Trends und Herausforderungen im Wohnbau

Wohnen in Hamburg

Bauarbeiter, © Tim Reckmann, pixelio.de

Bauarbeiter, © Tim Reckmann, pixelio.de

Wohnraum wird in den A-Städten Deutschlands teurer, allerdings nur bei den Kaufpreisen. Die Mieten steigen hingegen weniger schnell. Das und andere ökonomische und demografische Faktoren lassen bei der Bundesbank den Schluss zu, dass sich eine Immobilienblase bilden könnte. Diese Vermutung ist immer dann gegeben, wenn die Herstellungskosten nicht mehr über die Miete eingespielt werden und Investoren auf Veräußerungsgewinne spekulieren, um kostendeckend zu arbeiten.

Verzicht auf überflüssige Flächen

Damit wohnen in Hamburg einerseits leistbar bleibt und andererseits der Bedarf wegen des starken Zuzuges gedeckt werden kann, plant die Stadt neue Wohnbaugebiete in Stadtrandlagen. Der Trend zu kleinen Wohnungen gepaart mit kostengünstiger Bauweise, stellt Bauträger und Architekten vor neue Herausforderungen.

Im Süden Hamburgs entsteht gerade ein Pilotprojekt, das ansprechendes Design zu einer Kaltmiete von nur 8,- Euro je Quadratmeter möglich machen soll. Die Planer machten sich viele Gedanken darüber, welche Flächen wenig genutzt werden und so entstanden Häuser ohne Keller und Wohnungen ohne Flure.

Ökologisch und aus Recyclingmaterial

Neben einer durchdachten Bauweise kommen in Zukunft auch ökologische Aspekte hinzu. Tonnen von Plastik, der das Meer belastet und Bauschutt aus Abrisshäusern veranlasst die Forschung, diese Themen auch in den Wohnbau zu integrieren.

Styropor spielt dabei eine zentrale Rolle. Er wird derzeit ausschließlich zum Zweck des sicheren Transportes von Waren verwendet und landet anschließend auf der Mülldeponie. Das widerspricht dem Nachhaltigkeitsgedanken massiv und deshalb forschen mehrere Universitäten daran, wie Kunststoff im Bau verwendet werden kann. Styropor verfügt nämlich über eine ausgezeichnete Wärmedämmung und deshalb ist nicht nur dem Umweltschutz, sondern auch wirtschaftlichen Blickpunkten Rechnung getragen.

Vorreiter im Bauen mit Recyclingmaterial sind derzeit noch die Niederlande, wo bereits mehrere solcher Projekte umgesetzt wurden. In Deutschland fehlt es allerdings noch an den rechtlichen Rahmenbedingungen, denn hierzulande dürfen tragende Bauteile nicht aus Abfall bestehen.

Digitales Herz des Hauses

Zwar ebenfalls noch in den Kinderschuhen steckt die Entwicklung sogenannter Smart Homes. Zwar können wir bereits den mittels schlanker TV-Wandhalterungen (hier ein Beispiel von Vogels) montierten Flachbildfernseher mit Hilfe der Sprachsteuerung aktivieren, aber hier ist noch viel mehr möglich. Den Entwicklern schweben intelligente Lösungen vor, die einerseits zur Nachhaltigkeit beitragen und andererseits den Bewohnern Geld ersparen.

Die meisten Stromanbieter verkaufen Strom zu Spitzenzeiten teurer. Spezielle Programme können in Zukunft diese Spitzenzeiten umgehen und zum Beispiel vernetzte Waschmaschinen oder Geschirrspüler dann aktivieren, wenn Energie günstig ist. Gleiches gilt für smarte Heizungsthermostate, die bis zu 30 % an Heizkosten sparen.

Ein anderer Aspekt von intelligenten Lösungen ist das Mehr an Komfort. Kühlschränke mit integrierter Kamera schicken jetzt schon Echtzeitbilder an eine App. Praktisch, wenn man gerade im Supermarkt steht und überlegt, ob man noch Butter hat oder die letzte in der Früh verbraucht hat. Theoretisch denkbar ist allerdings auch, den Wecker mit Badezimmer, Kaffeemaschine und Auto zu koppeln. Zeitliche Programmierungen machen es so möglich, dass das Bad bereits vorgewärmt ist, der Kaffee fertig und die Sitzheizung in der kalten Jahreszeit ohne weiteren Aufwand von einer App aktiviert wird.

Smarte Lösungen können in Zukunft auch unsere Gesundheit beeinflussen. Erste Matratzenunterlagen, die den Schlaf "beobachten" und Wachphasen sowie nächtliche Bewegungen an eine App schicken, gibt es bereits.
Das ohnehin ständig griffbereite Smartphone wird auf diese Weise zur Fernbedienung des Eigenheims.

Bldquelle: Tim Reckmann / pixelio.de

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