NDR Kammerkonzert

Dienstag, 18.04.2023 19:30 bis 22:30 Elbphilharmonie (Kleiner Saal)

NDR Kammerkonzert
Peter Hundert

Der Dresdner Komponist Johannes Paul Thilmann gehörte zur Vätergeneration der Komponisten der ehemaligen DDR. Das Komponieren begann er autodidaktisch und wurde früh von Paul Hindemith gefördert. Der Gattung Streichquartett näherte er sich 1950 vergleichsweise spät und mit Ehrfurcht: Seinen ersten Beitrag, eine neoklassizistisch anmutende, durchaus noch von Hindemith und Strawinsky inspirierte Spielmusik, nannte er schlicht »Sonatine«.

Samuel Barber ist einer der Komponisten, deren Name nur mit einem einzigen Stück verbunden ist: dem »Adagio for Strings«. Kaum jemand weiß, dass es sich bei diesem melancholischen Klagegesang um den mittleren Satz seines 1936 in Rom entstandenen Streichquartetts op. 11 handelt. Während eines Stipendienaufenthaltes in Europa widmete er sich der traditionsreichen Gattung und schuf diesen originellen Beitrag. Die drei Sätze beweisen eindrücklich, weshalb Barber als einer der talentiertesten Komponisten Amerikas galt.

Nachdem die Musik von Dmitri Schostakowitsch 1936 in einem Zeitungsartikel als »formalistisch« und »volksfeindlich« gebrandmarkt wurde, musste der junge Komponist in der stalinistischen Sowjetunion um sein Leben bangen. Mit seiner Fünften Sinfonie und dem Klavierquintett op. 57 gelang ihm die Wiederherstellung seiner Reputation. Schostakowitsch wählte für diese Werke eine neutrale, gleichsam kristalline, unter anderem an Johann Sebastian Bach geschulte Musiksprache. Bei aller »stürmischen Lebensfreude«, die vordergründig im Quintett zu erklingen scheint, schwingt im Hintergrund doch die Bedrohung mit, und die oft heiter und gelöst erscheinende Musik wird immer wieder von ernsten, abgründigen Momenten unterbrochen.

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Termine der Veranstaltung

Dienstag, 18.04.2023
19:30 bis 22:30 Uhr

Ortsinformationen

Elbphilharmonie (Kleiner Saal)
Platz der Deutschen Einheit 1
20457 Hamburg - HafenCity
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