Nils Heinrich - Mach doch`n Foto davon!

Bühnenkunst

Bild: Alma Hoppes Lustspielhaus

© Johannes Beschoner

Unverschämte Geschichten und infizierendes Liedgut von twitternden Mädchen empfohlen.
Nils Heinrich, der tiefenentspannte Satiriker unter den Kabarettisten, präsentiert
mit „Mach doch n Foto davon!“ sein bisher frechstes Programm –ein erfreulich
erfrischender Rundumschlag gegen die Merkwürdigkeiten des Lebens. Von der
Amazon-Rezension bis zum Treueherzchen, vom Munitionsfabrikanten bis zum
verhinderten Revoluzzer. Sein Land ist Zwischendeutschland, eine Nation
zwischen allen Stühlen, zwischen Doppelmoral und Sozialneid, zwischen
Gesundheitsgläubigkeit, Medienwahn, Verschwörungstheorien und sattem
Bürgertum. In seinen Geschichten steigert Nils Heinrich die Normalität zur Farce
und sorgt für Unordnung in der Welt der festgefahrenen Gedanken und Meinungen.
In „Mach doch n Foto davon!“ geht es nicht nur um neue Medien, hohe Politik und
niedere Instinkte. Vor allem geht es um Nils Heinrich und seine Abenteuer im
Alltag. Dabei verschont er weder narzisstische Social Network-Fans noch Bad
Harzburg. Er ist bissig und boshaft, ohne Zyniker zu sein –ein freundlich lässiger
Provokateur, der die größten Gemeinheiten mit leisem Lächeln serviert. So ganz
Nebenbei bringt er in klug verschwurbelten Gedankengängen den Irrsinn hinter
der scheinbaren Normalität ans Licht und wirft sehr gründliche Blicke hinter die
Fassade rätselhafter Bäckereien. Er hat ein Herz für die Zerrissenheit der
Generation Filterkaffee. Und er weist einen Ausweg aus der ausufernden
Gentrifizierung . Dabei gelingt es ihm sogar, aus Kindergeschichten ganz neue,
unerwartete Gedanken zu zaubern.
Mit seinem flapsig intelligenten Humor erobert Nils Heinrich die Bühne und das
Publikum. Er ist der nette Junge von nebenan, der immer freundlich grüßt, der
sich aber als äußerst kreativ beim Ausdenken fieser Streiche erweist.
Dazu singt und klampft Nils Heinrich mit schöner Beiläufigkeit seine klug
ausgedachten, musikalischen Beiträge: rhythmisch rufend und rappend ist er
auch hier der charmante Rebell gegen die neudeutschdoofe Betroffenheits-befindlichkeit.
Dass er bei aller Frechheit so entspannt bleibt, liegt an seiner Vergangenheit. Er stammt aus einem gut verschlossenen Menschenhabitat.



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Kategorien: Bühnenkunst Kabarett

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