Darum wählt! Plakate zur ersten demokratischen Wahl in Deutschland

Ausstellungen & Museen

Im Januar 2019 haben sich die ersten demokratischen Wahlen in Deutschland zum hundertsten Mal gejährt. Zugleich wurde an diesem Tag das erste Parlament der Weimarer Republik gewählt. Ein Meilenstein in der Geschichte Deutschlands, dem das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) eine Ausstellung, bis 22. April 2019, mit über 100 Plakaten und Grafiken aus dieser Zeit widmet, die damals eine entscheidende Rolle bei der Auseinandersetzung zwischen den politischen Kräften spielen. Sie setzen die plastische und oft brutale Bildsprache, die sich im Ersten Weltkrieg entwickelt hatte, nahtlos fort.

In erstaunlicher Weise spiegeln sich in den dramatischen Monaten nach der Abdankung des Kaisers und dem Ende des Ersten Weltkrieges aber auch zentrale Themen, die heute wieder von höchster Aktualität sind. Eine rasche Radikalisierung der Gesellschaft setzt ein mit der Revolution auf der einen und nationalistischen Bestrebungen auf der anderen Seite. Zugleich verliert die politische Mitte zunehmend an Kraft. Schlagworte wie Heimat oder Freiheit werden parteipolitisch aufgeladen. Zum ersten Mal dürfen Frauen wählen und werden als größte Gruppe der Bevölkerung gezielt umworben.

In sechs Kapiteln zeichnet die Ausstellung die Botschaften der verschiedenen Kräfte und Interessengruppen nach: Aufrufe zu Ruhe und Ordnung nach Kriegsende am 9. November 1918. Besonders Plakate waren, wenn es um die große Öffentlichkeit ging, das Medium der Stunde. Zwar vertraten sie stets nur eine Seite, vereinfachten und dramatisierten die Themen, doch sind sie bis heute besonders lebhafte Zeugen dieser bewegten Zeit. Nahtlos setzten sie die plastische und oft brutale Bildsprache und Propaganda fort, die sich im Ersten Weltkrieg entwickelt. Statt des Feindes an der Front verteufelt man nun den politischen Gegner, der vor allem in den Plakaten der rechten Verbände oft als Unmensch dargestellt wird. Vieles an der damaligen Situation erscheint aus heutiger Sicht erstaunlich aktuell, so etwa die Radikalisierung und Polarisierung der Gesellschaft mit den Arbeiterräten auf der einen und den Freikorps und nationalistischen Verbänden auf der anderen Seite. Zugleich verliert die politische Mitte zunehmend an Kraft. Populistische Parolen verhärten die Fronten. Schlagworte wie Heimat oder Freiheit werden parteipolitisch aufgeladen. 

Wann?bis 22. April 2019 
Wo?Museum für Kunst und Gewerbe
Eintritt:12,- Euro, 8,- Euro ermäßigt, 8,- Euro Do ab 17.00 Uhr, bis 17 Jahre frei

Ortsinformationen

Museum für Kunst und Gewerbe
Steintorplatz
20099 Hamburg
Telefon: 040 - 428134880

Öffnungszeiten

Di, Mi, Fr, Sa, So 10:00-18:00, Do 10:00-21:00, Montag; 1. Mai; Heiligabend und Silvester geschlossen

Barrierefreiheit

behindertengerecht; barrierefrei

Außenfahrstuhl und Innenfahrstuhl für Rollstuhlfahrer sowie zwei Behindertentoiletten. Zwei Rollstühle können ausgeliehen werden.

Anfahrt


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