Initiativen und Interventionen für eine „Osterweiterung“ der Erinnerung in Deutschland

Dienstag, 02.11.2021 18:00 bis 19:30 KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Ehemaliges Häftlingslager KZ-Gedenkstätte Neuengamme
KZ-Gedenkstätte Neuengamme (Anja Raabe)

Thema des Online-Gesprächs sind neuere Entwicklungen in der Erinnerungskultur sowie erinnerungspolitische Debatten um den deutschen Vernichtungskrieg mit Fokus auf Polen und die Sowjetunion. Kamil Majchrzak, Dr. Ekaterina Makhotina, apl. Prof. Dr. Jannis Panagiotidis und Dr. Mark Terkessides diskutieren über aktuelle Gedenk- und Bildungsprojekte mit Bezug auf den Zweiten Weltkrieg im östlichen Europa, Initiativen von Nachkommen und zivilgesellschaftlichen Initiativen in Deutschland, Polen und den postsowjetischen Staaten sowie Bezüge zu Diskussionen um die Aufarbeitung des Kolonialismus und gegenwärtige Formen von Rassismus. Es moderiert Dr. Susann Lewerenz (KZ-Gedenkstätte Neuengamme).

Kamil Majchrzak ist Jurist und als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundestag tätig. Als Enkel eines ehemaligen KZ-Häftlings aus Polen sowie eines an der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus beteiligten polnischen Soldaten engagiert er sich seit Jahren in der deutschen Erinnerungskultur. Unter anderem vertritt er die polnische Delegation im Vorstand des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos. Dr. Ekaterina Makhotina ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Geschichte Osteuropas der Universität Bonn. Sie hat zur Erinnerungs- und Geschichtskultur bzw. -politik in Ostmittel- und Osteuropa sowie zur lokalen Erinnerung an die osteuropäischen Opfer des Zweiten Weltkrieges in Deutschland gearbeitet. 2017 erschien ihr Buch „Erinnerungen an den Krieg – Krieg der Erinnerungen. Litauen und der Zweite Weltkrieg“. apl. Prof. Dr. Jannis Panagiotidis ist stellvertretender Leiter des Forschungszentrums für die Geschichte von Transformationen (RECET) an der Universität Wien. Zu seinen Schwerpunkten gehört Migrationsgeschichte mit Fokus auf postsowjetische Migration. 2021 erschien sein Buch „Postsowjetische Migration in Deutschland: eine Einführung“. Sein neues Projekt befasst sich mit Rassismus gegenüber Menschen osteuropäischer Herkunft. Dr. Mark Terkessides ist freier Autor, Journalist und Migrationsforscher. Er hat an den Universitäten Köln, Rotterdam und St. Gallen gelehrt. Schwerpunktmäßig arbeitet und publiziert er zu den Themenbereichen Migration und Rassismus. Seine Dissertation befasste sich mit der Banalität des Rassismus, 2019 erschien sein Buch „Wessen Erinnerung zählt? Koloniale Vergangenheit und Rassismus heute“.

Eine Veranstaltung der Reihe „Verflechtungen. Rassismen und Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart“ in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

Die Veranstaltung wird online über Zoom stattfinden. Anmeldung bis zum 31. Oktober 2021 über die Webseite der KZ-Gedenkstätte Neuengamme: https://www.kz-gedenkstaette-neuengamme.de/veranstaltungskalender/

Preis: Eintritt frei / kostenlos

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Termine der Veranstaltung

Dienstag, 02.11.2021
18:00 bis 19:30 Uhr

Ortsinformationen

KZ-Gedenkstätte Neuengamme
Jean-Dolidier-Weg 75
21039 Hamburg - Neuengamme
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