Adia Victoria - Ain't Killed Me Yet European Tour

Mittwoch, 08.06.2022 20:00 KENT Club

Adia Victoria - Ain't Killed Me Yet European Tour
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Mit der Singer-Songwriterin Adia Victoria kommt in diesem Jahr eine der aufregendsten gegenwärtigen Stimmen des Blues nach Deutschland. Die 35-jährige Sängerin und Multiinstrumentalistin fand erst spät zur Musik, umso inbrünstiger und kraftvoller gestaltet sich nun ihr musikalisches Schaffen. Nach zwei Alben und drei EPs erschien im vergangenen September ihr dritter Longplayer „A Southern Gothic“, der höchste Kritikerweihen verbuchen konnte. Produziert von Altmeister T-Bone Burnett und versehen mit einigen aufregenden Gastfeatures, vollführt Adia Victoria darauf eine überragend tiefgründige Melange aus Country, Rock, Afro-Punk sowie Blues und liefert damit ein Werk ab, das die Fachmedien treffend mit „Gothic Blues“ umschreiben. Anfang Juni präsentiert Adia Victoria die Songs bei einem Deutschlandkonzert in Hamburg.



Die Geschichte der US-amerikanischen Südstaaten ist von jeher eine besondere; vor allem jene der schwarzen Frauen ist voll von Unterdrückung, Gewalt und patriarchalen Strukturen. Nur selten fanden diese Geschichten in der Musikhistorie eine ausreichende Beachtung, bedingt auch dadurch, dass junge Frauen aus dieser Region selten dazu animiert werden, ihre eigene Geschichte zu erzählen. Adia Victoria tut dies nun, in einer höchst kraftvollen, mitreißenden Form. Schon lange schreibt sie Gedichte, die sie seit gut einem Jahrzehnt auch vertont. Bewaffnet mit einer Gitarre und ihrer herausragend dringlichen Stimme, fügt sie dem Black Southern Storytelling neue, berührende Facetten hinzu.



Mit dem Schreiben von Gedichten begann sie, als ihr Vater, ein Immigrant aus Trinidad, sie, ihre Mutter sowie ihre fünf Geschwister verließ. Damals lebte die Familie in South Carolina, die seither alleinerziehende Mutter erlebte all die Hürden und Anstrengungen, die man als auf sich allein gestellte Frau und Mutter in den Südstaaten bewältigen musste. Nach der Highschool zog Adia Victoria für eine Weile nach New York, bevor sie 2010 in Nashville landete, wo sie begann, ihre Lyrik um selbst komponierte Songs zu ergänzen und erste Liveauftritte zu absolvieren.



Gleich mit ihrer ersten offiziellen Single „Stuck In the South“ wurden die Medien auf sie aufmerksam. So schrieb etwa der US-Rolling Stone, sie klänge „als wenn PJ Harvey Loretta Lynn auf einem gespenstischen Debütantenball covern würde“. 2016 erschien mit „Beyond the Bloodhounds“ ihr erstes Album, dessen Lyrics auf Harriet Jacobs Autobiographie „Incidents in the Life of a Slave Girl“ basierten. Der zweite Longplayer „Silences“ (2019) wiederum zeigte neben ihrem kraftvollen Blues leichte europäische Einflüsse, nachdem Adia Victoria auf der voran gegangenen EP „How It Feels“ Songs von u.a. Serge Gainsbourg und Francoise Hardy gecovert hatte.



Das aktuelle Werk entstand nun auf Basis von historischen Field Recordings des Musikforschers Alan Lomax, ein Großteil der Aufnahmen wurden weit weg von den Südstaaten, in Paris, aufgenommen – von Adia Victoria und ihrem kongenialen Counterpart Mason Hickman. Die beiden spielten sämtliche Instrumente dieser Aufnahmen ein, die ursprünglich nur als Demo fungieren sollten. Doch sie gerieten derart dringlich und dicht, dass sie, zurück in Nashville, von dem Musiker T-Bone Burnett nur noch abgemischt und um einige Spuren erweitert wurden. Zu diesen Spuren zählen auch einige besondere Gastauftritte, etwa von Jason Isbell, Margo Price sowie dem The National-Frontmann Matt Berninger. Das Album ist zu gleichen Teilen historische Montage und moderne Prophezeiung, Dunkelheit und Licht, Liebe und Hass. Die 14 Tracks sind die musikalische Verkörperung der Beziehung, die so viele Menschen zum Süden haben.


Preis: 24 €

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Termine der Veranstaltung

Mittwoch, 08.06.2022
20:00

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