkabinettstück.

Kategorien: Kinofilme FSK 16 Horror

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