FUTUR V – Festival für Performance und Film im Strandkino bei Dock 13

Freitag, 13.08.2021 20:00 bis 23:00 und  weitere Termine Elbstrand Övelgönne

FUTUR V Poster
Markus Schaefer

ERÖFFNUNGSABEND FUTUR V – Festival für Performance und Film

Was unterscheidet Tanz von Performance, und wie setzt man eine Live-Performance in das Medium Film um?

Das Festival FUTUR untersucht diese Fragestellung mit neuesten Produktionen der Hamburger Tanzperformanceszene aus der jüngsten Pandemiezeit (Filme: Wahn, Mudra, Wahrschau, Herbst 2020), sowie mit Perlen der Performance und Tanzkunst im historischen Kontext (Cage, 498 Third Avenue, Home of the Brave, Freund, Freund, Freund). Tanz als höchste Form der Disziplinierung des Körpers im Gegensatz zur Erforschung der Grenzen des Körpers in der Performance aber auch Mittel der Massenextase: Love-Parade, Disco, Volkstanz und Demo-Swing bei „Fridays for Future“. Auch in den politischen Protestaktionen des Schanzenviertels waren performative und tänzerische Elemente zu finden: „lieber Tanz ich als G20“.

Für die 5. Ausgabe von FUTUR möchten wir das Programmangebot erstmalig mit einem Open-Air-Strandkorb-Kino zum Thema Performance und Tanz erweitern. Am Strand von Övelgönne öffnet das Festival für Performance und Film seinen Raum und zeigt am Eröffnungsabend ein Programm mit historischen und zeitgenössischen Highlights in Schwarz-Weiss.

ERÖFFNUNGSPROGRAMM:

KREISUNG DES QUADRATS Live Performance von blanche/noir, 10 Min. 2021

inspiriert von Samuel Becketts „Quadrat"

LIEBE ZUSCHAUER

Regie: Dieter Rühmann, 20 Min., S/W, D 1969

Die Pandemie vorweggeträumt hat der Hamburger Performancekünstler Dieter Rühmann – berühmt geworden, indem er sich eine Woche in einer Kiste auf der Kunsthalle einsperrte... Radikal auch der S/W-Kurzfilm. Man muss kein Cineast sein, um zu würdigen, womit Rühmann als bildender Künstler sein Debüt als Filmemacher hinlegte. Das Gespräch am Strand mit dem Performer wird ihn uns neu sehen lassen!

WAHN

Tanzfilm von Patricia Carolin Mai, Performen in der Pandemie... 1’30“, S/W Trailer, D 2021

Vorschau auf die farbige Langfassung im Programm PANDÄMONIUM am 18.8. im Kino 3001

Die Künstlerin kommt zum Gespräch!

WEISS

Choreografie: Irmela Kästner, Regie: Jürgen Gitesh Klatt, 23 Min., S/W D 1991

Vorschau auf PANDENAUT*INNEN am 17.8.: Anschwellendes Maschinengeräusch. Der Vordergund der Bühne wird zum Wasserfall. Eine Druckmaschine spult durch montierte Bildprojektion ihr Papier ab – darauf die Tanzperformance.

Gäste: Irmela Kästner & Gitesch-Klatt

IMPASSE

Tanz-Kurzfilm mit Künstlerlegende Harry Kramer, Kamera/Schnitt: Wolfgang Ramsbott, 9 Min., S/W, D 1963

Bildhauer, Tänzer, Friseur und Professor an der Kasseler Kunstakademie – Harry Kramer hat die Genregrenzen gesprengt. Im einzigartiges Fundstück des Filmkünstlers Wolfgang Ramsbott spürt man den freien Zeitgeist der 60er Jahre. Der deutsche Titel „Sackgasse“ führt den Betrachter an der Nase herum. Der Film ist eine coole Tanzperformance zu treibenden Jazzeinlagen in düsteren Fabrikanlagen – Harry Kramer at his best! FUTUR-Mitgied Birgit Dunkel hat ihn gekannt und wird berichten

BLANCHE OBSKUR

Regie: Birgit Dunkel, 15 Min., S/W, D 2021

Verhüllung und Sichtbarkeit – Hell und Dunkel – der Film dokumentiert die Eröffnungsperformance zur gleichnamigen Ausstellung im legendären Poolhaus Blankenese

Samstag, 14. August 2021 | 21 Uhr

498, THIRD AVENUE

Regie: Klaus Wildenhahn, Kamera: Rudi Körösi, 83 Min., D 1967

Ein heißer Sommer in New York. In der 3rd Avenue, Nr. 498: Merce Cunningham schwebt durch das Tanzatelier. Die Kamera befreit sich vom Stativ und wird wunderbar leicht. Der schwarz-weiße Direct-Cinema-Film zeigt Tanz als Arbeit: Anstrengung, Erschöpfung, aber auch Spaß und Fantasie. Die Cunningham-Truppe ist Avantgarde. Also handelt der Film auch von den existenziellen Konflikten dieser Truppe. Wovon leben die Tänzerinnen und Tänzer? Was haben sie für eine Zukunft?

Das Tanztheater ist pleite – Freunde organisieren eine Benefizparty im Park – John Cage und Velvet Underground treten auf, Andy Warhol wird von hinten gesichtet. Dann gehen die Proben im Studio weiter. Gast: Kameramann Rudi Körösi, der sich noch lebhaft an die Dreharbeiten mit Merce Cunningham und Klaus Wildenhahn erinnert.

Sonntag, 15. August 2021 | 21 Uhr im Strandkorb-Kino Övelgönne 13

DOUBLEFEATURE VARIATIONS V Merce Cunningham

45 Min., USA 1967

John Cage komponierte »Variations V« im Jahr 1965 für die Merce Cunningham Dance Company. Er und David Tudor einigten sich auf zwei Systeme, bei denen der Ton von der Bewegung beeinflusst werden sollte. Beim ersten entwarfen Billy Klüver und seine Kollegen ein System, das aus genau ausgerichteten fotoelektrischen Zellen bestand, die auf die Bühnenbeleuchtung gerichtet waren. Auf diese Art und Weise lösten die Tänzer immer dann Töne aus, wenn sie mit ihren Bewegungen die Lichtschranken durchbrachen. Ein zweites System verwendete eine ganze Reihe Antennen. Wenn ein Tänzer sich bis auf ca. 1,20 m einer Antenne genähert hatte, wurde ein Ton erzeugt. Zehn Fotozellen wurden miteinander verbunden, um Bandaufnahmegeräte und Kurzwellenradios zu aktivieren. Cecil Coker entwarf einen Kontrollkreislauf, der von meinem Assistenten Witt Wittnebert gebaut wurde. Filmsequenzen aus Fernsehbildern, die von Stan VanDerBeek und Nam June Paik manipuliert worden waren, wurden auf Leinwände hinter den Tänzern projiziert. Aufgezeichnet im NDR-Fernsehstudio – Szenen aus der Produktion finden sich im folgenden Film – dazu Kameramann Rudi Körösi im Gespräch:

JOHN CAGE

Regie: Klaus Wildenhahn, Kamera: Rudi Körösi, 58 Min., D 1966

Der Film entstand in Saint-Paul-de-Vence, Pont Point (Oise) und Hamburg im Sommer 1966. John Cage führt open-air eine Komposition auf. Keine Szene wurde gestellt, es gab keine Statements, kein Drehbuch, keine Interviews. Merce Cunninghams Tanztheater improvisiert zu Cages Musik, der Maler Miró gerät ins Blickfeld, er schenkt den Künstlern ein Bild, um die Tournee zu finanzieren. Kameramann Rudi Körösi erinnert sich and die Zeit mit der Tanz-Company on the road ...

Montag, 16. August 2021 | 21 Uhr im Strandkorbkino Övelgönne 13

PANDENAUT*INNEN

Performance und Video durchdringen einander und so bringt dieses Programm Choreografin/Autorin Irmela Kästner, Filmemacherin Dorothea Griessbach und Performer Gitesh Klatt zusammen, der seinen Raumanzug aus Lübeck mit ins Strandkorbkino zur Live-Perfomance bringt!

SINGLE BENCH PERFORMANCE 1, Live Performance mit Video, D 2020 von Gitesh Klatt

Lockdown, Ausgangssperren, Quarantänebestimmungen, Abstandsregelung, Maskenpflicht, 1,50 Meter, Corona Viren, Infektionszahlen, Tote, Hygieneregeln, Risikogruppen, tägliche Nachrichten über den Stand der Dinge. m. Eine weltweite kollektive Erfahrung und die Frage: „Wann wird es wieder so wie vorher?“ […] Ich träumte von Helden in Raumanzügen, von Space Cowboys und sah mir die NASA Filme aus der Raumstation ISS an, ich schaute mir zahlreiche Science Fiction Filme an und mir wurde schnell klar, dass es auch in den Raumanzügen nur für Stunden relativ sicher ist und dass die Astronauten viel Glück, viel Vertrauen und viel Mut brauchen, wenn sie in einem Raumanzug die ISS Station verlassen. […] Sicherheit, was ist das eigentlich? Und wo? Ich suchte in mir nach Sicherheiten, wurde fündig und suche weiter. Bei dieser Suche hilft mir Kunst. Die „Single Bench“-Installation ist ein Traumbild, das ich in 3D real umgesetzt habe. Für mich ist es eine Meditation allein auf einer Bank, meinem Herzen treu verbunden, mit Vertrauen in meinen Körper. (Lübeck, 28.8.2020, Gitesh Klatt)

WEISS Choreografie: Irmela Kästner Regie: Gitesh Klatt, 23 Min., D 1991 S/W Wiederholung aus dem Eröffnungsprogramm: Anschwellendes Maschinengeräusch. Der Vordergund der Bühne wird zum Wasserfall. Eine Druckmaschine spult durch montierte Bildprojektion ihr Papier ab – darauf die Tanzperformance.

SINGLE BENCH PERFORMANCE 2 von Gitesh Klatt

Teil 2 der Performance Single Bench mit Experimenten im musikalischen Space Lab - Artonauten sind auch Mariontetten

Die Musik habe ich mit Garage Band gemischt – 9 Minuten

THE BEE TREASURE

Regie: Barbara Schmidt Rohr, Kamera: Dorothea Griessbach, 4 Min., D 2014, Die Welt der Kinder ist draußen, hinter den Höfen, in den Gruben und im Gebüsch, versteckt vor den Blicken der Erwachsenen. Die Bee-Kinder haben sich zu einer Bande zusammengerottet und einen Ort gefunden, an dem sie für sich sein können. Neben Hollis Garten, im Schutz des Theaters, leben sie in einem Unterschlupf. Inmitten von Erde, Schmutz und Blüten. Kleine Nagetiere, Vögel und eine Bienenkönigin sind ihre Gefährten. Wir wissen nicht genau, warum die Kinder alleine gelassen wurden. Man munkelt sie seien auf der Flucht und wandern umher. In ihrer Welt gibt es andere Regeln und fast vergessene Träume; keine Eltern, keine Lehrer, keine Kontrolle.

SINGLE BENCH VARIATION 3, Video S/W 4 Min

Artonauten unter sich – der Künstler ist zum Gespräch anwesend

Eintritt frei – gegen Spende.

Dienstag, 17. August 2021 | 21 Uhr im Strandkorb-Kino Övelgönne 13

HOME OF THE BRAVE

Regie: Laurie Anderson, 91 Min., USA 1986

Als die amerikanische Performerin jüngst in der Elphi eine Woche lang Live-Performances vor vollen Sälen zeigte, war es noch die selbe charmante Laurie Anderson, die Mitte der 1980er im Schauspielhaus „Home of the Brave“ performte. Der Kinofilm rettet die Erfahrung der Live-Performance über die Zeiten: brillante Kritik an den Medien, die an Brisanz seit damals noch zugewonnen hat! Durch die Pandemie sind wir nun tatsächlich zur Weichware für den Computer geworden – Wesen, welche die Maschine braucht, um an- und ausgeschaltet zu werden... Nullen und Einsen brachte Laurie damals schon überlebensgroß auf die Bühne – Language Is A Virus...

Mittwoch, 18. August 2021 | 20 Uhr im Strandkorb-Kino Övelgönne 13

Tanz-Performance von Ruben van den Belt

ca. 8 Minuten Live...die sakrale Zeit ruft der menschlichen Geist nicht nur einmal..

inspiriert durch das Stück 'Lamentation' von Martha Graham

21 Uhr im 3001-Kino

PANDÄMONIUM – KURZFILMPROGRAMM mit Gästen

Wie erlebt die junge Hamburger Tanz-Performanceszene die Pandemie? Beamer frei für aktuelle Produktionen und pandemische Entdeckungen:

WAHRSCHAU, 1 Min., D 2020 Die Filmassemblage von Jenny Beyer (Tanz), Helena Ratka (Video) und Jetzmann (Text) ist ein Warnruf zur erzwungenen Isolation in der Pandemiezeit.

HERBST 2020, 2.15 Min. Tanzen als Glücksmoment und Gemeinschaftserlebnis – wohin damit, wenn die Clubs geschlossen sind? Das Filmkollektiv Video Aktuell reflektiert die Situation der Clubs und zeigt mögliche Szenarien auf.

MUDRA, Tanz-Performance-Film von Jasmine Fan und Team, 20 Min. D 2021

Das indische Wort Mudra bezeichnet Handgesten, die der Kommunikation mit dem Göttlichen dienen sollen. Das Tanzstück thematisiert diese ursprünglich sakralen Gesten bis in die heutige Alltagskommunikation, speziell deren überlebenswichtige Rolle bei den Hong-Kong Protesten. Der Tanzfilm basiert auf dem Livestream der Aufführung im Lichthoftheater und dokumentiert die choreografische Umsetzung dieser unterschiedlichen Verwendung. (von Handgesten in der Kommunikation des Menschen mit seiner realen oder imaginierten Außenwelt.)( Ein Experiment auch in technischer Hinsicht: Das Publikum war pandemiebedingt auf der Leinwand virtuell zugeschaltet.)

WAHN, 30 Min., D2021 Der Tanzfilm von Patricia Carolin Mai und Team sollte ein Gruppenstück mit 17 Menschen allen Alters aus Hamburg werden – dann kam die Pandemie, und aus einem Gruppenprojekt wurden 17 isolierte Körper, die sich nur noch als farbige Schatten in der Projektion begegnen können. 
Die Transformation von einem Bühnenstück zum Tanzfilm unter logistischen und menschlichen Extrembedingungen, der das Medium nutzt, um die inneren Ausnahmezustände tanzend und filmisch zu erforschen.

Eintritt frei – gegen Spende.

Donnerstag, 19. August 2021 |

18 Uhr im Strandkorb-Kino Övelgönne 13

Kreuz des Friedens

Kunstinstallation und Klangperformance von Lavanya Honeyseeda und Axel Richter

In Hamburg ermöglicht der „Volksentscheid“ der Bevölkerung wichtige Anliegen über den Weg der direkten Demokratie zu entscheiden. Anlässlich des Beginns der ersten Unterschriftensammelphase, der „Volksinitiative gegen Rüstungsexporte“- für einen zivilen Hafen und ein weltoffenes Hamburg, wurde der Akt der ersten Unterschrift künstlerisch vollzogen. „Wir verstehen uns als Künstler die sich mit ihren Mitteln und Möglichkeiten entschieden haben öffentlich Verantwortung für Humanität und Frieden zu übernehmen.“

19 Uhr im 3001-Kino

FREUND! FREUND! FREUND!

Regie: Alexander Grasseck, Stefan Corinth, 73 Min., D 1997 Passion Impossible – 7 Tage Notruf für Deutschland. Christoph Schlingensief hat den Versuch unternommen, die Verhältnisse zum tanzen zu bringen, das Hamburger Schauspielhaus mit seiner direkten Umgebung, dem Vorplatz des Hauptbahnhofs, in eine theatrale, aber auch sehr direkte Beziehung zu bringen: Junkies, Penner und andere Verlorene der Wohlstandsgesellschaft begegnen Staatsschauspielern. Als „Bahnhofsmission“ diente die ehemalige Polizeiwache 11 – bekannt geworden, weil hier People of Colour misshandelt wurden. Dort gab es Tee und Suppe für alle und tägliche „Missionsversammlungen“ – Theater der besonderen Art. […] Es entstand ein Film mit ungewöhnlichen Szenen und Einblicken in ein Theaterprojekt, das als Gradwanderung zwischen echtem sozialen Engagement und Spiel mit dem Feuer gewohnte Theatererfahrungen sprengt. […] Die Totalperformance kommentierte Schauspielhaus-Intendant Frank Baumbauer: „So etwas habe ich noch nie erlebt ...“ Gäste: Alexander Grasseck & Stefan Corinth. Eintritt frei – gegen Spende.

Diskussion mit Obdachlosen zu Schlingensief und Film 19. August 2021 | 21 Uhr | Rote Flora auf den Stufen des alten Kino-Portals

Freitag, 20.August 2021 | 21 Uhr Kehraus im Strandkorb-Kino Övelgönne 13 mit "JIMIS LAST BLUES" D 2020 R Rasmus Gerlach 82 Minuten über Tanz-Extase auf der Bühne beim Fehmarn-Festival 1970

Hinweis: Bitte informieren Sie sich über den aktuellen Status dieser Veranstaltung sowie die geltenden Hygienevorschriften direkt auf der Webseite des Veranstalters.

Preis: Eintritt frei / kostenlos

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Termine der Veranstaltung

Freitag, 13.08.2021
20:00 bis 23:00 Uhr
Samstag, 14.08.2021
20:00 bis 23:00 Uhr
Sonntag, 15.08.2021
20:00 bis 23:00 Uhr
Montag, 16.08.2021
20:00 bis 23:00 Uhr
Dienstag, 17.08.2021
20:00 bis 23:00 Uhr
Mittwoch, 18.08.2021
20:00 bis 23:00 Uhr
Donnerstag, 19.08.2021
20:00 bis 23:00 Uhr
Freitag, 20.08.2021
20:00 bis 23:00 Uhr

Ortsinformationen

Elbstrand Övelgönne
Övelgönne 60
22605 Hamburg - Othmarschen
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