Der Seidene Faden

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Filmplakat:Der Seidene Faden

London ist in den 1950er-Jahren ein Mekka der Modewelt. Im Zentrum steht der Designer Reynolds Woodcock, bei dem das Königshaus, der Adel und Filmstars ein und ausgehen. Woodcock liebt die Frauen, sie treiben ihn zu Höchstleistungen an. Doch von keiner lässt er seinen wohlstrukturierten Alltag durcheinanderbringen - bis Alma aufkreuzt. Die junge Frau ist willensstark und schön. Die aufkeimende Beziehung stellt beide vor Herausforderungen.

Schauspieler
Daniel Day-Lewis, Lesley Manville, Vicky Krieps
Regie
Paul Thomas Anderson
Land
USA
Jahr
2017
Genre
Drama
FSK
6
Originaltitel
The Phantom Thread
Länge
131 Minuten
Filmbewertung

Siegel der Deutschen Film- und Medienbewertung London in den 1950er-Jahren: Die Zeit der Entbehrung ist vorbei, der Luxus hält wieder Einzug in die feine englische Gesellschaft. Und zu diesem Luxus gehören auch die Kleider von Reynolds Woodcock. Er ist der Mann, der die Frauen mit seinen Kreationen verführt. Jede Frau will einen Entwurf von ihm tragen, jede möchte ihm gefallen. Doch er selbst ist eingefleischter Junggeselle und lebt mit seiner streng disziplinierten Schwester Cyril in seinem Londoner Hauptsitz. Aber natürlich ist Reynolds selten wirklich allein. Es gibt Musen, Geliebte, Frauen, die sein Leben begleiten, um es kurze Zeit später wieder zu verlassen - denn Reynolds einzig wahre Liebe ist die Mode. Bis er Alma begegnet. Die junge Frau gewinnt zunächst sein Interesse und dann sein Herz. Schnell wird Alma sein Lieblingsmodell und seine feste Begleiterin. Doch je mehr er sich der Liebe öffnen will, desto stärker scheint er sich auch dagegen zu wehren. Und schon bald fühlt es sich an, als ob Reynolds gesamtes inneres Gleichgewicht nur noch am seidenen Faden hängt. Der neue Film von Paul Thomas Anderson entführt den Zuschauer in die faszinierende und exquisit schillernde Welt der Haute-Couture. Mit einer dynamischen Kamera schwebt der Film quasi durch das Haus der Woodcocks und zeigt so gleichsam die kontrolliert emsige Betriebsamkeit des Modebetriebs sowie auch die Zurückgezogenheit und Starre ihrer Bewohner. Als stets disziplinierte Schwester, die wie eine Art strenger Hausgeist über Reynolds Schaffen wacht, überzeugt Lesley Manville ebenso wie Vicky Krieps, die Alma eine still bescheidene Aura verleiht, hinter deren Fassade ein eigenständiger Geist lauert, der genau weiß, was er will. Doch der Fixstern des Films ist Daniel Day-Lewis, der in seiner, nach eigenen Angaben, letzten großen Rolle noch einmal unter Beweis stellt, wie meisterlich sein Spiel ist. Jede Geste, jeder Gesichtsausdruck ist durchdacht und eine klare Aussage, die für ihre Wirkung nur wenig unterstützende Worte benötigt. Anderson dirigiert seine Figuren geschickt und mit Sinn für Komplexität durch die stringent durchkomponierten Kulissen. Im Zusammenspiel mit einem klugen Farb- und Lichtkonzept und einem stimmungsvollen Score entsteht ein großer filmischer Genuss, dem man als Zuschauer mit allen Sinnen folgt.

Kategorien: Kinofilme FSK 6 Drama

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