Parra For Cuva - Support: Orbit

Freitag, 10.06.2022 20:00 Uebel & Gefährlich

Uebel & Gefährlich
Johannes Beschoner

Auf Juno, dem aktuelle Album von Parra for Cuva, finden sich so unterschiedliche Instrumente wie das südamerikanische Roncoco, indische Flöten oder ein Santur - ein altes, persisches Hackbrett. Die Tatsache, dass die Aufnahmen für eben dieses Album fast vollständig im Berliner Studio von Nicolas Demuth alias Parra for Cuva entstanden sind, ist bezeichnend für seine Fähigkeit, die unterschiedlichsten Einflüsse zu fassen und zu etwas völlig Neuem und eigenständigen zu wandeln.

Ebenfalls in dieses Bild passt, dass das Album gewissermaßen in einem vorpandemischen Lockdown entstanden ist: 2019 verbrachte er gemeinsam mit seiner schwangeren Freundin größtenteils in den eigenen vier Wänden – und trotzdem gelang es ihm die große, weite Welt musikalisch ebenfalls in diesen Rahmen zu fassen. Das äußert sich in der Experimentierfreudigkeit mit Instrumenten, fremden Sprachen oder der Auseinandersetzung mit exotischen Orten. Der Name Juno ist dabei gleichermaßen passend wie unpassend, beschreibt er doch ein Kind, das geborgen im Bauch der Mutter, noch keinerlei Erfahrungen mit der Welt außerhalb hat. Die Gegensätze und Kontraste in ein stimmiges Gesamtes zu bringen ist eine der großen Stärken von Parra for Cuva.

Zudem knüpft Juno inhaltlich auch durchaus an den hochgelobten Vorgänger Paspatou an – benannt nach dem Butler aus Jule Verne’s „In 80 Tagen um die Welt“ - und ist ein wunderbares Beispiel für eine der Schönheiten des 21. Jahunderts. Nämlich die Möglichkeit die Welt zu entdecken und zu verstehen, ohne sich ein Leben lang auf Reisen begeben zu müssen.

Juno besticht erneut durch Parra for Cuvas Fähigkeit minimalistische Elektronik mit akustischen Klängen aus aller Welt zu verbinden und Weite in Intimität zu wandeln. Neu hingegen ist, dass Nicolas erstmals auch mit Musikern aus aller Welt zusammenarbeitete. Dabei stand nie einzig der konkrete musikalische Output im Mittelpunkt, vielmehr ging es darum die Welt um sich herum zu verstehen, Ideologien und Ansichten als Einflüsse zuzulassen. Aber natürlich stets vor dem Hintergrund des alles verbindenden Thema: der gemeinsamen Liebe zur Musik.

Auch in seinem Studio – einem Abbild dieser musikalischen Diversität, voll mit Glocken, Flöten, Kalimbas oder Hang Drums – zeichnet sich das Bild von Parra for Cuva als musikalischer Entdecker:

“I dont believe in spirituality in music but theres definitely something when you take these traditional melodies and put them together with synths and beats – it takes you on a trip.”

Und obwohl Parra for Cuva in der Hauptstadt des Technos zuhause ist, reiht sich seine Musik eher in die Tradition kontemporärer Künstler wie Christian Löffler oder Max Cooper, deren Produktionen keine Berührungsängste mit warmen, melancholischen, organischen und analogen Sounds haben.

Juno nimmt den Hörer mit auf eine meditative und zuweilen verträumte Reise in die Welt und schafft gleichzeitig einen ruhigen und friedvollen Ort. Auf ebendiesen Kontrast freuen wir uns auch bei Parra for Cuvas Konzert am 10. Juni im Uebel & Gefährlich.

Preis: 30 €

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Termine der Veranstaltung

Freitag, 10.06.2022
20:00

Ortsinformationen

Uebel & Gefährlich
Feldstraße 66
20359 Hamburg - St. Pauli
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