NDR Elbphilharmonie Orchester / Carlos Miguel Prieto

Klassik

Bild: NDR Elbphilharmonie Orchester / Carlos Miguel Prieto

© Benjamin Ealovega

Als hätte sie den Standort der Elbphilharmonie bereits im Sinn gehabt, widmete die NDR Residenzkomponistin Unsuk Chin eines ihrer Werke den Wassergeistern, genauer: Sirenen. Die sagenhaften Femmes fatales sind Inbegriff der (akustischen) Verführung. Aber wie klingt ihr Gesang eigentlich? Die südkoreanische Komponistin befragt dafür Odysseus, der sich an einen Schiffsmast fesseln ließ, um gefahrlos den Sirenen zu lauschen. Hell fluoreszierend fängt Chin ihren Gesang in allen Facetten ein.
Auch Textfetzen aus James Joyces Jahrhundertroman »Ulysses« finden sich in der Komposition: Leicht verjazzt, wandelt sich die Sirene zur verruchten Bardame. Nur eines tun die Sirenen nie: schweigen. Die Sopranpartie stellt dementsprechend höchste Ansprüche an ihre Interpretin.
Auch Thierry Escaich hatte einen ganz bestimmten Klang im Ohr, als er Initiationsriten der Navajo-Indianer vertonte und dem Bratschisten Antoine Tamestit zueignete. Intensiv setzte sich der französische Komponist mit dem Instrument auseinander, um in seinem neuen Violakonzert »La Nuit des chants« der vernachlässigten Schwester der Geige ihre ganz eigenen Klangqualitäten zu entlocken.
Sein Landsmann Olivier Messiaen brachte sogar Steine zum Singen: Farbprächtig meditierte er über das Grabmal Christi. Der Mexikaner Carlos Miguel Prieto setzt im Rahmen des Xenakis-Schwerpunkts der Elbphilharmonie noch das nach mathematischen Formeln komponierte, aber jede Dimension sprengende Werk »Jonchaies« des griechischen Komponisten aufs Programm.

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Kategorien: Klassik Konzerte
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Elbphilharmonie (Großer Saal)HVVIcon Veranstaltungsortdetails
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Platz der Deutschen Einheit 1, 20457 Hamburg

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Freitag, 29.11.2019
20:00 Uhr bis 21:45 Uhr

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