Alan Gilbert & Noah Quartett

Samstag, 29.10.2022 19:30 bis 21:15 Elbphilharmonie (Kleiner Saal)

Übelst unverstärkt: Alan Gilbert / Simon Crawford-Phillips
Peter Hundert

Einmal zum Bogen greifen statt zum Taktstock: Jede Saison gestaltet der Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters gemeinsam mit Musiker:innen seines Orchesters ein Kammerkonzertprogramm. Dabei übernimmt der gelernte Geiger und Bratscher den Viola-Part in bedeutenden Werken des Kammermusikrepertoires.

Dieses Mal schließt sich Gilbert dem 2016 gegründeten Noah Quartett an, das aus vier besonders kammermusikbegeisterten und -erfahrenen Mitgliedern des NDR Elbphilharmonie Orchesters besteht. Zu fünft – an zwei Violinen, zwei Bratschen und einem Cello – interpretieren die Streicher Werke von Mozart und Brahms. Dabei war der erstere klares Vorbild des letzteren: Mit seinen sechs Streichquintetten schuf Mozart exemplarische, von Brahms bewunderte Beiträge zu dieser noch etwas klangvolleren Schwestergattung des Streichquartetts. Das D-Dur-Quintett KV 593, ein Jahr vor Mozarts frühem Tod entstanden, erklang dabei erstmals am denkwürdigen Abend des 14. Dezember 1790: Es war das letzte Mal, dass die beiden Freunde Mozart und Joseph Haydn sich sahen und miteinander musizierten. Haydn war dabei vom Werk seines jüngeren Kollegen so beeindruckt, dass er einige Ideen daraus in seine kurz darauf in London komponierten Sinfonien integrierte.

Ein Werk des Abschieds ist auch das 100 Jahre später entstandene G-Dur-Quintett von Johannes Brahms: Mit diesem Stück erklärte der Meister sein Schaffen im Jahr 1890 vorläufig für beendet (bevor er dann doch noch einige Stücke für Klarinette schrieb). Noch einmal zog er eine großartige Bilanz all seiner Errungenschaften in der Kammermusik – und griff vielleicht sogar auf Ideen für eine geplante Fünfte Sinfonie zurück. Gleich der erste Satz des Quintetts hebt jedenfalls in geradezu orchestraler Geste an.



Eröffnet wird das Konzert von einem Frühwerk des späteren Zwölftöners Anton Webern: Im Jahr 1905, noch vor seinem offiziellen »Opus 1«, schrieb der junge Schüler Arnold Schönbergs einen einzelnen Satz für Streichquartett, der noch ganz in der romantischen Tradition eines Johannes Brahms steht – mit dem ein oder anderen Vorgeschmack des Aufbruchs zu neuen Ufern.

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Termine der Veranstaltung

Samstag, 29.10.2022
19:30 bis 21:15 Uhr

Ortsinformationen

Elbphilharmonie (Kleiner Saal)
Platz der Deutschen Einheit 1
20457 Hamburg - HafenCity
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