Umkämpfte Zone – Mein Bruder, der Osten und der Hass

Freitag, 18.02.2022 20:00 bis 21:30 monsun.theater (Ersatzspielstätte ab 2022)

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Von Clemens Mädge nach dem gleichnamigen Roman von Ines Geipel

„Eispickel im Kopf... Die helle Kammer... Aura, Magie, Licht... Unsere Schritte kommen nicht mehr voran... Federn... Ich will leicht sein... Ins Stasigebäude regnet es immerzu hinein...”
– Ines Geipel –
Wahrheit, die eigene Wahrheit, wie sieht sie aus? Welche Wahrheiten tragen andere mit sich? Wie verändern sie sich und welche Folgen treten auf? Der Sache auf den Grund gehen, das ist der Auftrag für sich selbst und für die Gesellschaft und für eine gemeinsame Zukunft. Was verdeckt bleibt, ist verloren. Wenn unsere Erinnerung auch nur Bruchstücke wiedergibt, ist sie das, was uns zugleich trennt und zusammenhält. Wir schreiben Geschichte immer wieder aufs Neue!

Das preisgekrönte Künstlerduo Kathrin Mayr (Regie) und Clemens Mädge (Autor) wagt mit der Buchvorlage „Umkämpfte Zone: Mein Bruder, der Osten und der Hass“ von Ines Geipel einen Blick hinter die Kulissen. Die Autorin verhandelt in ihrem Buch anhand ihrer Familiengeschichte die politisch-historischen Dimensionen der Nazi-Diktatur und DDR-Diktatur als Resonanzraum für die Gegenwart. Verfremdete Wahrheiten sowie Trugbilder in Familie und Gesellschaft korrespondieren mit dem kollektiven Gedächtnisverlust. Die enge Beziehung zum Bruder, der durch einen Hirntumor tragisch erblindet und schließlich stirbt, ermöglicht einen emotional berührenden Blick auf Bilderruinen vergangener politischer Systeme, die es neu zu erschließen gilt. Kritisches Denken, Sprache, Dialoge decken verborgene Bilder auf und fördern eine lebendige konstruktive Debattenkultur über gespaltene Generationen und ihre Geschichten.

Intime Betrachtungen von autobiographischen Erlebnissen der Autorin, die Auseinandersetzung mit Gewalt, Krankheit und Tod werden immer wieder verwoben mit gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen seit der Nachkriegszeit. Erinnerungskultur wird so persönlich wie schmerzhaft, analytisch und multiperspektivisch in ihrer ganzen Ambivalenz greifbar. Es sind Erfahrungen, die nie allein den Einzelnen betreffen. Ein gesellschaftliches Psychogramm, das sich zwischen intimem Mikro- und historischem Makrokosmos bewegt. Es wird zum Diskurs angeregt, die aktuellen Verunsicherungen angesichts einer erstarkenden nationalistischen und demokratiefeindlichen Neuen Rechte zeithistorisch zu ergründen. Hierbei steht die Menschlichkeit, die Wahrheit sowie deren Ästhetik im Vordergrund.

Kathrin Mayr und Clemens Mädge erhielten zuletzt den Theaterpreis Hamburg – Rolf Mares 2020 in der Kategorie „herausragende Regie und herausragende Dramaturgie“.

Eine Eigenproduktion des monsun.theaters gefördert durch die Kulturbehörde Hamburg.
Aufführungsrechte: Klett-Cotta Verlag, Stuttgart

Spiel
Vanessa Czapla
Julia Nachtmann
Julia Weden

Text & Dramaturgie
Clemens Mädge

Kostüm
Marie-Luise Otto

Musik
Vanessa Czapla

Video
Frederik Werth

Licht & Technik
Kianosh Kinz

Kamera
Martin Hüsges
Kianosh Kinz


Bühne & Produktionsleitung & Bildregie
Francoise Hüsges

Regie
Kathrin Mayr

Preis: 8 € bis 25 €

Ermäßigungsberechtigt sind: Kinder, Schüler, Studenten, Erwerbslose, Auszubildende, Menschen mit Behinderung Ausnahme: monsun.silvester Die Karten sind von Umtausch und Rücknahme ausgeschlossen. „Print@Home-Tickets sind nur gültig, wenn personalisiert“. Die monsun 6.1 Stempelkarte. 6x im Jahr ins monsun.theater gehen und einen Gratisbesuch geschenkt bekommen!

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Termine der Veranstaltung

Freitag, 18.02.2022
20:00 bis 21:30 Uhr

Ortsinformationen

monsun.theater (Ersatzspielstätte ab 2022)
Gaußstraße 149
22765 Hamburg - Ottensen
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