Symphoniker Hamburg / Sarah Wegener / Jacek Kaspszyk

Sonntag, 09.10.2022 19:00 bis 21:00 Laeiszhalle (Großer Saal)

Symphoniker Hamburg / Sarah Wegener / Jacek Kaspszyk
Simon-David Tschan

Richard Strauss stand nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs denkbar nah am Rande des wirtschaftlichen Ruins. Die Tantiemen-Ausschüttung für die Aufführungen seiner Werke im Ausland war politisch ausgesetzt worden. Trotz hinzukommender gesundheitlicher Einschränkungen schrieb Strauss in dieser Zeit viele Briefe, um die zukünftige finanzielle Sicherheit seiner Familie zu gewährleisten und entsprechende Netzwerkarbeit zu erledigen. 1948 bat Sohn Franz seinen Vater: »Papa, lass das Briefeschreiben und das Grübeln, das nützt niemandem. Schreib lieber ein paar schöne Lieder.« Zwar antwortete Strauss nicht auf die lieb gemeinte Aufforderung, doch wandte er sich tatsächlich seinen »Vier letzten Liedern« zu, indem er drei Texte von Hermann Hesse sowie ein Gedicht Joseph von Eichendorffs vertonte; herrlich schwärmerisch, orchestral-saftig, leidenschaftlich-verflochten.
Zu Beginn des Konzerts also die »Vier letzten Lieder« eines Mannes (Strauss), dessen Sorgen fast als »Luxusprobleme« erscheinen, und danach die allerletzte Sinfonie eines Mannes, der die Shoa zwar überlebte, sich aber doch bis zuletzt in Russland unwohl fühlte: Mieczysaw Weinbergs jüdische Familie war im Zweiten Weltkrieg zum Großteil ermordet und fast gänzlich ausgelöscht worden. Und so ist Weinbergs Sinfonie Nr. 21 (1992) überschrieben mit dem wichtigsten Gebet des jüdischen Glaubens: »Kaddish«. Eine Sinfonie des Rückblicks, der Innigkeit – mit eingeflochtenen Zitaten aus Chopins Ballade Nr. 1 g-Moll (die übrigens auch in Polanskis Film »Der Pianist« eine entscheidende Rolle spielt).

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Termine der Veranstaltung

Sonntag, 09.10.2022
19:00 bis 21:00 Uhr

Ortsinformationen

Laeiszhalle (Großer Saal)
Johannes-Brahms-Platz
20355 Hamburg
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