Teurer Spaß: Wie sich die Grundstückspreise in Hamburg entwickeln

Wohnen in Hamburg

Grundstuckspreise Hamburg , © guentherlig (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Die Beliebtheit Hamburgs spiegelt sich auch in den Grundstückspreisen. (Quelle: guentherlig (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Der Bau eines Eigenheims ist und bleibt einer der wohl größten Träume, wenn es um die Lebensgestaltung geht. Wohnraum für die eigene Familie zu schaffen, kann jedoch teuer werden. Insbesondere die steigenden Grundstückspreise in Hamburg machen die Suche nach bezahlbaren Baugrundstücken schwer. Eine Bewegung, die sich schon seit mehreren Jahren abzeichnet und auch in naher Zukunft kein Ende finden wird.

Aufwärtstrend seit 2013

Wer noch vor rund 15 Jahren auf die Suche nach einem Grundstück in Hamburg gegangen ist, genoss deutlich günstigere Preise als heute. Das berichtet auch das Abendblatt und gibt einen Durchschnittspreis von rund 272 Euro je Quadratmeter Bauland in 2002 an. Eine Vergangenheit, an die heute nichts mehr zu erinnern scheint. Denn Hamburgs Grundstückspreise haben sich deutlich gesteigert. In der Stadt, die durchaus tolle und kostenlose Freizeitangebote bereithält, ist Bauen teurer denn je. Suchende müssen sich auf Preise einstellen, die die eigene Vorstellungskraft zum Teil an ihre Grenzen bringen.

Die Grundstückspreise in Hamburg steigen rasant an, wie diese Grafik zeigt.
Den Trend der Grundstückspreise in Hamburg macht diese Grafik gut deutlich.

Richtig Fahrt aufgenommen hat die Steigerung der Grundstückspreise in Hamburg ab dem Jahr 2013. Schon in diesem Jahr lag der Durchschnitt bei rund 500,- Euro je Quadratmeter. Nach eher moderaten Anstiegen bis 2015 folgte dann eine erneute Beschleunigung. Im Mittel stiegen die Preise zwischen den Jahren 2015 und 2016 dann um rund 10 % an. Das wiederum entspricht einem Gesamtanstieg von etwa 20 % seit 2013. Kein "Pappenstiel", wie auch durchschnittliche Quadratmeterpreise verraten, die gerade steil auf die 700,- Euro-Marke zusteuern. Derzeit liegt der Durchschnittswert in Hamburg bei 656,92 Euro, wobei sich zwischen den Stadtteilen deutliche Unterschiede zeigen können.

Besonders kostspielig ist der Erwerb von Bauland in den Stadtteilen nahe der Alster. Wer nach Harvestehude ziehen und dort ein eigenes Haus bauen will, wird Preisen von schockierenden 4000 Euro je Quadratmeter gegenüberstehen. Ganz ähnlich sieht es auch in Uhlenforst und Rotherbaum aus, wo ein Quadratmeter Land mit 3000 Euro zu Buche schlägt. Dass in diesen Stadtteilen kaum private Häuser gebaut werden, dürfte sicherlich auch daran liegen.

Etwas entspannter sieht es aus, wenn die Suche nach Bauland in

•    Wilhelmsburg,
•    Bergedorf,
•    Hamm,
•    Billstedt
•    oder auch Horn

stattfinden soll. Hier sind Quadratmeterpreise von bis zu 400 Euro auch heute noch durchaus denkbar. Für den hohen Durchschnittspreis verantwortlich sind daher vor allem die teuren Alsterstadtteile, was jedoch nicht darüber hinwegtäuschen sollte, dass Hamburg ohnehin zu einem teuren Ort für den Bau geworden ist.

Was den Preisanstieg verursacht

Wer sich nun fragt, warum die Preise in Hamburg so stark ansteigen, darf nicht mit einer kurzen Antwort rechnen. So gibt es zahlreiche verschiedene Gründe für die Verteuerung. Erst in Kombination sorgen alle zusammen für einen beachtlichen Kostenanstieg. 

Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist zweifellos die Beliebtheit Hamburgs als Wohnort. Viele Menschen arbeiten hier und bevorzugen die räumliche Nähe zu ihrer Arbeitsstätte. Dass Hamburg auch in Sachen Lebenszufriedenheit immer wieder von sich überzeugt, verstärkt die Attraktivität der Stadt. So landete Hamburg im Glücksatlas der Deutschen Post gleich nach Schleswig-Holstein auf Platz zwei. Und wo viele Menschen wohnen möchten, steigen letztlich auch die Immobilien- und Grundstückspreise.

Auch die Beschäftigung der Hamburger Arbeitnehmer hat Einfluss auf die geltenden Grundstückspreise. So ist die Hansestadt dafür bekannt, auch hochqualifizierten Beschäftigten gutbezahlte Stellen liefern zu können. Ein nicht kleiner Teil der Hamburger Einwohner verfügt daher über vergleichsweise viel Geld, worauf auch der Grundstücks- und Immobilienmarkt reagiert.

Ein weiterer Punkt, der bei der Suche nach Gründen nicht fehlen darf, ist die Praxis der Spekulation. Einige Investoren und Grundstückseigentümer haben ihr Land in Hamburg schon vor Jahren gekauft und beobachten den Preisanstieg mit Freude. Wer einen langen Atem beweist und auch mehrere Jahre Zeit hat, kann sein investiertes Kapital teilweise mehr als verdoppeln. Dabei bleiben diese Grundstücke so lange, bis sich der Eigentümer zum letztlichen Verkauf durchringt, unbebaut. Das wiederum lässt das Angebot an freien Grundstücken sinken. Und sinkendes Angebot bei steigender Nachfrage hat in allen Wirtschaftsbereichen stetig wachsende Preise zur Folge.

Wer bauen will, braucht Geduld und einen cleveren Plan

Fakt ist: Die Suche nach einem geeigneten und vor allem leistbaren Grundstück in Hamburg kann lange dauern. Schnellen Erfolg verspricht heute keiner der Stadtteile mehr. Viele Menschen, die ihr Bauvorhaben in der Stadt umsetzen möchten, müssen über Jahre hinweg immer wieder Angebote studieren und den Markt genauestens beobachten. Und bietet sich dann eine Gelegenheit, ist schnelles Zuschlagen unbedingt nötig. Denn gerade bei den attraktiven Angeboten sind lange Interessentenlisten heute Normalität. Wer nicht schnell genug "Ja" zu seinem favorisierten Grundstück sagt, muss in vielen Fällen dabei zusehen, wie ein anderer vorbeizieht.

Bauen Hamburg, © Quelle: Derks24 (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
Im Hamburger Umland ist günstiges Bauen noch möglich. (Quelle: Derks24 (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Ein Ende des Preisanstiegs in Hamburg ist dabei nicht in Sicht. Es lohnt sich also kaum, noch ein oder zwei Jahre abzuwarten, denn während dieser Zeit könnten neue Steigerungen den Markt noch schwieriger gestalten. Wer gute Freunde hat, die ebenfalls auf der Suche nach bezahlbarem Bauland in Hamburg sind, könnte unter Umständen auch über den Bau von Reihenhäusern oder Doppelhaushälften nachdenken. Hier fällt das Grundstück je Wohneinheit kleiner und folglich auch etwas günstiger aus.

Und hilft alles nichts, könnte das Hamburger Umland eine sinnvolle Alternative darstellen. Hier nämlich zeigen sich die Grundstückspreise (noch) von einer leistbaren Seite. Grundsätzlich gilt hier: Je weiter entfernt das Grundstück von Hamburg liegt, desto geringer fallen die Kosten aus. Wer sich vorstellen kann, in die Stadt zu pendeln, könnte hier also durchaus eine Lösung finden, die den Geldbeutel nicht über alle Maßen beansprucht.

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