Internationales Sommerfestival 2019 - Rimini Protokoll (Stefan Kaegi) und Thomas Melle: Uncanny Valley

Bühnenkunst

Bild: Internationales Sommerfestival 2019 - Rimini Protokoll (Stefan Kaegi) und Thomas Melle: Uncanny Valley

© Gabriela Neeb

Rimini Protokoll öffnen mit einem aufregenden Stück Theater den Blick in die Zukunft und in das unheimliche Tal zwischen Mensch und Maschine.
Auf der Bühne sitzt Thomas Melle. Oder zumindest eine fast perfekte Kopie von ihm: Ein humanoider Roboter mit Melles Aussehen und Stimme, der uns in UNCANNY VALLEY eine Stetigkeit garantiert, die Melle selbst phasenweise verwehrt bleibt. Denn der Autor hat eine manisch-depressive Erkrankung, auch bipolare Störung genannt, über die er zuletzt den schonungslosen und sprachlich brillanten biografischen Roman „Die Welt im Rücken“ geschrieben hat. Bei seinen Auftritten hat sich Thomas Melle oft wie ein Automat verhalten, um die eigene Panik zu überwinden. Nun steht Melle ganz als Automat auf der Bühne und spricht über seine Krankheit und die Beziehung zwischen Mensch und Maschine. Kommt sich das Original durch sein elektronisches Double näher? Kann der Roboter den Menschen ersetzen? Was macht eine Maschine für das Publikum menschlich und was das Theater unmittelbar? In ihrer beeindruckenden Inszenierung reflektieren und dokumentieren Thomas Melle und Stefan Kaegi, wie Humanoide an die Stelle des Menschen treten und wie die Maschine zur Projektionsfläche für die Zukunft wird. Außerdem ist das Stück eine ebenso grundsätzliche wie erhellende Auseinandersetzung mit dem Live-Medium Theater.

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Kategorien: Bühnenkunst Theater

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