Brandgefahr durch billige Fassadendämmung?

Wohnen in Hamburg

© hamburg-magazin.de

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Die Bilder vom Brand im Londoner Grenfell Tower, der am 14. Juni 2017 insgesamt 79 Menschen das Leben kostete, gingen um die Welt. Bei diesem verheerenden Feuer brannten insgesamt 120 Wohnungen aus, ohne dass die Feuerwehr etwas dagegen unternehmen konnte.

Der angebliche Hauptverursacher dieser Katastrophe war mit der Fassadendämmung schon wenige Tage nach der Katastrophe benannt und man titelte in vielen Zeitungen, dass ein Stoff namens Polystyrol, auch Styropor genannt, der Brandbeschleuniger war. Dieses Material ist sehr günstig und wird oft als Dämmmaterial verwendet, wobei es mit schlecht brennbaren Flammenschutzmitteln versehen wird, um diese Eigenschaft zu reduzieren. Zusätzlich wird in der Regel ein feuerfester Putz aufgetragen, der einen zusätzlichen Schutz gegen die Flammen bietet. Doch schon Tage nach dem Brand stellte sich heraus, dass die Fassade nicht mit Polystyrol, sondern mit Polyurethan-Hartschaum (PU) gedämmt gewesen war. PU hat ein völlig anderes Brandverhalten als Polystyrol, da es nicht schmilzt und nicht brennend herab tropft. Stattdessen liegt die Vermutung nahe, dass der äußere Wetterschutz aus ALU-Verbundplatten, den Brand beschleunigt haben könnte. Hinzu kommt die leichte Bauweise der Fassade, die sich bei größerer Hitzeeinwirkung verformte und dem Feuer eine permanente Sauerstoffzufuhr geboten hat. Diese Kombination sorgte dafür, dass sich das Feuer schnell ausbreiten und diesen enormen Schaden anrichten konnte. Alles auf die Fassadendämmung zu reduzieren, war an dieser Stelle eine zu schnelle Reaktion Außenstehender.

Doch wie und mit welchen Materialien sollte am besten das eigene Heim gedämmt werden? Gerade für Laien ist es oft schwer zu beurteilen welches Dämmmaterial für das Eigenheim am besten ist und die Preisspanne der Dämmmaterialien mit 10 bis 100 Euro pro Quadratmeter ist sehr groß. Viele Hausbesitzer greifen neben Polyurethan-Hartschaum auch oft zu anderen Materialien wie Glas- oder auch Steinwolle. Uch natürlich nachwachsende Stoffe wie die Dämmung mit Hanf haben in den letzten Jahren immer mehr Anhänger gefunden, da dieser Stoff nachwachsend ist und die Umwelt schont. So entfallen bei diesem Stoff auch die in der Vergangenheit immer wieder aufgetretenen Probleme mit der Entsorgung zum Beispiel von behandelten Styroporplatten, die für kurze Zeit sogar als Sondermüll eingestuft waren.

Hinweis:

Um langfristig Energie zu sparen und alle Sicherheitsvorschriften bei der Auswahl des richtigen Dämmmaterials zu berücksichtigen, können Hinweise und Beratung von unabhängigen  Baufachleuten eingeholt werden.

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