Black Heino

Samstag, 22.01.2022 20:30 Astra Stube

Astra Stube
Phillip Bischoff

Wer kennt es nicht: Eben genoss man noch den kühlen Smoothie in der Hand, die Vorzüge der digitalenWelt und ihrer ebenso praktischen wie unermüdlichen, mit Einsen und Nullen gefütterten Helferlein, undwenig später findet man sich zur nachtschlafenden Zeit in der Schlange vorm Jobcenter wieder, um einer„Einladung" nachzukommen. „Besen, Besen, seid‘s gewesen!" möchte man da ausrufen.Unermessliche Produktivkräfte wurden freigesetzt – dummerweise man selber gleich mit. Da kann manschon ins Grübeln kommen. Etwa darüber, ob man in der Beziehung zum Smartphone in derHosentasche eigentlich eher Herr oder eher Hündchen ist (die Antwort dürfte für uns alle unerfreulichausfallen) oder darüber, warum das Versprechen mit Hilfe von genügsamen Sklaven aus Stahl(=Maschinen) die Arbeit im wahrsten Sinn des Wortes endlich los zu sein, zur existentiellen Bedrohungwurde. Fragen über Fragen. Ins Grübeln kamen auch BLACK HEINO und widmeten ihre neueLangspielplatte zur Gänze dem Gegensatzpaar Menschen und Maschinen. Sie nahmen in einerdreitägigen Session im „Schaltraum"-Studio von Beatsteaks Drummer Thomas Götz ihren raubeinigenPolitrock zum Thema auf und benannten vorliegendes Album schlussendlich ganz prosaisch „Menschenund Maschinen".Erster Eindruck: Beats und Kritik mal wieder messerscharf!Zweiter Eindruck: Die zum Quartett gewachsene Band um Chefdenker Diego Castro verfeinert auf ihremzweiten Album ihren patentierten Tiefgaragenrock. Auf der einen Seite noch fetziger, noch radikaler,noch mehr Vorschlaghammer – um nicht zu sagen noch mehr Dampfmaschine. Auf der anderen SeiteMelodien und Harmonien, welche an The Jam, Magazine und selbst an einen frühen Bruce Springsteenerinnern. Mit „Pfaffenbrot" beleben sie sogar das sträflich übersehene Glam-Rock-Junk-Shop-Boot-BoyGenre neu.Da möchte man direkt sein Smartphone in die schlammige Spree schmeißen, ob aus Wut oder ausFreude: Egal. Ein Beat, ein Style, der die Blinden sehend macht und die Toten wiederauferstehen lässt.Hallelujah! Die wilde Fahrt geht vom Kaiser, Roland („Schachmatt") zu King Ludd („Social Bot"), vomGespenst des Kommunismus zum Gespenst der Nutzlosigkeit in drei Minuten, es geht nach oben(Fahrstuhl) und nach unten (Seil vom Fahrstuhl gerissen). Black Heino sind Maschinenstürmer mitqualmenden Vox-Gitarren, sind der rote History-Channel mit einem Beat. Sie sind die neuen Redskins,allerdings mit Haaren. Arbeiter*innen, Arbeitslose, blaue und weiße Kragen, Mods und Rocker,Smartphonebesitzer*innen und Jobcenterschlangenansteher*innen: Hört „Menschen und Maschinen!",das neue Album von BLACK HEINO!

Einlass: 20:00 Uhr

Preis: 14 €

Vorverkauf: 13.6

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Termine der Veranstaltung

Samstag, 22.01.2022
20:30

Ortsinformationen

Astra Stube
Max-Brauer-Allee 200
22769 Hamburg - Altona-Nord
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