Hamburg – ganz nah am Wasser gebaut

Hamburg am Wasser

Alsterdampfer, © Stefanie Kaya

Alsterdampfer, © Stefanie Kaya

Wer über Hamburg nachdenkt oder spricht, kommt fast automatisch auf das Thema Wasser. Das ist im Ausland so, aber noch viel mehr in der Stadt selbst. Kein Wunder, wenn man sich die Zahlen ansieht: Gewässer machen mit gut 6.000 Hektar knapp 8 % der Gesamtfläche Hamburgs aus. Diese verteilen sich auf rund 50 Flüsse und über 20 Seen und Teiche. Außerdem durchziehen Kanäle und Fleete die Metropole – sogar ein bisschen Nordsee zählt zu Hamburgs Gewässern. Daraus resultiert auch einer der meistgenannten Rekorde Hamburgs: In der Hansestadt stehen mehr als 2.500 Brücken.

In Hamburg pulsiert das Leben also am Wasser, vor allem aber darauf. Damit sind nicht nur Hafen und Schifffahrt gemeint: Hamburger nutzen die Feuchtgebiete der Stadt, um an, mit und auf ihnen eine gute Zeit zu verbringen. Ins Wasser sollte man nur an ausgewiesenen Stellen gehen, da Schiffsverkehr und Wasserqualität sonst das Vergnügen trüben können.

Die Elbe gilt als die Lebensader der Stadt. Von hier aus stechen die großen Pötte in See und kommen mit Touristen oder Waren aus aller Welt zurück. Aber die Elbe ist nicht nur wirtschaftlich von großer Bedeutung, sondern eines der wichtigsten Erholungsziele Hamburgs. Ob Sportler und Freizeitkapitäne: Der Fluss lockt viele Einheimische aufs Wasser. Wer dann abends mit einem Bier im Restaurant Strandperle sitzt, sieht Kajakfahrer und Stand-up-Paddler ihre Bahnen ziehen. Ein Stück weiter stadtauswärts liegen auf beiden Seiten der Elbe kleine und große Boote und Jachten. Richtung Harburg sind wiederum unzählige Hausboote vertäut. Leider ist es nicht so einfach, selbst einmal auf einem Hausboot zu leben. Es gibt nur begrenzte Liegeflächen mit hohen behördlichen Auflagen. Doch immer wieder werden neue Plätze freigegeben, Hausboote sieht man inzwischen auch auf dem Eilbekkanal und in Hammerbrook. Einige Hausboote kann man für ein paar Nächte mieten.

Mit dem Tretboot durch die Kanäle

Die Alster ist das Herz Hamburgs – ein 56 Kilometer langer Fluss, dessen Quellen etwas nördlich von Hamburg in Henstedt-Rhen liegen. Im 12. Jahrhundert wurde die Alster zu einem See gestaut, als Mühlenteich für eine große Kornmühle. Im 17. Jahrhundert erfolgte eine Trennung des Sees in Außen- und Binnenalster. Heute fahren unzählige Segelboote bei jedem Windhauch hinaus, zeigen stolz ihre weißen Segel und teilen sich die Alster mit Ruderern oder Tretbootfahrern.

Die Bille, Namensgeber für Stadtteile wie Billstedt oder Billwerder, führt von Linau in Schleswig-Holstein bis zur Dove-Elbe. Immerhin 23 Kilometer des Flusses liegen in Hamburg. Wer in Aumühle am Sachsenwald ins Kanu steigt und auf dem Fluss in Richtung City unterwegs ist, vergisst schnell, in Hamburg zu sein. Die abwechslungsreiche Strecke bietet ursprüngliche Wälder und weite Felder. Auch das Schloss in Reinbek und idyllische Cafés mit eigenem Bootsanleger liegen an der Bille und deren Stauseen.

Selbst kleine Touren auf Hamburgs Gewässern eröffnen neue Perspektiven. Der Stadtparksee mit seinem angrenzenden Naturbad gilt im Sommer als eine der besten Adressen für Wasserratten. Mit dem Tretboot kann man hier wunderbar sein Park-Picknick unterbrechen – oder mit ein wenig Ausdauer bis zur Alster fahren. Es lohnt sich häufig, die Tour in die Abendstunden zu verlegen, denn dann hört man die Konzerte mit, die auf der nahen Freilichtbühne stattfinden.

Fähren fahren und Boote bauen

Wer eine Bootstour genießen will, ohne sich selbst anzustrengen, liegt ebenfalls goldrichtig in Hamburg. Auf der Alster verkehrt zum Beispiel die Weiße Flotte bis in kleine Kanäle hinein. Dabei können die Fahrgäste einen Blick in Gärten und auf Villen werfen, die in Hamburgs bester Lage liegen. Auf der Elbe ist es vor allem die klassische Hafenrundfahrt, mit der Touristen an Containerterminals und Elphi vorbeigeschippert werden und dabei viel über die Stadt erfahren – aber auch ein wenig Seemannsgarn hören. Sparfüchse wählen für ihre Elbetour eine der vielen Hadag-Fähren, die auf sieben Routen unterwegs sind. Hier kostet die einfache Fahrt so viel wie ein Fischbrötchen. Besonders viel Spaß bereitet eine Fahrt mit der Linie 62 von den Landungsbrücken bis nach Finkenwerder, vorbei am Fischmarkt, der Strandperle und dem Museumshafen in Neumühlen.

Wer einmal mit dem Boot auf Alster, Elbe und Co. unterwegs war, möchte in seiner Freizeit nichts anderes mehr unternehmen. Der Einstieg dafür muss gar nicht so teuer sein, wenn man mit einem Faltkanu oder einem aufblasbaren Paddelboot startet. Oder man erschafft sich einfach selbst ein Boot: Bei Craftboat bekommen Kapitäne die Möglichkeit, ein Kajak, Kanadier oder Stand-up-Paddelboard zu bauen.

Am Ende spielt es keine große Rolle, wie man auf den Flüssen, Seen und Kanälen unterwegs ist – wichtig sind die neuen Perspektiven, die sich von Boot, Schiff oder Fähre ergeben.

Die besten Links, um Hamburg vom Wasser aus kennenzulernen

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