La traviata

Bühnenkunst

Bild: La traviata

© Olya Runyova

»Sein Dirigat erstaunte, überraschte und faszinierte schließlich selbst Verdi erfahrene Kritiker«, hieß es in der Presse, nachdem Teodor Currentzis Verdis »La traviata« 2016 in seiner derzeitigen Haupt-Wirkungsstätte im russischen Perm aufführte. »So frisch und gefühlvoll, ohne ins Gefühlsduselige abzurutschen, hatte man diesen Opernklassiker im Walzertakt wohl noch nie gehört.«
Mit »La traviata« betrat Mitte des 19. Jahrhunderts zum ersten Mal in der Geschichte der Oper eine zeitgenössische Figur die Opernbühne. Verdi gelang damit nicht nur ein brandaktuelles Werk, sondern vor allem das anrührende Porträt einer von der Gesellschaft geächteten Frau – gezeichnet mit den Mitteln musikalischer Psychologisierungskunst.
Mit großem Feingefühl setzt der genuine Musikdramatiker Verdi die Musik hier zur Charakterisierung der Titelprotagonistin aus Alexandre Dumas Romanvorlage »Die Kameliendame« ein: die funkelnden Koloraturen für die vergnügungssüchtige Lebedame und Kurtisane des Anfangs, die naturalistische Deklamation für die aufrichtig liebende Frau am Ende des Werkes.
Wie kaum ein anderer Komponist blickt er dabei in die Seelen der Figuren und zeigt sie mit all ihren Schwächen und Emotionen, in Freud und Leid, in Liebe und Verzweiflung – und hält dem Publikum dabei nicht selten einen Spiegel vors Gesicht.

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