Helmut und Jakob Debus

Konzerte

Kult und doch neu!
„Frömde Frünnen“ heißt das aktuelle Album von Helmut Debus. Doch der junge Mann, mit dem der plattdeutsche Songpoet zum traditionellen Konzert am letzten Freitag im Februar (seit 1999) in der KunstKate auftritt, ist ihm nicht fremd. Aber ein Freund im eigentlichen Sinne ist er auch nicht. Helmut Debus tritt gemeinsam mit seinem Sohn Jakob auf, seit Jahren eine lieb gewonnene Gewohnheit, wenn Helmut’s Band nicht zur Verfügung steht.
„Frömde Frünnen“ ist Debus´ zwanzigstes Album. Sein Debüt „Wo ik herkam“ erschien 1976, in Folge neunzehn weitere LPs/CDs, ein Liederbuch und eine DVD mit Film- und Fernsehaufnahmen.
Helmut Debus ist ein Erneuerer der Sprache. Seine eigensinnige Poesie gibt der niederdeutschen Sprache das zurück, was sie am nötigsten braucht – Respekt und Würde. Seit 1985 entwickelte er sich immer mehr „von einem dichtenden Sänger zu einem singenden Dichter“.
Für seine künstlerische Arbeit erhielt er zahlreiche Kultur- und Literaturpreise, u .a. 1989 den Bad Bevensen Preis, 1990 das Niedersächsische Künstlerstipendium, 1999 den Literaturpreis der Stadt Kappeln, 2004 den Kulturpreis der Oldenburgischen Landschaft. 2014 war Debus nominiert für den Deutschen Musikautorenpreis. Viele seiner Lieder waren in den Top 10 der „Liederbestenliste“.
Die beiden Alben „Dreihen un Weihen“ (2012) und „Liekut un annersrum“ (2015) waren nominiert für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik.
Er schrieb Lieder für Filme und Theaterstücke. Seine Texte wurden in Litaratur-Anthologien, in Lieder- und Schullesebüchern abgedruckt sowie von Studenten an Universitäten behandelt und in etlichen Hausarbeiten für Lehramts-Staatsprüfungen zum Thema gemacht.
Die letzten Alben enthielten ausschließlich Debus´ eigene Texte und Melodien. Das Jubiläumsalbum ist etwas bunter geworden. Fünf ältere Debus-Songs in einem neuen Gewand und sieben „Frömde Frünnen“. Fünf seiner eigenen Lieblings-Songs in spannenden Neuinterpretationen, in einem Sound-Gewand, das ihnen neuen Schwung verleiht – so wie wenn man einem alten Haus einen neuen Anstrich verpasst. Alle Texte sind bearbeitet, einige neue Textzeilen eingeflossen, ein Song hat eine ganz neue Melodie bekommen.
Zwei von Debus‘ Leit- und Lieblingssätzen passen gut zu dieser Arbeit, zu diesem neuen Album: “ ´n beten scheef hett Gott leef“ und Nam June Paiks „when too perfect, lieber Gott böse“.
Von den sieben Cover-Songs, den „Frömden Frünnen“, sind vier poetische Übertragungen ins Niederdeutsche, drei sind original geblieben und werden auf dem Album auch in deutsch gesungen. Die aus dem Englischen und Spanischen ins Niederdeutsche übertragenen Texte entsprechen dem Geist des Originals, sind aber musikalisch und poetisch frei bearbeitet.
Debus:
Dass man sich über die Musik mit jemandem verbunden fühlt, den man nie persönlich getroffen hat, empfinde ich als geradezu magisch. Man kann einen Song nur dann gut übertragen, wenn man ihn liebt. So als wäre er dein eigener. Dylan sagt in einem seiner Songs, dass er Schuhe für andere gemacht hat und macht, selber aber barfuß ist.
Für mich ist es wunderbar für eine kleine Zeit in den Schuhen eines anderen zu gehen und die Welt durch seine Augen zu sehen. Ich bin dort heimisch geworden und habe gewagt, das was er englisch gesagt hat, in meine eigene Sprache zu bringen. Wenn es gelungen ist, steht am Ende dort ein neuer niederdeutscher Song. Möglicherweise, wenn ich Glück hatte, ein so vollkommener – unvollkommener wie der von Dylan, wie der von Tom Waits, wie der von Lluis Llach. Ezra Pound hat seinerzeit einmal an seine Übersetzerin Eva Hesse geschrieben: „Verdammt ! Übersetzen Sie nicht, was ich geschrieben habe. Übersetzen Sie, was ich schreiben wollte“ .
Karten im Vorverkauf 18 Euro inkl. Platzreservierung im KatenLaden,
mobil: 0172 4049762,
Einlass: 20:00 Uhr



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Kategorien: Konzerte

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