Breitband-Internet in ganz Deutschland immer noch ein Traum

Wohnen in Hamburg

Glasfaserkabel sind eine Möglichkeit das Breitbandnetz auszubauen.

Schnelles Internet ist für viele immer noch in weiter Ferne, das liegt auch am stockenden Glasfaserkabel-Ausbau. Foto © bluebay – 691484410 / Shutterstock.com

Das Breitband-Internet, in städtischen Räumen nicht mehr wegzudenken, auf dem Land immer noch ein Wunschtraum. Seit 2009 folgt ein Versprechen auf das nächste, in Bezug auf das Breitband-Internet für ganz Deutschland. Seit 2010 werden all diese Versprechen nach und nach wieder einkassiert. Vor allem große Internetanbieter stehen in der Kritik, kleine Anbieter werden zur bevorzugten Option für "ländliches Internet".

Viele der großen Netzbetreiber investieren hohe Summen in den Ausbau der digitalen Infrastruktur, meist aber nicht an den notwendigen Stellen. Wer in ländlichen Gegenden lebt und über solche Anbieter keinen Zugang zum schnellen Internet hat, sollte seinen DSL-Vertrag kündigen. Ein darauffolgender Wechsel zu einem anderen Anbieter kann Abhilfe schaffen oder zumindest für Besserung sorgen.

Was ist Breitband-Internet?

Jeder redet davon, manche haben es, aber die wenigsten wissen, um was es sich beim Breitband-Internet genau handelt. Im Grunde genommen ist es ganz leicht, Breitband beschreibt einen Internetzugang mit einer hohen Datenübertragungsrate. Über Breitband wird also das Internet schneller. Wie hoch die Datenübertragungsrate mindestens sein muss, damit man von Breitband sprechen kann, ist nicht angegeben.

Breitband-Internet ist über verschiedene Zugangsarten zugänglich, zum Beispiel über DSL, einen Kabelanschluss oder LTE, also Funk. Am beliebtesten der Anschluss-Technologien ist DSL. Zudem steht das schnelle Internet nicht in allen Teilen Deutschlands zur Verfügung. Obwohl die Bundesregierung seit 2009 immer wieder neue Versprechungen bezüglich des schnellen Internets macht, sind viele ländliche Gegenden weiterhin ohne schnelles Internet. Viele Menschen in diesen Regionen haben bereits auf LTE umgestellt, beziehen Internet jetzt also über Funk. Allerdings kann es so häufig vorkommen, dass das Internet bei einzelnen Nutzern zeitweise komplett ausfällt. Außerdem ist LTE nur begrenzt verfügbar. Man kann sich das wie mit dem Internet beim Handytarif vorstellen. Ist ein bestimmtes Kontingent aufgebraucht, surft man langsamer.

Große Provider fördern Breitband auf dem Land nicht

Ein Problem beim Breitband-Ausbau in ländlichen Gegenden sind die großen Provider, die großen Internet-Anbieter. Diese weigern sich förmlich das Breitbandnetz bis in entlegene kleine Dörfer auszubauen. Grund dafür ist der geringe Gewinn, es lohnt sich finanziell also nicht für die Provider. Stattdessen bauen sie das Breitbandnetz in städtischen Regionen immer weiter aus. Das ist ganz legal, da keinerlei gesetzliche Verpflichtung besteht, auch das "flache Land" zu erschließen. Das ist ein großes Problem, denn heutzutage benötigt man das Internet für vieles, das früher noch offline funktionierte. Ein Studium ohne Internetzugang ist zum Beispiel kaum denkbar.

Damit wirklich alle in Deutschland vom Breitband-Internet profitieren können, stellt der Bund Fördermittel zur Verfügung. Damit will die Regierung auch das Erreichen eigener Ziele fördern. 2016 kündigte der Bund an, dass das deutsche Gigabitnetz bis 2025 die beste Infrastruktur der Welt sein solle. In diesem Jahr, bereits sieben Jahre vor dem Stichtag, kassierte die Regierung dieses Versprechen wieder ein. Man darf also gespannt sein, wie es mit dem Breitbandausbau weitergehen wird.

Mit kleinen Tricks jetzt schon schnelleres Internet

Vom langsamen Internet betroffene, die momentan einen DSL-Vertrag haben, können ihre Situation jetzt schon verbessern. Diese können zum Beispiel auf LTE umstellen. Das Mobilfunknetz hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt und bietet Übertragungsraten von bis zu 400 MBit/s. Allerdings ist das Internet über LTE immer auf ein bestimmtes Volumen gedrosselt. Diese Alternative kommt also eher für Nutzer in Frage, die das Internet nur sporadisch nutzen. Eine zweite Alternative ist die Umstellung auf Sat-Internet. Hier gibt es sowohl eine Surf-Flatrate, als auch Highspeed-Volumen. Die Geschwindigkeit liegt bei den meisten Anbietern aktuell bei um die 20 MBits/s, immerhin ein bisschen schneller als der DSL-Standard.

Bevor man sich für eine Möglichkeit entscheidet und einen Vertrag abschließt, sollte man immer prüfen ob das betroffene Angebot für die gewünschte Adresse verfügbar ist. Diese Info erhält man auch direkt beim Provider, telefonisch oder online auf der Homepage des jeweiligen Anbieters. Auch der Breitbandatlas des Wirtschaftsministeriums zeigt, wie es um die Verfügbarkeit von schnellem Internet an einem bestimmten Ort steht.

Anzeige