Die beste aller Welten

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Filmplakat:Die beste aller Welten

Adrian ist sieben und wird von seiner Mutter heiß geliebt. Die allerdings ist heroinabhängig. Im Salzburg der 1990er-Jahre wächst der Junge jenseits aller Regeln der Gesellschaft auf. Adrian und seine Mutter erschaffen sich eigene, wunderschöne Traumwelten. Diese werden aber bald erschüttert: Die Mutter muss ständig neuen Stoff besorgen, hat Entzugserscheinungen und das Jugendamt will Adrian in Obhut nehmen. Können die beiden zusammen bleiben?

Schauspieler
Verena Altenberger, Jeremy Miliker, Lukas Miko
Regie
Adrian Goiginger
Land
Österreich, Deutschland
Jahr
2017
Genre
Drama
FSK
12
Originaltitel
Die beste aller Welten
Länge
103 Minuten
Filmbewertung

Siegel der Deutschen Film- und Medienbewertung Für den siebenjährigen Adrian ist seine Mutter Helga die Beste. Zusammen leben die Beiden in einer kleinen Wohnung am Rande von Salzburg. Helga liebt ihren Sohn abgöttisch, erzählt ihm Geschichten und ermutigt ihn zu träumen. Doch während Helga alles daran setzen möchte, ihrem Sohn eine gute Zukunft zu ermöglichen, scheitert sie an sich selbst. Denn Helga ist drogenabhängig, genau wie ihr Lebensgefährte Günther und dessen Freunde, allesamt gescheiterte und von der Gesellschaft vergessene Existenzen. Ständig lebt Helga in der Angst, dass das Jugendamt ihr Adrian wegnehmen wird. Und so erfinden die Beiden ein Spiel, in dem es darum geht, nach außen hin ein normales Leben zu führen. Auch wenn im Inneren alles ein Tanz auf dem Drahtseil ist. DIE BESTE ALLER WELTEN von Adrian Goiginger ist in vielerlei Hinsicht ein ganz besonderer Film. Nicht nur erzählt Goiginger in seinem Langfilmdebüt seine eigene Geschichte. Er erzählt sie auch so konsequent und lebensnah aus der Perspektive eines siebenjährigen Kindes, dass man als Zuschauer gar nicht anders kann als sich dafür zu öffnen. Immer ist die großartige Kamera von Yoshi Heimrath und Paul Sprinz ganz nah bei Adrian, den Jeremy Miliker entwaffnend authentisch verkörpert. Es ist seine Sicht auf die Welt, die oftmals, auch und gerade in der Wohnung, düster und schmuddelig wirkt und die doch ganz nachvollziehbar für Adrian ein Zuhause darstellt, welches seine Mutter mit Liebe und Wärme füllt. Verena Altenberger spielt überzeugend und eindrücklich beide Seiten dieser Frau, die sich ihrer Sucht nicht erwehren kann, obwohl sie weiß, dass sie dadurch riskiert, das Wichtigste in ihrem Leben zu verlieren. Die einzelnen Szenen sind atmosphärisch und auch in den Dialogen so beklemmend dicht inszeniert, dass sie, aufgrund der teilweise drastischen Situationen, fast schon dokumentarisch wirken. DIE BESTE ALLER WELTEN ist ein eindrucksvoll realistisches Sozialdrama, dass sich dank der beeindruckenden Darsteller und Goigingers sicherer Regieführung nie der Hoffnungslosigkeit ergibt. Ein starker Film, der den Zuschauer auch nach dem Abspann so schnell nicht wieder loslässt.

Kategorien: Kinofilme FSK 12 Drama

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