Nathan Gray & The Iron Roses

Dienstag, 06.12.2022 20:00 Knust

Nathan Gray & The Iron Roses
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Es reicht nicht mehr, nur noch mit sich selbst zu kämpfen. Auf seinem dritten Soloalbum klingt Boysetsfire-Sänger Nathan Gray so politisch wie seit den allerersten Platten seiner Band nicht mehr und erkennt dabei gleichzeitig, dass kein Protest ohne die Menschen dahinter auskommt.



"Rebel Songs" verwandelt diese Erkenntnis in zwölf Tracks voller Wandelbarkeit, die nicht nur durch ihren textlichen Charakter eine Aufbruchsstimmung verbreiten, sondern auch durch die Mitwirkung zahlreicher Gäste ein Wir-Gefühl stärker denn je vermitteln - allen voran im Titeltrack, bei dem Tim McIlrath von Rise Against mitwirkt. Gray flechtet zudem weitere spannende Kollaborateure auf einer Platte ein, die immer wieder für den Sänger ungewöhnlich zackige Einflüsse von Ur-Punk-Heroen wie The Clash oder Heartland-Rock im Stile von The Hold Steady aufkommen lässt und dabei gleichzeitig viele neue Experimente ganz abseits jeglicher liebgewonnener Strukturen wagt.



Um die Vorgeschichte zu "Rebel Songs" zu erzählen, muss man im Grunde einen Bogen über die gesamte, mehrere Jahrzehnte umfassende Diskographie des Sängers schlagen. Als Boysetsfire in den 90ern ihre ersten Songs veröffentlichen, verleiht Nathan Gray darauf seiner politischen Wut Ausdruck und spricht oft über linke Politik und Kommunismus. Mit der Zeit jedoch wandelt sich das Bild. Die Songs des Sängers werden introspektiver und beschäftigen sich mit inneren Kämpfen - auch auf seinen jüngsten Solo-Platten.



Gray hat diese Wandlung schließlich in eine Platte gepresst, die den Sänger politisch wie lange nicht mehr zeigt und gleichzeitig ganz persönliche Gefühle von Solidarität, Zusammenhalt und Reflektion in die Gleichung miteinbezieht. "Rebel Songs" ist daher ein Album, das sich wie ein Querschnitt durch die gesamte Geschichte des Boysetsfire-Sängers zieht und auch einen Bogen zur aktuellen Weltlage schlägt.



"Als die Pandemie einschlug, wurde es auf einmal sehr offensichtlich, dass alles Politische sehr persönlich ist", meint Gray. "Wir alle erlebten dieses globale Ereignis gleichzeitig, aber auf sehr unterschiedliche Art und Weise, oftmals separiert durch politische Neigungen. Die Pandemie zeigte auch, wie unglaublich unterversorgt bestimmte Gruppen sind - Frauen, People of Color, die untere und die mittlere Schicht, Obdachlose, die LGBTQIA+-Menschen. Jeden Tag sahen wir, wie sie in gefährlich verletzliche Situationen geführt wurden und es brach mein Herz, die Spaltung der Menschen zu sehen."



Produziert wurde die Platte von Brian McTernan, der mit seinen Bands wie Battery und Be Well Hardcore-Geschichte schrieb. Obendrein wurden für "Rebel Songs" zwei Remixe aufgenommen, die Grays Musik in bisher völlig unbekanntem Licht zeigen: Jaya The Cat haben aus "Look Alive" einen groovigen Dub-Song gezaubert und die Münchener Soft-Grunge-Künstlerin Elena Rud hat "Grace" ein großes Stück Orchestration und Melancholie verliehen.



"Rebel Songs" kleidet all diese Experimente, Zusammenarbeiten und Neuansätze aber vor allem in eine Platte, auf der Nathan Gray so sehr im Punk verwurzelt klingt wie selten und auf der der Sänger nicht nur wie auf dem Cover stimmungsvoll die Faust hebt, sondern gleichzeitig die Arme für eine bessere Welt öffnet. "Ich will daran erinnern, dass in uns allen noch Kampf steckt, und dass die Menschen die Maschine antreiben können", reflektiert Gray. "Gemeinschaft ist kraftvoller als alles andere. Der Antrieb, diese Gemeinschaft besser zu machen, sollte es sein, worum es in Politik geht."

Preis: 29 €

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