Erwin Grosche - Wie aus heiterem Himmel

Bühnenkunst

Bild: Erwin Grosche - Wie aus heiterem Himmel

© links im Bild

Kenner der Szene halten Erwin Grosche für den ungewöhnlichsten Kabarettisten Deutschlands: „Was für ein merkwürdiges kleines Männchen. Wie von einem anderen Planeten. Diese weit aufgerissenen Augen, dieser leicht irre Blick, und dazu haut er auch noch auf die Trommel. Was ist das? Ein in die Jahre gekommenes Grasssches Oskarchen? Oder ein Onkel von Karlson vom Dach.
In seinem perfekten Schneideranzug könnte er auch ein Nachfahre eines vornehmen Varieté-Liliputaners sein. Oder ein spanischer Hofnarr aus einem Gemälde von Velazquez. Jetzt macht er den Mund auf. Merkwürdige Wörter purzeln heraus. Vielleicht ist der sonderbare kleine Mann ein Gesandter aus dem dadaistischen Jenseits?"
Wer Erwin Grosche auf der Bühne erlebt, reibt sich verwundert die Augen. Da sitzt ein gutgekleideter Mann in den besten Jahren an einem schwarzen Kinderklavier und spricht über Gott und die Welt. Er spielt auch Akkordeon. Ein kleines rotes. Und singt sehr poetische Lieder vom Glück, vom Alter und von Hausstaubmilben. Erwin Grosche kann man nicht beschreiben. Er verrückt sein Publikum und bringt es auf schiefe Bahnen. Seine Bühnentexte nennt Grosche Stücke.
Es sind raffiniert komponierte Expeditionen in eine Welt, die immer ein wenig schräg zum Alltäglichen liegt. Oft kommen sie als Beinahe-Lieder mit minimalistischer Instrumentalbegleitung daher, manchmal als philosophische Betrachtungen, die zwischen Albernheit und Tiefsinn taumeln.
Wer ihn nicht gesehen hat, verpasst vielleicht das absurdeste Innere-Welten-Abenteuer seines Kleinkunstfanlebens. Denn ob Erwin Grosche wiederkommt und nicht einfach auf einen anderen Planeten verschwindet, ist nicht gewiss.



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Kategorien: Bühnenkunst Comedy

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