OpernReport: „Von Fäusten und des Pudels Kern“

Konzerte

Bild: OpernReport: „Von Fäusten und des Pudels Kern“

© Niklas Marc Heinecke

Der Wunderheiler und Schwarzkünstler Johann Faust verschrieb sich um die Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert angeblich dem Teufel... Auch wenn es zahlreiche Auseinandersetzungen mit diesem historischen Stoff gibt, so sind es die über 12.000 Verse Goethes, die Faust neben Mozarts Giovanni und Shakespeares Hamlet als mythische Figur in der modernen Sinnsuche verewigt haben. Zwischen Gretchentragödie und Gelehrtentragödie hat das bekannteste Werk der deutschen Literatur auch Maler und Komponisten, Fotografen und Filmemacher inspiriert und ist so in allen Künsten sinnlich aufzuspüren. Robert Schumann hat sich über viele Jahre mit dem Werk auseinandergesetzt und in den erst 1862 posthum aufgeführten Szenen aus Goethes „Faust“ zum Klingen gebracht. Sein drittes Werk ohne Opuszahl ist keine Oper, sondern ein dreiteiliges Amalgam aus literarischer Kantate um die Gretchengeschichte, säkularem Oratorium mit Faust im Zentrum und erlösungs-allegorischer Chorsymphonie, von dem Schumann selbst erwartete, dass seine Gesamtaufführung „höchstens mal als Kuriosität geschehen dürfe“. Während Gounods Faust-Oper sich seit Erscheinen 1859 weltweit größter Beliebtheit auf den Bühnen erfreut, fristete Schumanns Werk lange ein Schattendasein, dabei ist er der erste Komponist, der den zweiten Teil der Dichtung vertonte und sich so der Erlösungsfrage klanglich nähert.
Der Musiktheaterdramaturg, Kunsthistoriker und Literaturwissenschaftler Dr. Alexander Meier-Dörzenbach wird das Werk zwischen Wort, Bild und Ton kontextualisieren, während der besonders aus Film und Fernsehen bekannte Schauspieler und Synchronsprecher Wolfgang Häntsch ausgewählte Passagen zum Leben erwecken.



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